Mathematisches Treppenhaus in Tullaschule

Bühl (jure) – In der Tullaschule kann man das kleine Einmaleins treppauf nebenbei lernen. Dadurch soll den Kindern das Rechnen erleichtert werden.

Lehrer Martin Ebert mit seinen Schülern auf der Treppe, links Schulleiterin Stefanie Schwinger und Ingo Bergmann sowie Hubert Jehnes. Foto: Judith Feuerer

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Lehrer Martin Ebert mit seinen Schülern auf der Treppe, links Schulleiterin Stefanie Schwinger und Ingo Bergmann sowie Hubert Jehnes. Foto: Judith Feuerer

Das kleine Einmaleins, so heißt es oft, sollte jeder im Schlaf beherrschen. „Es bildet die Grundlage für weitere Rechenoperationen“, erklärt Schulleiterin Stefanie Schwinger und freut sich umso mehr, dass die Tullaschule nun über zwei Einmaleins-Treppen verfügt.

Die Geschichte, die sich hinter den bunten Aufklebern auf den einzelnen Stufen verbirgt, hat mit dem Näh-Hobby von Martin Eberts Ehefrau zu tun. Diese näht ihrem Mann immer wieder gerne individuelle Kleidung und entschied, dass ein bunter Stoff mit dem kleinen Einmaleins einem Mathelehrer doch ganz gut stehen könnte. Das farbige Zahlen-T-Shirt wiederum verleitete Martin Ebert zum Surfen im Internet, wo er die Idee der Zahlentreppe entdeckte. Noch einmal kommt Carmen Ebert in Spiel, die sogleich ihren Chef Ingo Bergmann befragte, um mit dessen Werbeagentur die Idee umzusetzen. Dieser fertigte aus robuster Hochleistungsfolie die bunten Zahlenaufkleber, die an einem Freitagmittag in mehrstündiger Fleißarbeit von einigen Lehrkräften auf den beiden Schulhaustreppen aufgebracht wurden.

Stufe für Stufe zum Einmaleins

Die Schüler der Vimbucher Grundschule lernen so nun ganz nebenbei, dass acht mal sieben 56 ergibt oder drei mal neun eben 27. Wann immer die Kinder eine der beiden Treppen in ihrem Schulhaus nutzen, springen ihnen die zehn Zahlenfolgen regelrecht ins Auge. Aber auch zum ganz bewussten Lernen, quasi Stufe für Stufe, eignet sich die Einmaleins-Treppe.

Vermittelt wird das kleine Einmaleins Ende des zweiten Grundschuljahres. Bereits jetzt kann Lehrer Martin Ebert ein positives Fazit für seine dritte Klasse ziehen, bei denen es sich nun deutlich schneller verfestigt hat, da sie quasi nebenbei durch die permanente Konfrontation mit den Zahlen die Multiplikationen gelernt haben. „Wir werden die nächsten Jahre sicherlich nur noch Top-Schüler im Einmaleins haben“, ist er sich sicher. Zehn Jahre deshalb, weil die robuste Folie sicherlich mindestens so lange hält.

Förderung in Deutsch und Mathe

Das Material hat Ingo Bergmann ausgesucht, der der Schule auch sämtliche Arbeitskosten geschenkt hat und nur das Material in Rechnung stellte. Dieses wiederum sponserte der Verein Stare Care. Schon seit einigen Jahren unterstützt Stare Care die Vimbucher Grundschule, berichtet Schulprojektleiter Hubert Jehnes. Dabei ist die Tullaschule die einzige Grundschule, die von dem gemeinnützigen Verein Geld erhält, um Nachhilfekurse anzubieten. Rund 30 Kinder erfahren so eine Förderung in Deutsch und Mathe sowie Deutsch als Zweitsprache. „Uns ist es wichtig, Kindern zu helfen, einen guten Abschluss zu schaffen“, erklärt Jehnes. Die Vorteile für die Schüler bei diesem Nachhilfeprogramm liegen auf der Hand. Sie erhalten an der eigenen Schule kostenlose Nachhilfe durch Lehrer. Gerade auch für die Kinder, die Deutsch als Zweitsprache lernen, ist die Förderung innerhalb der Unterrichtszeit ein Gewinn. In den letzten Jahren sind einige Tausend Euro in die Tullaschule geflossen. Nachdem 2020 durch Corona das Nachhilfeprojekt so nicht möglich war, wurde nun in andere Projekte an der Schule investiert. „Die Einmaleins-Treppe ist eine ganz besondere Idee, die wir gerne unterstützt haben“, betont Jehnes.

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Erstellt:
23. Oktober 2021, 18:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 31sec

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