Malsch arbeitet am Hochwasserschutz

Malsch (ar) – Der Malscher Gemeinderat spricht sich für Sanierung der Federbachdämme aus. Damit soll der Hochwasserschutz verbessert werden. Eine Förderung wird beantragt.

Wichtig für 100-jährlichen Hochwasserschutz: Der Federbach in Malsch soll das Wasser aus dem Dorfbach ableiten. Foto: Anne-Rose Gangl

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Wichtig für 100-jährlichen Hochwasserschutz: Der Federbach in Malsch soll das Wasser aus dem Dorfbach ableiten. Foto: Anne-Rose Gangl

Viele Bürger in Malsch können sich an die Hochwasser im Ortskern in den Jahren 1978 und zuletzt 2013 erinnern. Hochwasserschutz ist daher im Ort ein Thema, das seit Jahren immer wieder auf dem Tisch liegt. Ein letzter Baustein zur Realisierung eines 100-jährlichen Hochwasserschutzes ist die Sanierung der Federbachdämme im Bereich zwischen dem Federbachbruch Richtung Muggensturm und der Brücke an der Jahnstraße in Malsch.

Insgesamt acht Gewässer fließen von den Schwarzwald-Vorbergen nach Malsch. Teilweise sieht man sie nicht, denn sie wurden in Vorjahren verdolt. Zugrunde liegt ein vom Ingenieurbüro Wald+Corbe aus Hügelsheim erarbeitetes Konzept, dem eine Flussgebietsuntersuchung zugrunde lag. Als erste Maßnahme wurde 2018 mit der Aufweitung der Verdolung des Dorfbachs auf einer Länge von 280 Metern unterhalb der Adlerstraße begonnen. Die Maßnahme konnte bereits im vergangenen Jahr abgeschlossen werden und kostete die Gemeinde ohne die Neugestaltung im Ortskern über vier Millionen Euro.

Als weiteren Baustein sieht das Konzept den Bau eines kleinen Hochwasserrückhaltebeckens (HRB) auf Höhe des Schwimmbads und ein zweites HRB mit einem Rückhaltevolumen von 82.200 Kubikmeter im Waldprechtstal vor. Die Kosten hierfür werden auf rund zehn Millionen Euro geschätzt. Das Land Baden-Württemberg beteiligt sich an der Gesamtmaßnahme mit einer Förderung von 70 Prozent.

Sanierungskosten sollen bei rund 1,1 Millionen Euro liegen

Als letzter Schritt müssen nun noch die Federbachdämme saniert werden, die immer wieder Grund zur Sorge geben, wie Stadtbaumeister Jörg Janetzky erklärte. Der Federbach entsteht durch die Zuflüsse aus dem Tannelgraben und dem Walpertsbach, die sich in Malsch im Dorfbach vereinen. Über den Federbach, der in den 1950er-Jahren in Malsch teilweise verdolt wurde, um Platz für Straßen zu schaffen, soll das Wasser aus dem Dorfbach abgeleitet werden. Um die Voraussetzungen für die maximalen Ausleitungswassermengen bei einem 100-jährlichen Hochwasser zu erreichen und die Leistungsfähigkeit des Federbachs zu gewährleisten, sei eine Sanierung der Dämme sowie ein umfangreicherer Gewässerausbau erforderlich, so die Aussage des beauftragten Ingenieurbüros.

Die Kosten für die Maßnahme werden auf rund 1,1 Millionen Euro geschätzt. Die Sanierung soll bis zur Gemarkungsgrenze Muggensturm erfolgen.

Auf Muggensturmer Gemarkung wurde der Federbach im Rahmen eines vom Land geförderten Projektes bereits vor einigen Jahren naturnah umgestaltet.

Um die Förderung des Landes für den letzten Baustein in der Malscher Hochwasserschutzmaßnahme zu erhalten, muss eine Wirtschaftlichkeitsberechnung in Form einer Kosten-Nutzen-Rechnung nachgewiesen werden, wie Jörg Janetzky in der jüngsten Ratssitzung erläuterte. Der Malscher Gemeinderat sprach sich für die notwendige Sanierung der Federbachdämme aus und beauftragte die Verwaltung, einen Förderantrag zu stellen. Ziel der Gemeinde Malsch ist es auch, die Wiedervernetzung des Federbachbruchs nicht aus den Augen zu verlieren.

Ihr Autor

unserer Mitarbeiterin Anne-Rose Gangl

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Erstellt:
8. März 2022, 11:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 21sec

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