MÖBS-Aktion gegen Raser

Bietigheim (as) – „MÖBS bremst für die Sicherheit!“ – mit Bannern wollen die Gemeinden Bietigheim, Muggensturm, Ötigheim und Steinmauern innerörtliche Raser zur Vernunft bringen.

MÖBS bremst für Sicherheit: Dietmar Späth, Frank Kiefer (mit Sohn), Viktoria Bachofner, Constantin Braun, Sina Becker und Reinhilde Weisenburger (von links) appellieren an gegenseitige Rücksichtnahme. Foto: Anja Groß

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MÖBS bremst für Sicherheit: Dietmar Späth, Frank Kiefer (mit Sohn), Viktoria Bachofner, Constantin Braun, Sina Becker und Reinhilde Weisenburger (von links) appellieren an gegenseitige Rücksichtnahme. Foto: Anja Groß

Mit einem Appell an die Solidarität der Verkehrsteilnehmer, sich für die Sicherheit aller an innerörtliche Tempolimits zu halten, starteten die MÖBS-Gemeinden gestern ihre Aktion „MÖBS bremst für die Sicherheit!“. Große Banner an den jeweiligen Ortseingängen von Muggensturm, Ötigheim, Bietigheim und Steinmauern sollen Raser einbremsen, wünschen sich die Rathauschefs.
Das Problem mit Verkehrsteilnehmern, die die innerörtlichen Geschwindigkeitsbegrenzungen ignorieren, kennen alle Gemeinden. „Wenn man zu schnell fährt, verlängert sich der Bremsweg exponentiell, und es steigt die Gefahr für Leib und Leben“, erläuterte Bietigheims Bürgermeister Constantin Braun eine Tatsache, die eigentlich allen Verkehrsteilnehmern bewusst sein sollte. Nur reicht die Einsicht offenbar bei vielen dann offenbar doch nicht so weit, dass sie sich an Tempo 20, 30 oder 50 halten.

Auslöser für die interkommunale Aktion waren die Beschwerden über Raser entlang der Rastatter Straße in Bietigheim, die Ende August für eine Unterschriftenaktion und Schlagzeilen sorgten (wir berichteten). „Die Kommune kann nicht überall kontrollieren und sanktionieren“, verdeutlichte Braun stellvertretend das Dilemma. Deshalb setzen die MÖBS-Gemeinden im interkommunalen Verbund nun zusätzlich auf den Appell zur Rücksichtnahme, der „aufrütteln und sensibilisieren soll“, wie er sich wünschte. „Jede Bürgerin und jeder Bürger soll sich für die Sicherheit aller an die Geschwindigkeitsbegrenzungen halten“, forderte Braun Solidarität ein. Besonders mit Blick auf Kinder, Senioren und gehandicapte Mitbürger sei das unerlässlich.

„Missetäter“ meist aus dem Ort

Dass die „Missetäter“ dabei weniger auswärtige Verkehrsteilnehmer sind als vielmehr die Ortsansässigen, ist ebenfalls kein Geheimnis. „Viele Verkehrsuntersuchungen bei uns belegen, dass es zu 80 Prozent um den Ziel- und Quellverkehr geht“, erläuterte Muggensturms Bürgermeister Dietmar Späth. Mit der Aktion in allen vier Gemeinden wolle man „ein Wir-Gefühl erzeugen und ein Zeichen an Autofahrer und Anwohner senden, aufeinander zu achten“, betonte Ötigheims Verwaltungschef Frank Kiefer. Man appelliere damit an die Eigenverantwortung der Verkehrsteilnehmer, die selber viel zur Sicherheit auf den Straßen vor ihrer Haustür beitragen könnten.

Reinhilde Weisenburger, Bürgermeister-Stellvertreterin von Steinmauern, lobte die Aktion als „schönes Zeichen“ dafür, dass die MÖBS-Gemeinden unter dem Motto „gemeinsam sind wir stärker“ auch bei dieser Aktion zusammenhalten.

Nun muss die Aktion nur noch Wirkung zeigen. In eingangs erwähnter Rastatter Straße in Bietigheim jedenfalls wurde die Autorin dieser Zeilen auf dem Rückweg bei vorgeschriebenen 30 km/h gleich zweimal überholt.

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Erstellt:
27. Oktober 2020, 11:00 Uhr
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