Marc Marshall und Gäste begeistern in Ötigheim

Ötigheim (BT) – Marc Marshall hat zusammen mit musikalischen Weggefährten die Besucher eines Gastspiels auf der Freilichtbühne Ötigheim begeistert.

Marc Marshall überzeugt sowohl solo als auch im Duett, hier mit Alexandra Kamp. Foto: Hans-Joachim Of

© Hans-Joachim Of

Marc Marshall überzeugt sowohl solo als auch im Duett, hier mit Alexandra Kamp. Foto: Hans-Joachim Of

„Krisenzeit ist auch Lebenszeit“, hat Marc Marshall sehr früh erkannt. Mit über 150 täglichen Livestreams auf den sozialen Netzwerken sowie zahlreichen Benefizkonzerten vor Pflegeheimen seiner Heimatregion hat der Improvisationskünstler, der erst vor wenigen Tagen seinen 58. Geburtstag feierte, in jüngster Zeit Millionen von Menschen erreicht und ihnen in einer Phase der Ungewissheit eine musikalische Insel geschenkt.

Am vergangenen Freitag ging nun bei einem Heimspiel „ein Traum in Erfüllung“, so Marshall. Zusammen mit zahlreichen musikalischen Weggefährten und Freunden wurde auf Deutschlands größter Freilichtbühne in Ötigheim das aus der Not als künstlerische Befreiung geborene Programm „Marshalls Welt der Musik & Friends“ vor einem begeisterten Publikum dargeboten. Die über drei Stunden andauernde, emotionale und melodieselige Klangreise war ein Fest für alle Sinne.

Marc Marshall, der zu Beginn zusammen mit seinem kongenialen Partner am Flügel René Krömer im Kleinwagen in die ausverkaufte Spielstätte einfuhr, strahlend in Richtung Publikum: „Das sieht ja nach richtigen Menschen aus!“. Tatsächlich hatten rund 850 Besucher, was einem Viertel der Gesamtkapazität entspricht, den Abstandsregeln folgend Platz gefunden.

„Glaub an mich“ zum Auftakt

Mit dem eigenen Lied „Glaub an mich“, Simon & Garfunkels Hit „Bridge Over Troubled Water“ und „Because You’re Mine“ von Mario Lanza startete der viel Witz, Humor und Herzblut versprühende Entertainer, der in der Folge die unterschiedlichsten, musikalischen Sparten bedient und die Gästeschar durch Bühnenpräsenz und Ausstrahlung von der ersten Minute an gefangen nimmt. „Die kleine Kneipe“ von Udo Jürgens bringt er in Erzählform, und das durch Peter Alexander bekannt gewordene „Das muss ein Stück vom Himmel sein“ erklingt natürlich im Walzertakt. Die unplugged vorgetragenen Stücke „To Make Me Feel My Love“, im Original von Bob Dylan, und John Denver’s „Annies Song“ werden durch Markus Gahlens leichtfüßig daherkommende Gitarrenklänge veredelt und erweisen sich am Ende als die vielleicht allerschönsten Songs des lauschigen Abends.

Alles dreht sich um die Musik und deren Botschaft. Überhaupt: Die Begleitmusiker sind allesamt erste Sahne, vor allem der stets lachende René Krömer an Klavier und Melodica. Ein Meister seines Fachs. Ebenso Yasushi Ideue an der Violine oder der aus Hamburg angereiste, leidenschaftliche Mundharmonikaspieler Konstantin Reinfeld. Beide verleihen einigen Songs die besondere Note. „Soul Of Love“ ist sicher eines der wundervollsten Lieder von Marc Marshall und die dargebotenen Medleys mit „Put Your Head On My Shoulder“, „Wenn du allein zuhause bist“, „Hello“, „A Song For You“ oder „If You Don’t Know Me“ entfalten vor der Kulisse der in der einsetzenden Dämmerung angestrahlten Burg ihre ganz eigene Schönheit.

Standig Ovations im weiten Rund

Nach der Pause und den gefühlvollen Liedern „Als ich ein Kind war“ und „Du hast n’Freund in mir“ geht es Schlag auf Schlag, namhafte Freunde und Stars der Musikwelt läuten auf der Bühne endgültig den Neustart ein. Opernsängerin Okka von der Damerau begeistert mit Verdis „Stride La Vamba“ und Alexandra Kamp, die Schauspielerin aus Baden-Baden, zeigt im Duett mit Marc Marshall bei „Un Homme Et Une Femme“ ihre andere Seite, und beim Eagles-Hit „Desperado“ wird Pascal Marshall gefeiert. Der vielseitige Künstler ist ebenso ein großartiger Sänger wie sein „großer Bruder“ Marc und punktet mit Ausstrahlung und unverwechselbarem Timbre. Schauspieler und Moderator Ralf Bauer bekommt bei „In The Ghetto“ oder „A Song Of Peace“ feuchte Augen. Der emotionalste Moment des Abends ist gekommen, als Marcs Schwester Stella Hilger mit Publikumsunterstützung Pete Seegers immer wieder aktuelles Protestlied „We Shall Overcome“ singt. Gänsehaut und Standing Ovations im weiten Rund.

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Erstellt:
9. August 2021, 11:19 Uhr
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