Kontrollen in der Region: Maskenmuffel im Visier

Baden-Baden (red) – Wer ohne Maske im ÖPNV unterwegs ist, muss mit hohen Bußgeldern rechnen. Die Verkehrsunternehmen des KVV starteten am Dienstag in Baden-Baden mit Schwerpunktkontrollen.

Die Verkehrsunternehmen in Baden-Baden und Karlsruhe starten gemeinsame Schwerpunktaktionen zur Maskenkontrolle in Bussen und Bahnen.  Foto: KVV

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Die Verkehrsunternehmen in Baden-Baden und Karlsruhe starten gemeinsame Schwerpunktaktionen zur Maskenkontrolle in Bussen und Bahnen. Foto: KVV

Die Verkehrsunternehmen im Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) gehen jetzt verstärkt gegen Maskenmuffel vor. Zusammen mit den kommunalen Ordnungsämtern werden in den kommenden Wochen regelmäßig Schwerpunktkontrollen durchgeführt und Fahrgäste ohne den vorgeschriebenen Mund-Nasen-Schutz konsequent mit Bußgeldern bis zu 100 Euro belegt. Bei vorsätzlichem Handeln kann es noch teurer werden. Der Startschuss zu den Aktionen fiel am Dienstag in Baden-Baden. „Wir haben eine Verantwortung gegenüber unseren Fahrgästen. Das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes ist für einen sicheren ÖPNV unverzichtbar, um der Verbreitung des Coronavirus entgegenzuwirken und das Vertrauen der Fahrgäste zurückzugewinnen. Leider beobachten wir, dass sich eine gewisse Nachlässigkeit einschleicht“, wird Dr. Alexander Pischon, Geschäftsführer des Karlsruher Verkehrsverbunds (KVV), in einer Pressemitteilung zitiert.

Fahrscheinprüfer und Ordnungsämter arbeiten zusammen

„Da unsere Fahrscheinprüfer bislang keine rechtliche Handhabe haben, Bußgelder zu verhängen, sind wir in Baden-Baden und Karlsruhe jetzt aktiv auf die städtischen Kollegen der Ordnungsämter zugegangen und haben hier eine super Unterstützung erfahren“, betont Pischon. Ihm sei es wichtig, im Sinne der Kunden Präsenz zu zeigen. „Ich will, dass sich herumspricht: Wir akzeptieren keine Maskenmuffel“, sagt der KVV-Chef deutlich. Bei der ersten gemeinsamen Kontrolle von Ordnungsamt und Verkehrsbetrieben in den Baden-Badener Bussen zeigte sich laut Mitteilung am Dienstag: Der Großteil der Fahrgäste übernimmt glücklicherweise Verantwortung für die eigene Gesundheit und die der Mitreisenden. Aber einige wenige nahmen die Ende April von der Landesregierung verhängte Maskenpflicht nicht ernst. Diese Fahrgäste wurden überrascht, als an der Haltestelle Waldseeplatz plötzlich zwei uniformierte Mitarbeiter des städtischen Ordnungsdienstes in die Linie 201 zustiegen und sie direkt ansprachen. So zum Beispiel zwei ältere Damen, die ohne Mund-Nasen-Schutz unterwegs waren, obwohl im voll besetzten Bus die Fahrgäste rundherum eine Maske trugen.

Sicherheit der Fahrgäste steht im Vordergrund

Das Ordnungsamt nahm die Personalien der Damen auf und wird Anzeige erstatten, heißt es in der Mitteilung. „Sie werden jetzt freundlich aber bestimmt aufgefordert, umgehend eine Maske aufzuziehen. Kommen sie diesem Aufruf nicht nach, werden wir sie in letzter Konsequenz bitten, das Fahrzeug zu verlassen“, erklärt Mary Joyce, die beim KVV für rund 200 Fahrscheinprüfer zuständig ist. Eingeladen von den Kollegen aus Baden-Baden begleitete sie die erste Schwerpunktaktion. „Es ist toll, wenn wir hier in dieser neuen Situation zusammen Ideen entwickeln, denn wir haben alle ein gemeinsames Ziel: Wir möchten unseren Fahrgästen bestmögliche Sicherheit bieten“, betont Patric Lainé, Fahrdienstleiter der Baden-Badener Verkehrsbetriebe. Termine für weitere Maskenkontrollen zusammen mit dem Ordnungsamt seien bereits fixiert. Die Karlsruher Kollegen unterstützen bei Bedarf mit Prüfpersonal. Weiter hinten im Bus rückte derweil eine Frau mittleren Alters schnell die beim Telefonieren lässig unters Kinn heruntergeschobene Maske an die richtige Stelle, als die Uniformierten einstiegen. Doch zu spät. Zwei Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe, die bereits die gesamte Fahrt ab Bahnhof im Fahrzeug waren, haben das genau beobachtet und die Kollegen des Ordnungsamts auf die Dame aufmerksam gemacht.

Neun Anzeigen, zehn Verwarnungen

Auch sie wird Post von der Bußgeldstelle bekommen. Insgesamt wurden bei der vierstündigen Kontrolle von neun Fahrgästen die Personalien für Anzeigen aufgenommen und zehn mündliche Verwarnungen ausgesprochen. Sowohl in Baden-Baden als auch in Karlsruhe trafen die Kontrollteams auf Fahrgäste, die aufgrund von Krankheit keinen Mund-Nasen-Schutz tragen müssen. Diese Fahrgäste müssen aber ein Attest mit sich führen, das sie von der Maskenpflicht befreit. „Wichtig ist uns, dass unsere Kunden dafür sensibilisiert sind und niemanden vorverurteilen“, betont KVV-Chef Pischon. „Wir freuen uns, dass eine gewisse soziale Kontrolle untereinander herrscht und Fahrgäste angesprochen werden, die ohne Maske unterwegs sind. Aber man sollte im Auge behalten, dass es sich auch um eine Person mit Attest handeln kann.“

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Erstellt:
19. August 2020, 16:15 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 53sec

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