Malsch setzt Untersuchungskommission ein

Malsch (ar) – Die Vorwürfe gegen Ehrenbürger Anton Böhe halten die Gemeinde Malsch in Atem. Eine Kommission soll nun die Gewaltausbrüche des Pfarrers untersuchen.

Die Vorwürfe gegen den Malscher Ehrenbürger Pfarrer Anton Böhe (Foto) werden nun von einer Kommission um Dr. Clemens Rehm untersucht. Foto: Archiv

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Die Vorwürfe gegen den Malscher Ehrenbürger Pfarrer Anton Böhe (Foto) werden nun von einer Kommission um Dr. Clemens Rehm untersucht. Foto: Archiv

Die Vorwürfe gegen den Pfarrer und Malscher Ehrenbürger Anton Böhe wegen Gewaltausbrüchen gegenüber Kindern ziehen nach der BT-Veröffentlichung Kreise. Bürgermeister Elmar Himmel verlas jetzt im Gemeinderat eine von den Fraktionsvorsitzenden und ihm gemeinsam verfasste Erklärung zu dem Fall. Eine Kommission soll die Vorwürfe untersuchen.

„Der Gemeinderat und die Gemeindeverwaltung stellen sich uneingeschränkt der Verantwortung bei der Aufklärung und Aufarbeitung der Vorwürfe gegen den Ehrenbürger Pfarrer Anton Böhe“, heißt es in der Erklärung. Böhe wirkte von 1952 bis 1985 als katholischer Pfarrer in Malsch und wurde 1982 zum Ehrenbürger ernannt. Der Fall wirbelte viel Staub auf, nachdem ein ehemaliges Opfer die Aberkennung der Ehrenbürgerschaft gefordert hatte.

Nach Eingang der schriftlichen Vorwürfe im Oktober vergangenen Jahres habe man nach Rücksprache mit den Fraktionsvorsitzenden Anfang November im Gemeindearchiv Malsch ebenso recherchiert wie nach einem Gespräch mit Pfarrer Rainer Warneck im Archiv des Erzbistums Freiburg. Zwischenzeitlich habe man auch das Kreisarchiv des Landkreises Karlsruhe, das staatliche Schulamt und das Landesarchiv Baden-Württemberg um Mithilfe bei der Suche nach einschlägigen Akten gebeten. Zudem habe man Joachim Schöffler, Leiter der Rechtsaufsicht des Landratsamts Karlsruhe, über die Sachlage informiert und um rechtliche Beratung gebeten, so Himmel.

„Die bisher vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass es für die Aufklärung zum einen einer intensiveren, ausgeweiteten Aktenrecherche bedarf und zum anderen es ermöglicht werden muss, dass die Menschen ihre Erlebnisse und Erfahrungen in diesen Prozess der Aufarbeitung einbringen können“, zitierte Himmel aus der Erklärung. Der Ältestenrat sei daher zur Entscheidung gekommen, eine Kommission zur Aufklärung der Sachverhalte einzusetzen. Deren Ergebnisse sollen als Grundlage für weitere Entscheidungen des Gemeinderats herangezogen werden. Mit der Leitung soll der Malscher Bürger Dr. Clemens Rehm beauftragt werden. Der Historiker ist Leiter der Grundsatzabteilung des Landesarchivs Baden-Württemberg.

Die Verfasser der Erklärung möchten eine vertrauenswürdige Form der Aufarbeitung anbieten. „Es wird eine breite zivilgesellschaftliche Zusammenarbeit angestrebt, bei der Raum für Gespräche geboten werden soll“, sagte Himmel.

Unterdessen melden sich die Heimatfreunde Malsch zu Wort, weil der Verein vermehrt zu der Diskussion angesprochen werde. Der Vorstand sei aber der Auffassung, dass die Aufarbeitung des Falls allein durch die politischen und kirchlichen Institutionen erfolgen solle.


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