Mit Katzenschnupfen ist nicht zu spaßen

Gaggenau (sazo) – Tierärztin Charlotte Willuhn aus Hörden registriert eine steigende Zahl von Katzenschnupfen-Fällen. Die Krankheit kann für die Samtpfoten gefährlich werden.

Charlotte Willuhn (links) untersucht mit Dorothee Preuß einen Katzenpatienten in der Tierklinik am Scheibenberg. Foto: Sabine Zoller

© sazo

Charlotte Willuhn (links) untersucht mit Dorothee Preuß einen Katzenpatienten in der Tierklinik am Scheibenberg. Foto: Sabine Zoller

Ansteckungsgefahr: Auch bei Katzen ist dieses Thema nicht von der Hand zu weisen, um eine Katze vor Schnupfen und Erkrankungen der Atemwege zu schützen. Wer nun ungläubig den Kopf schüttelt, wird von Charlotte Willuhn eines Besseren belehrt. Gerade jetzt verzeichnet die Tierärztin in Gaggenau eine stetig steigende Anzahl von Stubentigern, die mit harten Hustenattacken kämpfen und häufig unter Niesanfällen leiden.

„Das schwächt den gesamten Organismus des Vierbeiners“, weiß Willuhn, die immer wieder bedauert, dass die Tierhalter keine Vorsorge treffen und ihre Lieblinge zum Schutz vor Katzenschnupfen vorbeugend impfen lassen. „Manche Tierfreunde wissen das vielleicht nicht, aber für Katzen ist der Katzenschnupfen keine Lappalie. Wenn bei uns Menschen die Nase läuft, können wir das schulterzuckend hinnehmen, aber wenn bei Katzen die Schleimhäute angegriffen sind, dann können sich lebensbedrohliche Bakterien und Viren in den Bronchien festsetzen.“

Katzenschnupfen, in der Fachsprache auch als Katzenpneumonie oder Katzenrhinitis bezeichnet, kann sowohl Freigänger, also Katzen die ins Gelände gehen, als auch Wohnungskatzen ereilen. „Im Grunde genommen beginnt alles mit einer einfachen Infektion“, erklärt die junge Tierärztin, die darüber berichtet, dass Indoor-Katzen keineswegs davon ausgenommen sind.

Kalte Schleimhäute als große Gefahr

Ursache für eine Erkältung sind kalte Schleimhäute, die auch bei Katzen auskühlen die gerne am kalten Fenster sitzen. Dabei wird das Immunsystem geschwächt und die Bakterien haben ein leichtes Spiel.

„Das kann einfach nur eine ganz normale Infektion sein, kann sich aber auch im Körper manifestieren.“ Primär greifen Viren die Schleimhäute der oberen Atemwege an. Das ist der Nasenrachenraum, weswegen man von Rhinitis, also einer Nasenentzündung spricht. „Die Viren schädigen gesunde Zellen, die zum Beispiel auch für die Produktion der Tränenflüssigkeit zuständig sind, und legen so sukzessive das Immunsystem des Tieres lahm.“

Dann wird ein Infekt zu einer „chronischen Geschichte, die nicht mehr wirklich heilbar ist oder nur noch symptomatisch behandelt werden kann. Das Problem erkennt man oft zu spät, wenn die Tiere Fieber haben und ein starker Augen- und Nasenausfluss die Niesattacken begleitet. Ein markantes Zeichen dafür ist die Unlust zum Fressen, weil der Geruchsinn beeinträchtigt ist. Wird dann kein Arzt aufgesucht, kann der Schnupfen zur Lungen- oder gar einer Herzbeutelentzündung führen.“

Nicht jedes Niesen ist bedenklich

Allerdings besteht nicht immer Grund zur Sorge, wenn die Katze niest. Oftmals stecken sich die Freigänger durch den Kontakt mit Artgenossen an. Dabei können die Erreger unterschiedlich ausgeprägt sein und der Infekt von mild bis stark verlaufen. „Man muss nicht immer gleich die Pferde scheu machen, wenn die Katze zu niesen anfängt. Grundsätzlich gilt es, zunächst das Tier gut zu beobachten, und Freigänger auch einmal zu Hause lassen.“

Wichtig bleibt, dass die Katzen fressen. Verweigern sie die Nahrungsaufnahme, sollte man dringend den Tierarzt aufsuchen. Last but not least gilt auch für Katzen: Wer geimpft ist, hat einen milderen Verlauf der Symptome als Ungeimpfte.

Ihr Autor

Sabine Zoller

Zum Artikel

Erstellt:
9. Dezember 2021, 16:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 29sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Orte


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.