Malaika Smile will mehr für Uganda

Baden-Baden (baw) – Der Steinbacher Verein „Malaika Smile“ der Familie Irtenkauf will eine Schule bauen. Mit dem Kauf von symbolischen Schulbausteinen im Wert von je 10 Euro kann man sich beteiligen.

Auch diese Kinder in Kyankwanzi würden so gerne zur Schule gehen. Hier im Januar bei einem Besuch der Vorstandsmitglieder Jan Irtenkauf und Joachim Braun-Stader (von links). Foto: Malaika Smile

© pr

Auch diese Kinder in Kyankwanzi würden so gerne zur Schule gehen. Hier im Januar bei einem Besuch der Vorstandsmitglieder Jan Irtenkauf und Joachim Braun-Stader (von links). Foto: Malaika Smile

Familie Irtenkauf aus Steinbach ist hoch motiviert, was das neue Vorhaben ihres Vereins Malaika Smile angeht. Der Bau einer eigenen Schule in Uganda ist das neue Herzensprojekt des 2017 gegründeten Vereins, der sich von Beginn an um das Wohl der Kinder in dem ostafrikanischen Land kümmert.

Zusammen mit den drei eigenen erwachsenen Kindern und fünf ugandischen erwachsenen Betreuern, darunter ihre eigenen Patenkinder, haben Christine und Uwe Irtenkauf bereits vieles erreicht. Im vereinseigenen Haus „Malaika Smile Home“ in Kampala konnten sie durch die Mitglieds- und Patenschaften, Spenden und Einnahmen von Verkäufen afrikanischer und deutscher Handarbeiten mittlerweile 20 Kindern ein familiäres Zuhause bieten. Für regelmäßige Mahlzeiten, die medizinische Versorgung und auch für die Schulbildung der Kinder ist hier gesorgt. Weitere 25 Kinder aus dem Nachbardorf nehmen am Unterricht teil und profitieren von Hausaufgabenbetreuung, Nachhilfe, Kreativ-Workshops und Nähkursen.

Schulgebühren bisher sehr hoch

Doch Irtenkaufs wollen mehr. „Bei unseren Besuchen in den letzten Jahren konnten wir viele Missstände in den vorhandenen Schulen beobachten. Noch dazu sind die Schulgebühren sehr hoch und oft ist die Qualität des Unterrichts sehr schlecht“, erzählt Uwe Irtenkauf. Eine Teilnahme am Schulunterricht aber sei enorm wichtig, da nur dort die Amtssprache Englisch unterrichtet werde. Ohne dieses sprachliche Wissen sei es für die Jugendlichen später kaum möglich, Arbeit zu finden. „Die Dankbarkeit der Eltern, dass zumindest ein oder zwei ihrer Kinder es mit unserer Hilfe schaffen können und später nicht nutzlos am Straßenrand rumsitzen müssen, ist überwältigend“, sagt Irtenkauf.

So in etwa könnte der geplante neue Schulkomplex aussehen. Langfristig soll hier Platz für 800 Schüler sein. Visualisierung: Malaika Smile

© pr

So in etwa könnte der geplante neue Schulkomplex aussehen. Langfristig soll hier Platz für 800 Schüler sein. Visualisierung: Malaika Smile

Der Plan, noch mehr afrikanischen Kindern eine gute Schulbildung bieten zu können, wurde mit der Zeit für die 300 Vereinsmitglieder immer realer. Irtenkaufs machten sich persönlich vor Ort auf die Suche nach Land und wurden im November 2019, 150 Kilometer von Kampala entfernt, im Distrikt Kyankwanzi fündig. Der Dorfvorsteher eines Dorfes und weitere Dorfbewohner schenkten der NGO Malaika Smile einen Teil ihres Landes, mit der Bitte, eine Schule zu bauen. „Tausende Kinder würde Paul Kawesa, der Dorfvorsteher, uns schicken können, die rechnen, schreiben und lesen lernen wollen“, erinnert sich Irtenkauf an das Zusammentreffen damals.

Mittlerweile gebe es Entwürfe für einen Schulkomplex für circa 800 Schüler. Beginnen wolle man mit dem Bau einer Primary School für 250 Kinder, um den Gesamtkomplex dann nach und nach weiterzubauen. Neben Klassenzimmern müsste über Sanitärräume, Lehrerzimmer, Aufenthaltsräume und eventuell auch Unterkunftsmöglichkeiten diskutiert werden. Küche, Mensa, Wasser- und Stromversorgung, Sicherung des Geländes und andere wichtige Punkte dürften natürlich nicht fehlen, doch noch warte der Verein auf genaue Kostenvoranschläge. „Wir rechnen mit ungefähr 120.000 bis 150.000 Euro für den Start“, schätzt Irtenkauf heute.

Unterstützung gefragt

Familie Irtenkauf und der gesamte Verein Malaika Smile hoffen nun vor Weihnachten und in der kommenden Zeit auf die Unterstützung von Firmen und Vereinigungen, die soziale Projekte wie ihre Vision des Schulbaus als Großspender unterstützen wollen. Aber auch kleinere und mittelgroße Spenden seien eine große Hilfe. Bereits 50 Patenschaften für einzelne Kinder wurden in den vergangenen Jahren abgeschlossen. „Das Geld geht 1:1 an die jeweiligen Kinder. Teilweise ist es uns sogar möglich, dadurch die Eltern der Kinder mit Mahlzeiten zu versorgen“, informiert Irtenkauf.

Irtenkaufs haben sich einen besonderen Geschenkgutschein einfallen lassen. Mit dem Kauf von symbolischen Schulbausteinen im Wert von jeweils 10 Euro könne sich jeder am Bau der Schule beteiligen und „zum Ende des Jahres noch etwas Gutes tun“.


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.