Märchenstunde auf Baden-Badener Hausberg

Baden-Baden (co) – Auf lebendige und mitreißende Art präsentiert Schauspielerin Manuela Romberg immer dienstags Geschichten auf dem Merkur und lockt damit immer mehr Zuhörer von Jung bis Alt an.

Neugierig lauschen die kleinen und großen Zuhörer den Geschichten von Manuela Romberg. Foto: Conny Hecker-Stock

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Neugierig lauschen die kleinen und großen Zuhörer den Geschichten von Manuela Romberg. Foto: Conny Hecker-Stock

Es ist eine zauberhafte Märchenstunde auf dem Merkur für kleine und große Kinder und Menschen, die sich ihre kindliche Fantasie bewahrt haben. Manuela Romberg erweckt dort als wunderbar vielseitige Märchentante jeden Dienstagnachmittag skurrile Fabelwesen zu realem Leben. Im Rahmen des Sommerferienprogramms laden die Stadtwerke immer dienstags von 14 bis 16 Uhr zur kostenlosen Märchenkiste auf den Merkur ein, und die Schar der neugierigen Zuhörer wird von Woche zu Woche größer. Der Empfehlung, eine Decke mitzubringen, sind die meisten gefolgt, und binnen Kurzem liegt da die Oma neben Tochter und Enkelin auf dem Bauch und alle drei hören genauso gespannt zu wie alle anderen Besucher. Viele sind ganz gezielt für die Lesung auf den Baden-Badener Hausberg gekommen, doch es gesellen sich auch ganz schnell etliche Sprösslinge von Touristen dazu, die es zufällig gerade heute hier hoch verschlagen hat.

Manuela Romberg ist ausgebildete Schauspielerin und war von 1996 bis 2004 am hiesigen Theater beschäftigt. Freie Engagements in Stuttgart, Heidelberg oder Zürich schlossen sich an. Erfolgreich war sie auch in ihren Soloprogrammen, begleitet von Musiker André Thoma am Akkordeon, unter anderem mit Texten von Claire Waldoff oder rund um das Thema gefallene Mädchen und gestandene Frauen. Ausgebremst durch Corona wollen beide ihre fruchtbare Zusammenarbeit wieder aufnehmen.

Märchentante mit stimmlichem Multitalent

Seit 2015 ist sie bei den Stadtwerken als mobile Kundenbetreuerin im Einsatz und macht dort „nichts anders als früher, ich verdiene mit Quatschen mein Geld“, sagt sie fröhlich lachend. Sie empfängt Reisende am Ooser Bahnhof, wenn sie sich dort etwas verloren fühlen, beruhigt bei unvorhergesehenen Planänderungen und darf „all den Blödsinn machen, den sich sonst keiner traut“. Etwa als Osterhase auf dem Merkur Eier verteilen, als Rentier an gleicher Stelle dem Nikolaus assistieren oder die unten in der langen Warteschlange vor der Merkurbahn stehenden Kinder schon mal mit Süßigkeiten ablenken.

Als Märchentante sucht sie sich aus ihrem großen Repertoire gerne etwas weniger bekannte Texte aus. Wobei etwa der Block der kleinen Hexe den Vorteil hatte, dass die Kinder jede Woche dabei sein wollten, um die Fortsetzung zu hören. Ihr großes Plus bei ihren Erzählungen ist es, dass sie als stimmliches Multitalent jeder einzelnen Märchenfigur eine ganz individuelle Ausstrahlung verleiht und ihre Geschichten somit sehr lebendig gestaltet.

Am Dienstag erzählte sie vom Geburtstag der kleinen Fee, an dem ihr all ihre Feenfreundinnen eine besondere Freude machen und wunderschöne Blumen pflücken, auch der schüchterne kleine Troll. In der zweiten Geschichte hatte Zauberer Appelmus III. ganz schön Malheur mit seinem Filius Zeno. Anders als seine Schwestern Zola und Mia, die beim Wetterhexen in der Sahara den ersten Preis mit einem Regen-Rap gewonnen haben, träumt er lieber, statt anständig zu zaubern. Vielleicht erfahren die Kinder ja am nächsten Dienstag, wie der Zaubermeister das in den Griff bekommt.

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Erstellt:
19. August 2021, 14:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 29sec

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