Millimeterarbeit am Steuer des Feuerwehrautos

Ötigheim (ar) – Mehr als 40 Fahrer von Feuerwehren aus Mittelbaden fanden sich zum Geschicklichkeitsfahren auf dem großen Parkplatz bei den Volksschauspielen in Ötigheim ein.

Auch das Fahren in einer schmalen Spur wird in Ötigheim getestet. Foto: Anne-Rose Gangl

© ar

Auch das Fahren in einer schmalen Spur wird in Ötigheim getestet. Foto: Anne-Rose Gangl

Wer sich Gedanken darüber macht, was die Aktiven der Feuerwehren leisten müssen, denkt zuerst an schnelle Ausrückzeiten und gut ausgebildete Helfer, bei denen jeder Handgriff sitzen muss. Dass aber bereits die Fahrt zum Einsatzort eine Herausforderung sein kann, daran denken die wenigsten. Wer den Aktiven aus elf Gemeindefeuerwehren aus dem Landkreis Rastatt und dem Stadtkreis Baden-Baden beim Geschicklichkeitsfahren zusah, der wusste, mit welchen Herausforderungen sie tagtäglich konfrontiert werden.

Mehr als 40 Fahrer hatten sich zum Geschicklichkeitsfahren auf dem großen Parkplatz bei den Volksschauspielen in Ötigheim eingefunden. Sie alle wollten zeigen, dass sie fit für den Einsatz sind und ihr Fahrzeug beherrschen. Laut Kreisbrandmeister Heiko Schäfer fand das letzte Geschicklichkeitsfahren vor elf Jahren statt. Es ist wie die Abnahme zur Leistungsspange eine freiwillige Aufgabe, der sich die Aktiven der Feuerwehren stellen. Notwendig zur Teilnahme ist ein Führerschein der Klasse C1, mit dem Fahrzeuge mit bis zu 7,5 Tonnen Gesamtgewicht gefahren werden dürfen, sowie die bestandene Prüfung zum Maschinisten für Löschfahrzeuge.

Anspruchsvoller Parcours

„Es ist ein anspruchsvoller Parcours, den sie fahren müssen“, so Schäfer. Die Organisation des Geschicklichkeitsfahrens, das nach den neuesten Richtlinien der Feuerwehr Baden-Württemberg durchgeführt wurde, lag in den Händen von Schiedsrichterobmann Martin Karle. Insgesamt 16 Schiedsrichter aus dem Landkreis Rastatt und Stadtkreis Baden-Baden verfolgten mit Argusaugen die Fahrten der modernen Feuerwehrfahrzeuge, die je nach Hersteller unterschiedliche Reaktionszeiten haben.

Doch bevor es an den Start ging, mussten die Teilnehmer zur mündlichen Prüfung. Fragen zu verkehrsrechtlichen, aber auch zu feuerwehrtechnischen Vorschriften mussten beantwortet werden. Auf dem Parcours mussten Fahrer und Einweiser in Uniform in ihr Fahrzeug einsteigen und zunächst eine Spurgasse durchfahren, die lediglich fünf Zentimeter breiter als ihr Einsatzfahrzeug war. Während die Fahrt vorwärts keinerlei Probleme darstellte, fiel während der Rückwärtsfahrt durch die Gasse so mancher Kegel um.

Viel Gefühl war auch erforderlich, um über Schlauchbrücken zu fahren oder in der nur sieben Meter breiten und 15 Meter langen Fahrbahn zu wenden, wobei die eigenen Feuerwehrfahrzeuge eine Breite von 2,50 Meter haben. Ins Schwitzen kam so mancher beim Slalomfahren vorwärts und rückwärts durch den Parcours oder beim rückwärts in ein Gatter Einparken. Nur sechs Minuten Zeit haben die Fahrer, um alle mehr als zehn Aufgaben, unter anderem auch eine Gefahrenbremsung, zu erfüllen.

„Es zeigt sich, wer die Möglichkeit hat, diese Aufgaben immer wieder zu üben“, sagte Heiko Schäfer. Das Geschicklichkeitsfahren, das künftig nach Möglichkeit jährlich angeboten werden soll, diene dazu, die Fahrabmessungen genau zu kennen und das Fahrzeug zu beherrschen. „Es dient der Fahrsicherheit und der täglichen Verkehrspraxis“, so Schäfer, der am Ende den erfolgreichen Maschinisten die Leistungsspange und das Besitzzeugnis übergeben konnte.


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.