Mesner Sebastian Zaich führt in Baden-Baden Krippe weiter

Baden-Baden (co) – Palmen und Wasserfall zieren die Krippe: Der Mesner Sebastian Zaich führt in der Kirche St. Bernhard das von seinem Vater begonnene Werk fort

Mesner Sebastian Zaich baute seit dem ersten Advent an der Weihnachtskrippe in der Kirche St. Bernhard. Foto: Conny Hecker-Stock

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Mesner Sebastian Zaich baute seit dem ersten Advent an der Weihnachtskrippe in der Kirche St. Bernhard. Foto: Conny Hecker-Stock

Die großzügig gebaute Weihnachtskrippe von St. Bernhard in der Weststadt zieht alljährlich viele Besucher an, die staunend davor verweilen. Sie gehört zu den größten im Stadtbezirk, dank des neuen Mesners Sebastian Zaich (Foto) ist sie noch vielfältiger geworden.

Und es begab sich zu der Zeit im Jahr des Herrn 1990, dass der überaus gläubige Schreinermeister Josef, ein Gastarbeiter aus Spanien bei der Firma Tryba, für die Kirche St. Bernhard an einer Weihnachtskrippe zu arbeiten begann. Daraus entstand mit den Jahren eine ganze Landschaft, die seither Betrachter tief berührt. Christof Zaich, Sebastians Vater und 37 Jahre lang sein Vorgänger im Amt des Mesners, hat hier vor der Krippe schon viele Tränen fließen sehen. „Die Menschen haben doch alle eine ähnliche Sehnsucht nach Geborgenheit, hier an dieser Krippe streckt Gott seine Hand aus und will berühren“, erzählt er von seinen Erlebnissen. Sein Sohn und Nachfolger empfindet wie sein Vater angesichts der inneren Zufriedenheit, mit der die Menschen nach ihrem Besuch an der Krippe aus der Kirche gehen: „Da zählen die vielen Stunden Arbeit nicht mehr, die man hineingesteckt hat, wenn man diese Erfüllung in den Augen der Besucher sieht.“

Sebastian Zaich. Foto: Conny Hecker-Stock

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Sebastian Zaich. Foto: Conny Hecker-Stock

Christof Zaich war es ein Anliegen, die Landschaft um die Krippe für mehr räumliche Tiefe dreidimensional zu gestalten, mit üppigen Palmenlandschaften und von selbst gesammelten Steinen eingefassten Wegen mit Rindenmulch. Um noch mehr Lebendigkeit einzubringen, gestaltete er einen Wasserfall über eine Felsenzone, dessen stetes Plätschern eine beruhigende Wirkung ausstrahlt und auch als Metapher für den lebendigen Glauben zu verstehen ist. Zwei starke Pumpen leiten das Wasser unter dem Podest dafür rund drei Meter nach oben.

Der jetzige Mesner hat den Wasserfall vergrößert, um das Augenmerk noch stärker darauf zu lenken. Die Figuren, bis auf die Schäfchen aus Gips, sind alle aus Holz gefertigt und inzwischen in die Jahre gekommen.

40 Meter Kabel

Josef an der Krippe beginnen schon arg die Haare abzublättern, auch an den anderen nagt bei näherem Hinsehen der Zahn der Zeit. Doch Sebastian Zaich kümmert sich bereits um eine Restauration in Zusammenarbeit mit einem Spezialisten. Der neue Mesner hat auch einige weitere Farbtupfer eingebracht, wie etwa kleine Weihnachtssterne, die regelrecht aus der Szenerie heraus leuchten und durch ihr kraftvolles Rot eine sehr positive Ausstrahlung vermitteln. Aus den anfangs drei Palmen ist eine regelrechte Oase geworden, für Zaich symbolhaft ein Ort des Friedens und der Ruhe. Auch die Lichtquellen, von denen die Krippenlandschaft dezent angestrahlt wird, hat er variiert, sodass hier mehr Spielraum entsteht. Rund 40 Meter Kabel wurden für diese Illumination verlegt. Zudem rankt sich jetzt noch mehr Efeu als früher zwischen den Palmen. Eine zarte Christrose steht hinter einem der Schäfchen als Symbol für die Hoffnung. Zaichs Lieblingsfigur in der ganzen Szenerie ist der Hirtenjunge, der sich aufmacht, ein einzelnes verirrtes Lämmchen zu suchen. Er steht für ihn stellvertretend dafür, dass jeder Mensch es wert ist, sich um ihn zu kümmern und keine einzelne Seele aufzugeben. Er hat noch viele Ideen, wie die Krippe verändert werden kann, etwa indem einer der Hirten auf den ausgestreckten Armen ein Bündel Brennholz tragen könnte.

An den Krippenfiguren nagt der Zahn der Zeit: Josefs Haare blättern bereits ab. Foto: Conny Hecker-Stock

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An den Krippenfiguren nagt der Zahn der Zeit: Josefs Haare blättern bereits ab. Foto: Conny Hecker-Stock

Bei den Stunden des Aufbaus haben ihm sein Schwager Jaime Bravo-Vázquez und Andreas Birkenhagen sehr geholfen, die beide ein freiwilliges soziales Jahr in der Gemeinde St. Bernhard ableisten. Für Zaich sind es besondere Momente, wenn etwa die Kleinen des Kindergartens vorbeikommen und mit großen Augen die Krippe bestaunen. An Heiligabend wurde zusätzlich das Licht aufgestellt, das in Bethlehem entzündet wurde und von jedem Besucher mit einer eigenen Kerze mit nach Hause genommen werden darf. Der Mesner äußerte nach dem Gespräch mit dieser Zeitung noch einen besonderen Wunsch: „Möge Gott Sie segnen beim Schreiben des Artikels.“


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