Mehr Aufenthaltsqualität am Salmenplatz

Gernsbach (ueb) – Die Stadt arbeitet an einem Konzept für mehr Aufenthaltsqualität am Salmenplatz. Damit kommt sie einem Wunsch aus der Bevölkerung nach.

Zu wenig Grün im Herzen der Stadt: Das sehen viele so beim Blick auf den Salmenplatz. Foto: Dagmar Uebel

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Zu wenig Grün im Herzen der Stadt: Das sehen viele so beim Blick auf den Salmenplatz. Foto: Dagmar Uebel

Auf dem Salmenplatz, Gernsbachs neue Mitte, sind bis in den letzten Winkel akkurat angelegte Steinplatten zu sehen, deren saubere Verfugung sogar lebenshungriges Unkraut vom zarten Wuchern abhält. Darauf ein langer wassergefüllter Steintrog, dessen sprudelnde Fontänen das einzige architektonisch Lebendige zu sein scheint. In sicherem Abstand dazu befinden sich steinerne Blöcke und Quader, deren Höhe gewiss irgendwelchen DIN-Vorgaben für Sitzhöhen entsprechen.

Der erste Blick lässt denken: Netter Einfall, das Stadtbild mit einem Platz für Begegnungen zu beleben. Im Ort sind Bummelnde und Touristen sicher froh, kurz verweilen zu können, Kindern beim Rumtoben oder Radeln zuzuschauen, sich zu unterhalten oder auf Wanderkarten zu orientieren. Beim zweiten Blick fragt man sich, warum die meisten Sitzgelegenheiten unbesetzt sind, nur vereinzelte Besucher des angrenzenden Wochenmarkts die Gelegenheit zum gemütlichen Plausch nutzen wollen, um etwas abseits ihre Beine lang zu machen und Einkäufe zu sortieren. Doch die Stadt sieht das anders, wenn sie meint: „Wir möchten auch jetzt schon dazu ermuntern, das lebendige Treiben am Salmenplatz an einem Sommertag zu beachten. Sie werden bereits jetzt viele Besucherinnen und Besucher antreffen, die gerne beispielsweise mit einem Eis in der Hand dort verweilen. Gerade Familien mit Kindern, die sich am Brunnen vergnügen, und auch Gäste unserer Stadt (Fahrradfahrer, Wanderer, Motorradfahrer) sind dort bei schönem Wetter anzutreffen.“

„Wir haben den Wunsch der Bürger erkannt“

Zugleich wissen die Stadtverantwortlichen um die Unattraktivität des Platzes, wenn auf Nachfrage zu erfahren ist: „Wir stimmen darin überein, dass die dortige Aufenthaltsqualität verbesserungswürdig ist.“ Diesen Wunsch hatten auch viele Bürger bei der Postkartenaktion geäußert, die die Stadt im Rahmen des Altstadtentwicklungsprozesses durchgeführt hatte. Und dieses Thema war auch eins der angesprochenen Punkte bei der Bürgerwerkstatt zu Beginn des Jahres.

Bürgermeister Julian Christ nimmt diesen Bedarf sehr ernst, versichert die Pressestelle der Gernsbacher Stadtverwaltung: „Wir haben den Wunsch der Bürger nach einer verbesserten Aufenthaltsqualität im Herzen unserer schönen Stadt erkannt. Unter der Federführung des Stadtbauamts arbeiten wir aktuell an einem entsprechenden Konzept und haben entsprechende Mittel hierfür in den Haushalt eingestellt“, betont das Stadtoberhaupt. So bleibt der Trost, dass Großes geplant zu sein scheint. Und so etwas braucht nun mal Zeit. Doch bis dahin würden sich die Gernsbacher und Touristen über eine Interimslösung – etwa durch ein paar Pflanzkübel – sicher freuen. Gut platziert würden sie weder das Markttreiben am Freitag noch den nahe vorbeifließenden Autoverkehr behindern.


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