Mehr Sonnenenergie auf Rastatts Dächern

Rastatt (dm) – Mehr Strom durch Photovoltaik: Dieses Ziel gibt die Stadt aus. Dafür werden weitere Dächer geprüft.

Es wird Zeit: Wie hier am Ludwig-Wilhelm-Gymnasium will die Stadt künftig in größerem Stil Dachflächen mit Photovoltaik ausstatten.Foto: Frank Vetter

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Es wird Zeit: Wie hier am Ludwig-Wilhelm-Gymnasium will die Stadt künftig in größerem Stil Dachflächen mit Photovoltaik ausstatten.Foto: Frank Vetter

Dächer städtischer Gebäude sollen künftig in deutlicherem Umfang als bisher der Erzeugung regenerativer Energie dienen. Mehr Photovoltaik, lautet die Devise. Überall da, wo es geeignete Dachflächen auf Gebäuden in städtischem Besitz gibt, sollen künftig solche Anlagen zur Stromgewinnung aus Sonnenenergie errichtet werden – ebenso auf allen zukünftigen städtischen Neu- und Erweiterungsbauten.

Das Thema ist klar: Dass in Sachen Klimaschutz gehandelt werden muss, sei in den vergangenen Jahren „immer dringlicher und ersichtlicher geworden“, wie die Verwaltung betont. Auch die Treibhausgas-Emissionen der Stadt Rastatt haben sich nicht wesentlich verändert, wird festgestellt. Und für einen Großteil dieser Emissionen – 45 Prozent – sei eben der Strom verantwortlich. Also sei durch die Steigerung regenerativer Stromerzeugung auch der größte Effekt zu erzielen.

28 Dächer auserkoren

Was die Bestandsgebäude betrifft, sind bei einer internen Prüfung bereits die Dächer von 15 Nichtwohngebäuden und 13 Wohngebäuden als geeignet auserkoren worden. Die Kriterien dafür: Es dürfen keine Einschränkung durch den Denkmalschutz bestehen, keine wesentlichen Eingriffe in die Dachfläche immerhalb der Nutzungsdauer anstehen, noch keine Photovoltaik-Anlage vorhanden und statische Reserven gegeben sein. Nach aktueller Schätzung stünde hier ein Investitionskostenumfang von rund 1,6 Millionen Euro bei einer Stromkostenersparnis von knapp 107.000 Euro im Jahr an, die CO2-Ersparnis nur durch Anlagen auf diesen Gebäuden läge bei rund 646,6 Tonnen jährlich – laut Vorlage der Verwaltung etwa 0,12 Prozent der CO2-Emissionen aus dem ganzen Stadtgebiet. Da ist folglich Luft nach oben; man wolle eine „Vorbildrolle“ übernehmen, heißt es – auf dass andere mit- beziehungsweise nachziehen. Im kommenden Jahr will man beginnen und bis 2025 fertig sein. Aktuell sind zehn weitere städtische Gebäude in der Prüfung; hier muss in Sachen Statik erst noch genauer hingeschaut werden. Hinzu kämen dann zudem die künftigen Neu- und Anbauten.

Dass dabei die Anlagengröße „nicht auf ein wirtschaftliches Optimum“ begrenzt werden soll, sorgte im Technischen Ausschuss für Irritationen. Dies bedeute indes lediglich, dass die Anlagen nicht nur für den Strom-Eigenbedarf der Gebäude ausgerichtet werden sollen, sondern so, dass eine höchst mögliche Stromerzeugung und damit eine höchstmögliche CO2-Einsparung möglich ist, wie Gebäudemanager Markus Jülg betonte. Natürlich orientiere man sich dabei am technisch Sinnvollen.

Ohnehin will die Stadt nicht selbst als Investor auftreten, sondern die Dachflächen an Dritte verpachten, der die Anlage errichtet, betreiben und dafür wieder an die Stadt zurückverpachtet. Ein Modell, für das eine Ausschreibung erforderlich ist. Offen bleibt also, ob hierbei die eigenen Stadtwerke zum Zuge kommen. Der Gemeinderat soll das Projekt nun auf den Weg bringen.


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