Mädchen machen Pferdeführerschein in Loffenau

Loffenau (BT) – Bei den Reitferien samt Lehrgang in Loffenau stehen nicht nur Reiten und Voltigieren im Fokus der teilnehmenden Mädchen, sondern auch das nötige Basiswissen in puncto Sicherheit.

„Das Zusammensein mit den Pferden tut den Kindern gerade in diesen Zeiten unglaublich gut“, stellt die Vorsitzende des Reit- und Fahrvereins Loffenau, Susanne Hettinger, fest. Foto: Reit- und Fahrverein Loffenau

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„Das Zusammensein mit den Pferden tut den Kindern gerade in diesen Zeiten unglaublich gut“, stellt die Vorsitzende des Reit- und Fahrvereins Loffenau, Susanne Hettinger, fest. Foto: Reit- und Fahrverein Loffenau

Manchen Menschen scheint die Liebe zu den Pferden regelrecht in die Wiege gelegt worden zu sein. Wenn sie zum ersten Mal ein Pferd streicheln, ist es um sie geschehen. Diese Faszination von Pferden mag genetisch verankert sein. Schließlich ist unsere Kulturgeschichte von ihnen geprägt; Jahrtausende lang war es der treueste Gefährte des Menschen. Vielleicht liegt es aber auch einfach nur an dem sanften Wesen dieser edlen Tiere mit ihren samtigen Nüstern und dem weichen Fell, den langen Mähnen und ihrer Menschenzugewandtheit. Jedenfalls war in der letzten Augustwoche der Pferdestall des Reit- und Fahrvereins Loffenau in den Händen von zwölf pferdeverrückten Mädchen, für die es schlicht nichts Schöneres gibt, als bei Pferden zu sein.

Mehrstündige Prüfung an diversen Stationen

Doch nicht nur das Reiten will gelernt sein, sondern auch der Umgang mit dem Pferd. Da es ein Fluchttier ist, in dessen Natur es liegt, zu scheuen und womöglich blitzschnell davonzustürmen, kann es schnell gefährlich werden, wenn man die Grundregeln im Umgang nicht kennt. Und so stand auf dem Plan der Kinderreitferienwoche nicht nur Reiten und Voltigieren, sondern auch Basiswissen in puncto Sicherheit. Die Kinder lernten beispielsweise, dass man niemals hinter einem Pferd steht oder sich den Führstrick um die Hand wickelt. Aber warum ist ein Pferd eigentlich so schreckhaft und warum verhält es sich so, wie es sich eben verhält?

Die Mädchen staunten über vieles, was sie von den Trainerinnen Nora Häser und Selin Müller hörten, beispielsweise dass das Pferd direkt vor sich gar nichts sieht und Geräusche hört, die wir Menschen nicht wahrnehmen können. Die besonders ambitionierten kleinen Reiterinnen hatten die Möglichkeit, zusätzlich den „Pferdeführerschein Umgang“ zu erwerben – gemeinsam mit einigen Jugendlichen und Erwachsenen.

Für diesen verlangt die Deutsche Reiterliche Vereinigung ein umfangreiches Wissen rund ums Pferd, auch zu den Themen Haltung, Fütterung, Krankheit oder Verladen. Am Samstag konnten die Teilnehmerinnen dann bei einer mehrstündigen Prüfung an verschiedenen Stationen beweisen, was sie alles gelernt hatten. Außerdem mussten sie ihr Pony oder Pferd auf der sogenannten Dreiecksbahn präsentieren und durch einen kleinen Parcours führen.

Übernachtung in der Reithalle

Ein besonders spannendes Abenteuer erlebten die Kinder am zweiten Tag. Nach einem Abend am Lagerfeuer mit Stockbrot durften sie in der Reithalle übernachten. Für die Betreuerinnen war die Nacht allerdings in aller Früh bereits zu Ende: Fröhliche Pferdemädchen tanzten um sie herum und bewarfen sie lachend mit Muffins.

Das Größte war für die Kinder aber natürlich das Reiten. Wie immer waren die Shetland-Ponys Sven und Nuja sehr brav und benahmen sich vorbildlich. Der 28 Jahre alte Gizmo, der altersbedingt in Rente ist, durfte bei den Kinderreitferien mit dabei sein und freute sich, von so vielen Kinderhänden gestreichelt zu werden. Mutig trauten sich die Kleinen sogar auf die großen Reitschulpferde Larissa, Versace und Diva und ritten – stolz und mit strahlenden Augen – in der Halle und im Gelände.

„Auch uns Betreuerinnen und Trainerinnen hat es viel Freude gemacht“, so das Fazit von Nora Häser und Selin Müller. „Es ist einfach schön, Kinder so fröhlich und glücklich zu erleben.“

Weitaus mehr Anfragen, als der Verein stemmen kann

Und die Vorsitzende Susanne Hettinger fügt hinzu: „Wir freuen uns sehr, dass wir trotz Corona diese Kinderfreizeit haben anbieten können. Das Zusammensein mit den Pferden tut den Kindern gerade in diesen Zeiten unglaublich gut. Wir haben zurzeit noch mehr Anfragen wegen Reitunterricht als ohnehin. Gerne würden wir diesen Anfragen gerecht werden – dafür brauchen wir allerdings noch ein Pferd von mittlerer Größe.

Doch da wir für die gerade erst abgeschlossene Dachsanierung extrem hohe Kosten von circa 100.000 Euro stemmen müssen, brauchen wir Hilfe beim Ponykauf. Deshalb werden wir demnächst ein Crowdfunding starten – und hoffen hier sehr auf die Unterstützung von vielen Pferdefreunden der Region.“

Urkundenübergabe: Das Zertifikat bescheinigt den Mädchen, dass sie mit Pferden den richtigen Umgang pflegen können. Foto: Reit- und Fahrverein Loffenau

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Urkundenübergabe: Das Zertifikat bescheinigt den Mädchen, dass sie mit Pferden den richtigen Umgang pflegen können. Foto: Reit- und Fahrverein Loffenau


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