Malerischer Neuzugang im Bühler Stadtmuseum

Bühl (BT) – Ein weiteres Werk von Karl Adam-Leonhard kann im Stadtmuseum betrachtet werden. Das Stadtgeschichtliche Institut Bühl hat in einem Stuttgarter Auktionshaus eines seiner Ölgemälde gekauft.

Das Ölgemälde der Burg Windeck hatte ein Stuttgarter Auktionshaus angeboten. Foto: Stadtgeschichtliches Institut/Ina Stirm

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Das Ölgemälde der Burg Windeck hatte ein Stuttgarter Auktionshaus angeboten. Foto: Stadtgeschichtliches Institut/Ina Stirm

Das hat gepasst: Die Stadt Bühl hat jetzt ein Ölgemälde des Künstlers Karl Adam-Leonhard (1876-1926) gekauft, das die Burg Windeck zeigt. Der Maler steht im Mittelpunkt einer Ausstellung, die derzeit im Stadtmuseum in der Schwanenstraße zu sehen ist.

Ein Großteil der dort ausgestellten Aquarelle und Ölgemälde zeigt Landschaftsszenen diesseits und jenseits des Rheins sowie Ansichten von Straßburg, wo der Künstler knapp 20 Jahre lang lebte. Auch Motive aus Bühl und der unmittelbaren Gegend sind darunter, wie die Stadtverwaltung mitteilt – und dazu gesellt sich ab dem kommenden Montag, 6. September, der Neuzugang.

Gemälde von 1911 in recht gutem Zustand

Die Mitarbeiter des Stadtgeschichtlichen Instituts hätten das Ölgemälde der Burg Windeck als Sofortkauf bei einem Stuttgarter Auktionshaus erworben. „Vermutlich ist es kein Zufall, dass es zeitgleich mit der Ausstellung in Bühl zum Verkauf angeboten wurde. Jede Kunstausstellung weckt das Interesse von entsprechenden Sammlern oder Laien, selbst bei recht unbekannten Künstlern“, sagt Kuratorin Ina Stirm.

Das auf 1911 datierte Gemälde von Karl Adam-Leonhard ist wie die Mehrheit seiner Bilder recht kleinformatig. Im Vordergrund ist die Burg Alt-Windeck, im Tal liegend sind Bühl und Vimbuch zu erkennen. Während das Gemälde selbst in einem recht guten, wenn auch restaurierungsbedürftigen Zustand ist, benötigt vor allem der Rahmen, der Sprünge und Abplatzungen aufweist, einen intensiveren fachgerechten Eingriff. Diese „Auffrischungskur“ steht fortan ebenfalls auf der Restaurierungswunschliste des Stadtgeschichtlichen Instituts.

Das Gemälde wird ab kommenden Montag zunächst für zwei Wochen im Schaufenster des Museums zur Schwanenstraße hin zu sehen sein. Anschließend wird es Bestandteil der Wechselausstellung mit Gemälden von Karl Adam-Leonhard in den Räumlichkeiten des Stadtmuseums.

Künstlerische Fähigkeiten selbst beigebracht

Karl Ludwig-Adam erblickte 1876 das Licht der Welt. Er war eines von sechs Kindern des Bildhauermeisters Karl Adam, der die Steinmetztradition im mittlerweile abgerissenen „Steinmetzhaus“ in der Bühler Hauptstraße 3 begründete. Die Mutter, eine geborene Leonhard, verstarb früh. Ihretwegen nahm der junge Künstler ihren Geburts- als Künstlernamen an. Abgesehen von einer Ausbildung als Dekorationsmaler brachte sich Adam-Leonhard die weiteren künstlerischen Fähigkeiten selbst bei. Für den Besuch einer Kunstschule fehlte, vermutlich auch durch den Tod des Vaters 1887, das Geld. Vor allem in seiner Wahlheimat Straßburg verkauften sich seine Gemälde recht gut, dennoch brachte der Erlös keine Reichtümer. Nach Ende des Ersten Weltkriegs musste der Künstler zusammen mit seiner Ehefrau und den in Straßburg geborenen Söhnen die Stadt verlassen. Er siedelte nach Rastatt über, wo er sechs Jahre darauf verstarb.

Die Ausstellung ist zu folgenden Öffnungszeiten im Stadtmuseum in der Schwanenstraße 11 zu sehen: Dienstag, 9 bis 13 Uhr, Donnerstag und Sonntag, 14 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Die Besucher müssen eine medizinische Maske tragen. Der Nachweis einer Impfung, Genesung oder eines negativen Tests ist erforderlich.

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Erstellt:
3. September 2021, 11:00 Uhr
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