Millionenprojekt „Campus Dachgrub“

Gaggenau (tom) – Die Realschule soll generalsaniert werden. Dabei richtet die Stadt den Blick auf das gesamte Schulzentrum Dachgrub. Zunächst werden Ideen gesammelt.

Blick aus Westen auf das Schulzentrum Dachgrub in Bad Rotenfels: Vorne links die Realschule mit Erich-Kästner-Schule und der Außenstelle der Ludwig-Guttmann-Schule. Foto: Peter Kraft

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Blick aus Westen auf das Schulzentrum Dachgrub in Bad Rotenfels: Vorne links die Realschule mit Erich-Kästner-Schule und der Außenstelle der Ludwig-Guttmann-Schule. Foto: Peter Kraft

Der Gemeinderat billigte einen kombinierten städtebaulichen Idee- und hochbaulichen Realisierungswettbewerb. Auch der Neubau eines Gebäudes ist nicht ausgeschlossen.

Jürgen Lauten, der Leiter des städtischen Hochbauamts, stellte das Vorhaben am Montagabend im Gemeinderat vor. Am Wettbewerb können insgesamt etwa 25 Büros teilnehmen. Vorgeschaltet wird ein Bewerbungsverfahren mit Losverfahren. Die Bewerber müssen ihre Qualifikation in den Fachrichtungen Hochbau, Städtebau, Freianlagen anhand einer Punktetabelle nachweisen. Für Preise und Anerkennungen stehen 105.000 Euro netto zur Verfügung; der erste Preis ist mit 31.500 Euro dotiert. Verfahren: Aus den Empfehlungen des Preisgerichts wird einer der Preisträger mit den weiteren Planungsleistungen beauftragt. Gegebenenfalls ist eine stufenweise Beauftragung möglich.

Was will die Stadt? Im Ideenteil und im Realisierungsteil sind Anforderungen beschrieben.

Im Ideenteil, quasi der Masterplan, für den städtebaulichen Entwurf für den Campus Dachgrub, geht es um Folgendes:

Millionenprojekt „Campus Dachgrub“

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Verkehrskonzeption zur Anbindung des neuen „Campus“ an die Umgebung und zur inneren Erschließung.

Sanierung und Erweiterung der Realschule in zwei Bauabschnitten mit Neugestaltung von Schulhof und Außenflächen der Naturparkschule. Verortung einer Mensa als eigenständig nutzbares Gebäude mit Mehrzweckraum für außerschulische Nutzungen.

Erweiterung der bestehenden Sporthalle durch Anbau mit Foyer und Kraftraum (Priorität 1) sowie einer Hallenerweiterung um ein Feld (Priorität 2).

Verortung Neubau Kindergarten mit Außenbereichen.

Verortung von zwei Vereinsräumen, circa 90 m², inklusive Lagerfläche.

Ergänzung Sportgelände durch Beachvolleyballfeld, gemähte Wiese für Sportunterricht im Freien sowie ein „Grünes Klassenzimmer“.

Neugestaltung Schulhof Eichelberg-Grundschule mit Verkehrsübungsplatz.

Befestigte Flächen für Veranstaltungen im Freien.

Räumliche Einbindung des Kindergartens in den Campus mit Anbindung über Fußweg.

Stellplatzkonzept: entweder offene, dezentrale Lösung auf dem Areal oder kompakte, zentrale Lösung außerhalb des Campus, zum Beispiel Parkdeck. Dazu ein Fahrradstellplatzkonzept. „Wir brauchen eine Länge von 500 Metern für Fahrradabstellplätze“, gab Jürgen Lauten in der Sitzung zu bedenken.

Verortung einer 250 m² großen Energiezentrale.

Im Realisierungsteil, also der eigentlichen Sanierung und Erweiterung der Realschule, geht es hierum: Hochbauplanung für den ersten und zweiten Bauabschnitt plus den Neubau einer Mensa.

Erster Bauabschnitt: Sanierung des Bestandsgebäudes mit Erweiterung. Ziel ist der Grundbedarf für eine vierzügige Realschule. Derzeit sind Klassen ausgelagert, das soll dann vorbei sein. 40 Prozent der Nutzfläche innerhalb des Realschulgebäudes sind „Verkehrsfläche“. Ziel ist deshalb, ohne einen Anbau auszukommen. Derzeit hat die Realschule Klassenzimmerfläche von 1.400 m2, Als notwendig erachtet werden 1.875 m2.

Zweiter Bauabschnitt: Bis 2026 soll an der Realschule eine offene Ganztagsschule eingeführt werden. Deshalb ist unter anderem der Neubau einer Mensa von rund 270 m2 erforderlich.

Realschule ist nicht das einzige Vorhaben

Die Realschule Gaggenau wurde im April 1965 als Mittelschulzug mit 77 Schülern gegründet. Im April 1976 erfolgte der Umzug aus der Innenstadt ins Schulzentrum Dachgrub in Bad Rotenfels. Für deren Generalsanierung nannte die Stadtverwaltung im November rund 7.1 Millionen Euro als Haushaltsansatz. Allerdings beziehen sich die Kosten nicht auf die Gesamtmaßnahme. Ebenso lag bei der Kostenschätzung nicht das jetzige Raumprogramm zugrunde. „Somit werden sich die Kosten ändern“, erläuterte Hochbauamtsleiter Jürgen Lauten auf BT-Anfrage.

Die Architektenleistungen sollen in diesem Juli beauftragt werden. Planungen und Bauantrag sollen dann im Spätjahr angegangen werden, sodass dieser Ende 2022 oder Anfang 2023 eingereicht werden kann – „so ist zumindest unser ehrgeiziges Ziel“, sagt Lauten.

Für den „Campus Dachgrub“ gibt es einen Arbeitskreis mit Oberbürgermeister Christof Florus und Bürgermeister Michael Pfeiffer, vier Gemeinderäten und Mitgliedern aus den Bereichen Schulen, Kindergarten, Inklusion, Vereine, Landkreis und Elternbeirat.

Ihr Autor

BT-Redakteur Thomas Senger

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Erstellt:
25. Januar 2022, 20:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 42sec

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