MÖBS-Gemeinden verschenken Obstbäume an Bürger

Bietigheim (sl) – Mit ihrer neuen Aktion „MÖBS forstet auf“ wollen die Gemeinden Muggensturm, Ötigheim, Bietigheim und Steinmauern etwas für Klima-, Arten- und Landschaftsschutz tun.

Streuobstwiesen tun der Landschaft, der Artenvielfalt und dem Klima gut. Die MÖBS-Gemeinden wollen nun gemeinsam mit den Bürgern ein Zeichen setzen. Foto: Patrick Seeger/dpa

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Streuobstwiesen tun der Landschaft, der Artenvielfalt und dem Klima gut. Die MÖBS-Gemeinden wollen nun gemeinsam mit den Bürgern ein Zeichen setzen. Foto: Patrick Seeger/dpa

Nach der Aktion „MÖBS blüht auf“ setzten die Gemeinden Muggensturm, Ötigheim, Bietigheim und Steinmauern in diesem Jahr in Sachen Arten und Klimaschutz noch eins drauf. „MÖBS forstet auf“ heißt die neue Devise. Jeder Einwohner der vier MÖBS-Orte darf sich auf Kosten der Gemeinde ein oder zwei junge Obstbäumchen bestellen und sie im eigenen Garten oder auf seinem Acker einpflanzen.

Typische Sorten der Streuobstwiesen


Zur Auswahl stehen Apfel- und Birnbäume, Kirschbäume, Zwetschgen und Quitten. Die Bürger haben da die freie Auswahl. Wie Bürgermeister Constantin Braun aus Bietigheim verrät, hat man sich bei der Sortenwahl von den Fachleuten im Rastatter Landratsamt beraten lassen. „Die Obstsorten sind typisch für unsere traditionelle Streuobstlandschaft, passen zum Klima und den Böden in unserer Region und auch zu den hier vorkommenden Insekten“, erklärt er auf Nachfrage des BT.

Braun spricht damit gleich mehrere Ziele an, die die MÖBS-Gemeinden mit der Aktion verfolgen: Klima-, Arten- und Landschaftsschutz. Die prägenden Streuobstwiesen sind schon lange im Schwinden begriffen. Das hänge insbesondere mit neuen Baugebieten zusammen, beschreibt Muggensturms Bürgermeister Dietmar Späth ein Dilemma: die zunehmende Zersiedelung der Landschaft bei gleichzeitig großem Bedarf an Wohnraum. Da sei ein Ausgleich außerordentlich wichtig, betont er. Ähnliches gilt für den Kampf gegen das Insektensterben und den Klimawandel. Ötigheims Bürgermeister Frank Kiefer fügt noch hinzu, dass „MÖBS forstet auf“ auch ein tolles Gemeinschaftsprojekt ist. Denn man habe gezielt über Schulen, Vereine und Kindergärten Werbung für die gute Sache gemacht. „Sicher verfolgen viele Familien in den kommenden Jahren gespannt den Ertrag ihrer Obstbäume“, freut er sich.

Schon viele Bestellungen eingegangen

In den Gemeinden wurden bereits Bestellformulare und Pflegeanleitungen verteilt: Mit Erfolg, wie es aussieht. In Ötigheim und Bietigheim sind schon jeweils 150 Bestellungen eingegangen, in Steinmauern sind es 164, wie Bürgermeisterstellvertreterin Reinhilde Weisenburger berichtet, und in Muggensturm nähert man sich gar der Marke von 200. Es dürfen aber gerne noch mehr werden. Bis 8. November werden noch Bestellungen angenommen. Wer mehr als zwei Bäumchen möchte – in Steinmauern wurden zum Beispiel mehrfach drei bis fünf bestellt – bekommt zwei umsonst und die weiteren zum Preis von je 16 Euro. Das ist auch die Summe, die die MÖBS-Gemeinden pro verschenktem Baum bezahlen. Lieferant ist eine Baumschule aus Ettlingen-Schluttenbach. Mit rund 10.000 Euro Kosten rechnen sie insgesamt.

Gemeinden sparen sogar Geld

Laut Frank Kiefer soll aber niemand denken, dass die Rathäuser zu viel Geld haben, sodass sie Bäume verschenken. Ein Straßenbaum koste mit Anpflanzung alles in allem 1.500 bis 2.500 Euro und habe nicht denselben Effekt auf die Ökologie. Bei „MÖBS forstet auf“ pflanzen und pflegen die Bürger ihre Bäume dagegen selbst. Und was ist mit jenen, die keine Gärten oder Ackergrundstücke besitzen? Da finde sich sicher eine Möglichkeit im öffentlichen Raum.

Ansprechpartner für das Projekt vor Ort sind:

Muggensturm: Hans Müller, bauhof@muggensturm.de, (07222) 820715

Ötigheim: Martina Ganther, Martina.Ganther@oetigheim.de, (07222) 919714

Bietigheim: Sina Becker, sina.becker@bietigheim.de, (07245) 80812

Steinmauern: Claudia Möck, moeck@steinmauern.de, (07222) 927519.


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