Mehr Zusammenhalt in der Vielfalt

Rastatt (ema) – Die vom Land geförderten Nachbarschaftsgespräche in Rheinau-Nord und im Bahnhofsviertel biegen auf die Zielgerade. Jetzt muss sich zeigen, an welchen Themen man dranbleiben will.

Mehr Begegnungen sind in Rheinau-Nord erwünscht. Der Spiel- und Bolzplatz am Murgdamm soll attraktiver werden. Foto: av

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Mehr Begegnungen sind in Rheinau-Nord erwünscht. Der Spiel- und Bolzplatz am Murgdamm soll attraktiver werden. Foto: av

Für OB Hans Jürgen Pütsch sind die beiden Projekte ein Beleg für die Vielfalt in der Stadt. Die vom Land finanziell geförderten Nachbarschaftsgespräche in Rheinau-Nord und im Bahnhofsviertel biegen auf die Zielgerade ein. Und der Oberbürgermeister könnte sich schon jetzt vorstellen, dass er analog wie bei den OB-vor-Ort-Terminen in den Dörfern künftig direkter den Kontakt mit den Bürgern in den Stadtbezirken aufnehmen wird.
„Nachbarschaftsgespräche. Zusammen leben – aber wie?“ heißen die Projekte, mit denen die Beteiligten die Stadtteile lebenswerter gestalten und den Zusammenhalt stärken wollen. Seit dem Sommer haben die Sozialarbeiter Karin Hub und Matthias Stickl in den beiden Quartieren auf unterschiedlichen Wegen den Kontakt zu den Bürgern gesucht, um herauszufinden, wo der Schuh drückt – und welche Perspektiven sich die Bewohner für ihr Umfeld vorstellen könnten (wir berichteten).

Viele Themen ähneln sich, auch wenn die Viertel sehr unterschiedlich strukturiert sind, etwa wenn es um Verkehr, Sicherheit oder Infrastruktur geht. In Rheinau-Nord steht darüber hinaus zum Beispiel ein gemeinsames Bürgerfest auf dem Wunschzettel, wie Karin Hub berichtet.

Grünen-Stadtrat Roland Walter, der sich für die örtliche Bürgervereinigung (BV) als zivilgesellschaftlicher Partner in das Projekt eingeklinkt hat, zeigte sich überrascht, dass etwa ein Verein für die Belange des Stadtteils erwünscht sei. Für den BV sei das offenbar ein Signal, sich im Viertel bekannter zu machen. Das ist auch das Bestreben von Andreas Funk vom Rastatter Betreuungsverein SKM. Er sieht das Projekt als Türöffner, um Ehrenamtliche für die rechtliche Betreuung zu finden, die auch durch ihre Fremdsprachenkenntnisse Zugang zu den Menschen bekommen.

Internationales Flair als Chance

Für das Bahnhofsviertel stellen Sozialarbeiter Stickl und der Gewerbevereinsvorsitzende Thomas Richers als zivilgesellschaftlicher Partner fest, dass man in dem Quartier mit seiner heterogenen Bevölkerung dankbar registriere, gehört zu werden. Richers sieht das „internationale Flair“ auch als Chance. Ein Zeichen des Miteinanders hatte der Gewerbeverein schon mit einem Bahnhofstraßenfest gesetzt.

Nachdem die Projektpartner viele Stimmen eingeholt haben, will man nun mit den Bewohnern Bilanz ziehen – und sich darüber verständigen, an welchem Ziel man dranbleiben will. Eine solche Schlussveranstaltung muss nun unter Coronabedingungen neu ausgerichtet werden. Bei der Gestaltung der Online-Dialoge gehen die beiden Gruppen unterschiedliche Wege. Für Rheinau-Nord findet die digitale Zusammenkunft am 19. März von 16.45 bis 19.30 Uhr statt. Um das Angebot möglichst niederschwellig zu halten, möchten die Veranstalter eine technische Einführung geben. Die Bürger sollen zunächst spielerisch ins Gespräch kommen und sich dann in Kleingruppen austauschen. Anmeldung per E-Mail unter karin.hub@rastatt.de, (0 72 22) 972 91 60. Die Teilnehmer können sich über ein Überraschungspaket freuen.

Für das Bahnhofsviertel beginnt der Online-Dialog am Dienstag, 16. März, um 19 Uhr mit Rücksicht auf die Gewerbetreibenden. Anmeldung unter matthias.stickl@rastatt.de, (0 72 22) 972 92 40. Hier will man zunächst anhand eines Fotorundgangs, auch mit historischen Aufnahmen, die Ergebnisse präsentieren und dann in Workshops Perspektiven aufzeigen.


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