Millionenspende könnte Projekt in Baden-Badener Cité anschieben

Baden-Baden (hol) – In der Kurstadt ist der Bau einer Deutsch-Französischen Dualen Hochschule geplant. Eine vermögende Spenderin will für das Vorhaben viel Geld spenden.

Zuwachs in Sicht: Wo heute noch die Autos auf dem Campus der Cité parken, soll die Deutsch-Französische Duale Hochschule entstehen.  Foto: Harald Holzmann

© hol

Zuwachs in Sicht: Wo heute noch die Autos auf dem Campus der Cité parken, soll die Deutsch-Französische Duale Hochschule entstehen. Foto: Harald Holzmann

In der Cité soll die Deutsch-Französische Duale Hochschule (DFDH) entstehen. Eine vermögende Spenderin will einen zweistelligen Millionenbetrag geben, der das Projekt anschieben soll. Mit der Etablierung eines grenzüberschreitenden Studiengangs in Wirtschaftswissenschaften ist vor einigen Wochen der Startschuss gefallen.

Die Idee hinter der DFDH: Die Studierenden sollen mit einem zweisprachigen Studium zwei Hochschulabschlüsse erreichen – einen deutschen Bachelor-Abschluss und einen französischen Diplom-Abschluss. Der Studienort: Baden-Baden, als Zweigstelle der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Karlsruhe, die zu diesem Zweck mit der Uni Straßburg zusammenarbeitet. Auf dem Campus-Areal der Euraka in der Cité soll dafür in den kommenden Jahren ein neues Schulgebäude errichtet werden.

Das Projekt – „eine große Herausforderung und eine richtig schöne Aufwertung für den Hochschulstandort Baden-Baden“ – befinde sich noch in einem „frühen Stadium“, sagt Oberbürgermeisterin Margret Mergen. Es seien noch viele Gespräche nötig. Aber ein wichtiger Meilenstein sei bereits erreicht: eine dreijährige Förderung aus dem Interreg-Programm der EU. Das sei die Grundlage für den Probebetrieb. Im Oktober ist das erste Semester des BWL-Studiums „Deutsch-Französisches Management“ an der Hochschule gestartet. Es findet zwar „leider wegen Corona nicht vor Ort in Baden-Baden statt, sondern virtuell“, sagt die OB. Doch grundsätzlich sei klar, dass die Dualen Studenten, die bei Firmen diesseits oder jenseits der Grenze angestellt sind und das zweisprachige wirtschaftswissenschaftliche Studium parallel zur Ausbildung absolvieren, ihre Studienphasen künftig in der Kurstadt absolvieren.

Großes Fachkräfte-Potenzial auf französischer Seite

„Und wenn der Probebetrieb wie erwartet gut läuft, mündet das alles 2023 in einen Regelbetrieb“, ist Mergen optimistisch, das Projekt auf die Schienen zu bekommen. Sie hält das Projekt für wichtig für die Region, verweist auf den im Badischen herrschenden Fachkräftemangel und das vorhandene Fachkräfte-Potenzial auf französischer Seite, das es für die deutschen Unternehmen zu aktivieren gelte.

Einen außergewöhnlichen finanziellen Schub könnte das Projekt von einer Spenderin bekommen, einer „sehr erfolgreichen Unternehmerin im Ruhestand“, wie Mergen sagt. Die Dame, die ansonsten anonym bleiben will, möchte der Stadt einen zweistelligen Millionenbetrag zur Verfügung stellen, mit dem das Hauptgebäude der neuen Hochschule errichtet werden könnte. Als Standort ist die Fläche auf dem Campusgelände vorgesehen, die derzeit als Parkplatz genutzt wird. Für die Autos müsste in diesem Zusammenhang wohl eine Tiefgarage gebaut werden.

Die Spenderin ist schon vor einigen Monaten über einen Mittelsmann an die Stadtverwaltung herangetreten mit dem Wunsch, der Stadt im Bereich der Bildung etwas Gutes zu tun. Die Gespräche mit ihr laufen laut Mergen gut. „Ihr ist das Thema Bildung unheimlich wichtig“, sagt sie. Sie sei optimistisch, dass die Spende für die DFDH eingesetzt werden könne – und das Geld werde die Realisierung des Projekts erleichtern. „Allerdings ist das Schulprojekt nicht von der Spende abhängig“, wie die OB auch betont.

Zum Artikel

Erstellt:
12. November 2020, 18:45 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 25sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.