Millionen für gute Luft in den Schulen des Landkreises

Rastatt (dm) – Für den Schulbetrieb unter Pandemiebedingungen hat der Landkreis Rastatt 600 CO2-Sensoren beschafft. Zugleich sind 16 mobile Luftfiltergeräte bestellt worden.

Die Kohlendioxid-Sensoren zeigen an, sobald die Luft im Raum verbraucht ist und wieder gelüftet werden sollte. Symbolfoto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

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Die Kohlendioxid-Sensoren zeigen an, sobald die Luft im Raum verbraucht ist und wieder gelüftet werden sollte. Symbolfoto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Die kreiseigenen Bildungsstätten sollen künftig mit den Sensoren ausgestattet werden, die anzeigen, wann wieder Lüftung angesagt ist. Die Kosten von zusammen rund 139.000 Euro werden zur Hälfte vom Land übernommnen. Die mobilen Filter gibt es nicht flächendeckend, da auch nach deren Aufstellung die Schulräume weiterhin durch das Öffnen der Fenster gelüftet werden müssen. Sie kommen daher unterstützend nur dort zum Einsatz, wo es eingeschränkte Lüftungsmöglichkeiten gibt (einzelne Räume in Astrid-Lindgren-, Anne-Frank, Augusta-Sibylla- und Josef-Durler-Schule, Handelslehranstalt Rastatt und Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium).

Anders ist dies bei stationären raumlufttechnischen Anlagen. Folglich lockt der Bund mit 80-prozentiger Förderung, wenn diese in Einrichtungen mit Schülern bis zwölf Jahren eingebaut werden. Unter den kreiseigenen Schulen sind dies die Astrid-Lindgren-, Augusta-Sibylla-, Erich Kästner-, Pestalozzi- und Rheintalschule sowie das WHG. Allerdings liegt die Maximalförderung pro Schule und Antrag bei 500.000 Euro. „Der zweite Teil der Wahrheit“, so der Erste Landesbeamte Jörg Peter im Ausschuss für Umwelt, Bau und Planung:

Berufliche Schulen derzeit außen vor

Die Anlagen sind teuer. Laut Verwaltung wird die Ausstattung der genannten Einrichtungen auf 8,67 Millionen Euro geschätzt, von denen 5,67 Millionen letztlich beim Landkreis hängen bleiben könnten. Im Gremium zeigte man sich indes weitgehend einig, dass die Anlagen einen deutlichen Mehrwert über Corona hinaus bieten, was Luftqualität und Klima in den Schulräumen anbelangt (gute Luftqualität = höhere Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit). Die Förderung will man einstreichen und beauftragt nun Büros mit der Planung.

Überlegbar wäre auch eine „abgespeckte“ Ausstattung. Vom Einbau solcher Anlagen an den acht beruflichen Schulen des Landkreises hält man vorerst Abstand. Hierfür würden nochmals geschätzt 19,3 Millionen Euro auflaufen. Und eine Förderung gäbe es hier nicht – die Schüler sind in der Regel 15 Jahre und älter. Christof Florus (FW) und Hartwig Rihm (CDU) wiesen indes darauf hin, dass ein Auftrag für die genannten Schulen mit Kindern bis zwölf im Zuge der Gleichbehandlung letztlich wohl doch den Startschuss für eine flächendeckende Ausrüstung der Kreisschulen darstellt. „Langfristig“, so Florus, „wird das viel Geld binden.“

Ihr Autor

BT-Redakteur Daniel Melcher

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Erstellt:
11. Oktober 2021, 09:00 Uhr
Lesedauer:
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