Marc Crown: Von Vision zu Vision

Baden-Baden (km) – Designer, TV-Sternchen, Boutiquenbesitzer und Musiker: Marc Crown versucht sich in vielen kreativen Genres. Mit der Single „Gasoline“ ist er derzeit in den Dance-Charts vertreten.

Marc Crown beim Videodreh zu einer seiner Singles, exzentrisch in Zwangsjacke und Adiletten. Foto: Crown/pr

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Marc Crown beim Videodreh zu einer seiner Singles, exzentrisch in Zwangsjacke und Adiletten. Foto: Crown/pr

Mit Mut bezahlt man Abenteuer. Das muss kein Dschungeltrip, kein Gipfelsturm, keine Ozeanüberquerung mit dem Paddelboot sein. Ein ganz persönlicher, erfüllter Traum reicht völlig – oder eben viele davon – wie Marc Crown sagen würde. In Freudenstadt als Marcus Christek geboren, in Gengenbach aufgewachsen, verschlug es den als Modedesigner, TV-Sternchen, DJ, Ballermann-Boutiquenbesitzer und neuerdings auch Musiker bekannten 47-Jährigen viele Jahre nach Kehl, Hannover, Mallorca und wieder zurück in den Schwarzwald. Mit seiner aktuellen Single „Gasoline“ ist Crown derzeit auf Erfolgskurs – der Sprung in die Dance-Charts war schnell geschafft.

So wechselhaft wie seine Wohnorte sind auch seine Geschäftsideen: „Schon mit 16 Jahren war mir klar, dass ich selbst etwas auf die Beine stellen werde – nur was, war noch völlig offen.“, erinnert sich Crown. Mit Mode hatte der Designer als Jugendlicher noch nicht wirklich viel am Hut, doch eine Shoppingtour im verrücktesten Laden Londons, dem „Cyberdog“ im Stables Market, dem Punk-Markt im Nord-Londoner Szene-Stadtteil Camden sollte sich das ändern. „Die Rolltreppe führt in ein mit Schwarzlicht ausgeleuchtetes Raver-Paradies, voll mit neonfarbenen Klamotten, die man im Schwarzwald noch nie gesehen hat“, erzählt der 47-Jährige. Mit seinen dort gekauften Klamotten war er im Ländle ein Freak – „meine Freunde waren total begeistert, alle wollten es haben.“ Der Beginn einer besonderen Karriere: Es folgten zahlreiche Inspirations- und Einkaufstrips zum Big Ben, Kleingewerbe, Hinterhofschuppen, Wurfsendungen, 2001 schließlich der Sprung nach Hannover mit eigenem kleinen Ladengeschäft beim Bahnhof und zwei Angestellten. „Es lief unfassbar gut, Elektrofans haben uns die Mode aus England aus den Händen gerissen, täglich kam neue Ware“, beschreibt Crown, der sich selbst in der Rave-Szene bewegte. „Fünf Jahre später zogen wir in einen fast dreimal so großen Laden in die Haupteinkaufsstraße.

„Manche hätten einfach aufgegeben“

Mit der Umstellung auf den Euro habe das Geschäft plötzlich gelitten, britische Händler lieferten nicht mehr, die Regale in Crowns Boutique blieben irgendwann leer. „Alles ging den Bach runter“, sagt Crown, „klar, hätten manche einfach aufgegeben“. Aber das sei gegen seine Natur. „Ich habe direkt die Chance ergriffen, wieder in die Ortenau zurückzukehren“, stellt Crown klar. Denn so unstet sein Leben auch sein möge, „heimatverbunden war ich schon immer.“ Der Umzug war zugleich der Startschuss der Ladenkette „MCWear“, mit den Labels „Marc Us“ und „Syndrom“, die er bis 2015 in Kehl führte, sowie der Firma „Deecom“. „Ich beschloss, einfach selbst diese Art von Mode zu entwerfen, die Nachfrage war ungebrochen.“ Zu seinen Kunden zählten hauptsächlich Musik-Acts, Tänzerinnen und Tänzer der Klubszene, Raver aus ganz Deutschland.

Stets von Kameras begleitet

Doch auch Promis wie Liliana Matthäus und Sina Sahin schlüpften einst in ein Leibchen des Freudenstädters: In Zusammenarbeit mit „BILD“ entwarf Crown 2014 das WM-Spielerfrauentrikot, was ihm eine gewisse mediale Aufmerksamkeit bescherte. RTL und VOX klopften für Formate wie „Punkt 12“ und „Goodbye Deutschland“ an, plötzlich fand sich Crown mit einem eher mäßig erfolgreichen eigenen Ladengeschäft am Balneario 13 auf Mallorca wieder, stets begleitet von Fernsehkameras. „Die Leute fanden es interessant, in den Laden zu kommen, aber haben nichts gekauft“, erzählt Crown vom Misserfolg auf der Baleareninsel. Doch als Scheitern würde er solche Rückschläge nicht betrachten: „Ich bin getrieben von mir selbst und habe keine Angst, auch nicht, wenn Dinge mal schieflaufen.“ Aufstehen und weitermachen – das werde er immer – aktuell eben als Elektro-Musiker.

Verwurzelt ist der 47-Jährige inzwischen in Baden-Baden, wo er eine Immobilie erworben, renoviert und in Feriendomizile verwandelt hat. „Ich habe zwar einiges zu tun, aber auch zwischendrin Leerlauf – und da ich meine Füße nicht stillhalten kann, kam ich auf die Idee, ein Lied zu produzieren.“ Wieder so eine Vision, die der Kreative sofort mit Sängersuche, Aufnahmen und Videodreh umsetzt – und „es wird nicht die Letzte sein“, prophezeit er. Und so steht nach Ausflügen in die Mode, Musik und TV-Welt schon die Planung für ein eigenes Marc-Crown-Café in seinem Domizil in der Kurstadt. Mit Mut bezahlt man Abenteuer – und davon hat Marc Crown mehr als genug.


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