Michelbacher helfen Flutopfern

Gaggenau (er) – „Die schwerwiegenden Schäden treiben einem schon die Tränen in die Augen.“ Michael Lust aus Michelbach ist geschockt, was er in den Katastrophengebieten an der Ahr sehen muss.

Michael, Leo und Andreas Lust (von links) beim Beladen des Fahrzeugs mit Hilfsgütern in Michelbach. Foto: Elke Rohwer

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Michael, Leo und Andreas Lust (von links) beim Beladen des Fahrzeugs mit Hilfsgütern in Michelbach. Foto: Elke Rohwer

Vollgepackt bis unter das Dach standen der weiße Transporter sowie ein weiterer Pkw am Samstagnachmittag im Hof der Familie Lust in Michelbach. Alles war bereit. Am Sonntagmorgen um 5 Uhr machten sich Andreas und Michael Lust zusammen mit ihrem Vater Leo auf den Weg zu einem Sammellager bei Bonn. Im Gepäck Lebensmittel und Sachspenden für die Helfer und Opfer der gewaltigen Flutkatastrophe.

„Wir haben die Bilder der Flutkatastrophe im Fernsehen und in den Sozialen Medien gesehen und waren schockiert. Es waren schlimme Bilder. So war für uns schnell klar, dass wir unseren Beitrag leisten wollten, um den Menschen in dem Gebiet zu helfen“, sagt Michael Lust und betrachtet die geladene Fracht.

Freude über große Spendenbereitschaft

Die Spendenbereitschaft der angefragten Geschäfte war bemerkenswert. Ein regionaler Getränkehändler hatte eine größere Menge Toilettenpapier gespendet. Ein landwirtschaftlicher Betrieb in Iffezheim stellte 50 Kilogramm Rindfleisch zur Verfügung, daraus hatten die Lusts am Donnerstag 1.200 Dosen Lyoner und grobe Bauernwurst hergestellt sowie jeweils 300 Bock- und Cabanossiwürste. Ein ansässiger Baumarkt mit Haushaltswarenabteilung hatte außerdem 50 Dosenöffner gespendet, damit die Konservendosen auch geöffnet werden können. Abgerundet wurde das Wurstsortiment durch eine Spende mit abgepackten Landjägern und Pfefferbeißern.

Eine Tante von Andreas und Michael Lust hatte außerdem einen großen Hefezopf beigesteuert. Darüber hinaus waren durch Spenden von Michelbachern 300 Euro zusammengekommen, die in Getränke, Süßigkeiten und Putzmittel investiert wurden. Auch 60 Packungen Nudeln und Spätzle fanden ihren Platz in den Fahrzeugen.

Kontakte zu Hilfsgruppen

Andreas Lust, der zusammen mit Bruder Michael und Vater Leo aktives Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Michelbach ist, engagiert sich ebenfalls beim DRK-Rettungsdienst. So war es für ihn ein Leichtes, die notwendigen Kontakte zu den Feuerwehren in Bühl und Gernsbach herzustellen, die ebenfalls bereits im Krisengebiet im Einsatz waren, und über diese Kontakt zu den Hilfsgruppen vor Ort zu bekommen. Außerdem hatte Andreas Lust die verschiedenen Sachspenden organisiert.

Neben einem Stopp in einem Zwischenlager bei Bonn fuhr das Michelbacher Trio am Sonntag weiter nach Dernau an der Ahr im Landkreis Ahrweiler, im Norden von Rheinland-Pfalz, wo es den zweiten Teil ihrer Waren unter anderem den Helfern im örtlichen Feuerwehrhaus übergab. „Die schwerwiegenden Schäden, die wir vor Ort gesehen haben, treiben einem schon die Tränen in die Augen“, berichtete Michael Lust auf der Rückreise telefonisch.

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Erstellt:
8. August 2021, 14:34 Uhr
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