Malscher Bürgermeister bilanziert seine ersten 100 Tage im Amt

Malsch (sl) – Markus Bechler geht die Umsetzung seines Wahlprogramms an, schaut aber immer noch durch dieselbe Brille.

 „Sehr positiv überrascht war ich über die herzliche Aufnahme durch die Kolleginnen und Kollegen der Gemeinde Malsch, was sich nicht nur durch den bunt geschmückten Arbeitsplatz am 1. August gezeigt hat.“: Markus Bechler an seinem ersten Arbeitstag im Rathaus.  Foto: Anne-Rose Gangl

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„Sehr positiv überrascht war ich über die herzliche Aufnahme durch die Kolleginnen und Kollegen der Gemeinde Malsch, was sich nicht nur durch den bunt geschmückten Arbeitsplatz am 1. August gezeigt hat.“: Markus Bechler an seinem ersten Arbeitstag im Rathaus. Foto: Anne-Rose Gangl

Seit 100 Tagen ist Markus Bechler (Freie Wähler) als Bürgermeister von Malsch im Amt. Nach seinem Sieg im zweiten Wahlgang löste er seinen Amtsvorgänger Elmar Himmel (SPD) ab. Wie ist der neue Bürgermeister in seinem Amt angekommen, welche ersten Pflöcke hat er eingeschlagen und welche Wahlversprechen ist er schon angegangen? BT-Redakteur Sebastian Linkenheil hat dem Rathauschef einige Fragen gestellt.

BT: Herr Bechler, Sie sind nun 100 Tage als Bürgermeister von Malsch im Amt. Wie fühlen Sie sich?
Bechler: Herrlich, die Themenvielfalt ist gegeben und mir gefällt es richtig gut.

BT: Ist der Alltag als Bürgermeister so, wie Sie es erwartet haben, oder gab es auch Überraschungen?
Bechler: Ja, mein Alltag entspricht dem, wie ich es mir vorgestellt habe, und ist sehr abwechslungsreich. Sicherlich gab es auch Überraschungen, aber durch meine lange Zeit als Gemeinderat bin ich den Themen drin und konnte quasi ohne große „Einarbeitungszeit“ loslegen. Das ist ein großer Vorteil für mich und die Kolleginnen und Kollegen. Sehr positiv überrascht war ich über die herzliche Aufnahme durch die Kolleginnen und Kollegen der Gemeinde Malsch, was sich nicht nur durch den bunt geschmückten Arbeitsplatz am 1. August gezeigt hat.

Gemeinde auf Facebook und Instagram aktiv

BT: Das Wort von der „Festung Rathaus“ unter Ihrem Amtsvorgänger machte im Wahlkampf die Runde. Sie haben das Versprechen von permanentem Dialog dagegengesetzt. Wie bringen Sie ihn in Gang?
Bechler: Seit 1. September, also nach einem Monat im Amt, wurden die sozialen Medien Accounts der Gemeinde Malsch auf Facebook und Instagram online geschaltet und seit dieser Zeit kontinuierlich mit Leben gefüllt. Es gibt seit Beginn eine wöchentliche Informationsmail an die Mitglieder der Ortschafts- und Gemeinderäte. Die Rückmeldungen aus allen Fraktionen sind mehr als positiv. Auch hat mir meine Zeit im Amt meinen bisherigen Eindruck verstärkt, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeinde Malsch zuvorkommend, hilfsbereit und bürgerorientiert sind. Die „Festung Rathaus“ kann ich definitiv so nicht nachvollziehen.

BT: In Ihrem Wahlkampf war Digitalisierung ein wichtiger Punkt. Haben Sie hier schon erste Pflöcke eingeschlagen?
Bechler: Ja klar. Das Ratsinformationssystem für die Ortschaftsräte ist bei der Finalisierung. Das OZG (Onlinezugangsgesetz) wird nun angegangen. Die Vorbereitungen für die Online-Terminvergabe im Einwohnermeldeamt laufen. Das Ticketsystem ist in Diskussion und die Serverlandschaft im Rathaus ist im Wandel. Auch sind die ersten Schritte für ein Online-Bewerberportal gegangen.

BT: Im Karlsruher Kreistag sind Sie Befürworter eines größeren Verbunds zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum auch in Malsch. Alternativ brachten Sie die Gründung einer eigenen „Wohnbau Malsch“ ins Spiel. In welche Richtung könnte es gehen?
Bechler: Das Thema Wohnen in Malsch und damit das Thema sozialer Wohnbau ist angegangen und die bisherigen Schritte mit den Weiterentwicklungen wurden dem Gemeinderat bereits in einer Sondersitzung vorgestellt. Inwieweit eine eigene „Wohnbau Malsch“ daraus erwächst, wird sicherlich in einer geplanten Strategiesitzung des Gemeinderats im ersten Halbjahr des nächsten Jahres diskutiert werden.

BT: Die Entwicklung des Malscher Ortskerns bewegt Sie. Malsch soll nicht zur Trabantenstadt werden. Welche Ansätze verfolgen Sie hier?
Bechler: Wie bereits Anfang des Jahres beantragt, ist der Innenstadtberater nun in der Findungsphase. Dieser wird zusammen mit der IHK Karlsruhe und den Gewerbetreibenden der Gemeinde Malsch Lösungen erarbeiten.

Mehr Personal für Sicherheit und Ordnung

BT: Für ein sauberes und sicheres Malsch wollen Sie den kommunalen Ordnungsdienst stärken. Haben Sie schon damit begonnen?
Bechler: Auch dies kann ich bestätigen. In der Sitzung des Verkehrsausschusses wurden hierzu erste Lösungsansätze durch mehr Personal vorgestellt und vom Gremium, das die Themen für die Fraktionen vorberät, befürwortet. Auch dies gilt es nun als Stellenmehrung im Gemeinderat zu entscheiden.

BT: Sie sind von Haus aus Malscher und engagieren sich schon viele Jahre im Gemeinderat. Daher ist es unwahrscheinlich, dass Ihnen in den ersten 100 Tagen Probleme aufgefallen sind, von denen Sie vorher nichts ahnten. Oder schaut man als Bürgermeister doch noch einmal durch eine andere Brille?
Bechler: Es sind sehr wenige Themen aufgekommen, die ich vorab nicht geahnt habe. Als Bürgermeister schaue ich, wie als langjähriger aktiver Gemeinderat, noch immer durch dieselbe Brille. Die Sehstärke der Brille ist sicherlich etwas intensiver und damit das Erkennen der Details. Früher musste ich die Themen mehrfach ansprechen und nun kann ich sie aktiv angehen und steuern.

Ihr Autor

BT-Redakteur Sebastian Linkenheil

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Erstellt:
8. November 2021, 11:01 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 12sec

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