Mit Queen und einem verrückten Schaf zum Start

Bühl (galu) – Der Aufbau ist in vollem Gange, das Programm ist beschlossene Sache – somit steht dem ersten cineastischen Kracher am kommenden Freitag im „Drive-in Bühl“ nichts im Weg.

Ganz im Stil der 60er Jahre: Über die Krisenzeit gibt es in Bühl Kinovergnügen aus dem Auto heraus.Foto: L. Gangl

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Ganz im Stil der 60er Jahre: Über die Krisenzeit gibt es in Bühl Kinovergnügen aus dem Auto heraus.Foto: L. Gangl

Mit „Shaun das Schaf – Ufo-Alarm“ um 17 Uhr und „Bohemian Rhapsody“ um 21 Uhr startet das Autokino seinen Betrieb. Seit Dienstag schwitzt und schleppt ein 15-köpfiges Team von Sator Events auf dem Teststrecken-Gelände von Schaeffler in den Bußmatten in Bühl.

„Im Lauf des Tages wird heute die Videowand eingesetzt“, bestätigt Max Sator am Mittwochmorgen. Das Gerüst für die elf mal sechs Meter großen LED-Wand wurde bereits Dienstag aufgebaut. „Unsere Technik- und Bürocontainer stehen bereits, genau so wie Infrastruktur und Toiletten.“ Nun folgt laut Sator heute noch die Feinabstimmung – damit sowohl beim Einlass als auch beim Parken der rund 250 möglichen Besucher-Autos alles rund läuft.

Organisatorisch läuft alles glatt, alle ungelösten Aufgaben liegen außerhalb der Macht von Sator Events. „Es läuft noch das Genehmigungsverfahren für eine UKW-Frequenz zur Tonübertragung direkt zum Autoradio. Im schlimmsten Fall kriegen wir diese erst nächste Woche“, meint Sator. Ein Problem sieht er darin aber nicht: „Wir haben vorgesorgt. Sollten wir bis Freitag keine lizenzierte Frequenz haben, wird der Sound aus PA-Boxen kommen, die haben wir auch gleich noch aufgebaut.“

Auch für den reibungslosen Ablauf der Abende hat Sator Events ein Team von rund 20 Leuten zusammengestellt. Dieses besteht zum größten Teil aus Ordnern und Parkeinweisern – denn die strengen Auflagen aufgrund der Corona-Krise müssen eingehalten werden.

Ironie des Cabriolets

Aussteigen verboten also, aber mit Ausnahmen. Einfach mal die Beine bei einer Zigarette vertreten ist beispielsweise verboten. Wer aber dringend zur Toilette muss, den wird keiner zurück zum Auto schicken. Vorausgesetzt, dass sich vor den WCs keine Schlange bildet – denn das würde zu Problemen führen. Außerdem dürfen sich auch nur zwei Personen im Auto befinden, die Ausnahme bilden hier Familien und Personen des selben Haushalts. Auch das Öffnen der Autofenster ist geregelt: Ein Spalt ist erlaubt, Dauerlüften nicht. Ironisch, findet auch Sator, denn bei Cabriolets ist ein offenes Verdeck erlaubt.

Auch alles Weitere läuft kontaktlos: Die Tickets werden vorher online gebucht – wahlweise über die Website (www.drive-in-buehl.de), Facebook (Drive-in Bühl. Autokino&Events) oder Instagram (drive_in_buehl). Die Karte gibt es dann als QR-Code, dieser wird dann vor Ort durch die Autoscheibe gescannt. Die Preise sind schon fix: Kinderfilme und tagsüber gezeigte Filme werden 6,50 Euro kosten, für die Abendvorstellungen sind 8 Euro Eintritt fällig.

„Kinopaket“ am Außenspiegel

Auch für Verpflegung ist gesorgt. Bei Interesse kann direkt mit der Karte ein „Kinopaket“ gebucht werden, das wird dann von einem Mitarbeiter an den Außenspiegel des Autos gehängt. Kurzentschlossene können aber auch noch vor Ort bestellen. „Wenn alles glatt läuft, dann haben wir dafür auch bald eine eigene App“, verrät Sator.

Nach dem Probelauf mit der ersten Woche Kino-Programm sollen in Kooperation mit der Stadt Bühl auch Kulturevents geplant werden. Bereits am Sonntag wird ein evangelischer Gottesdienst übertragen, Konzerte und Comedy sollen folgen. „Ich hoffe, dass damit vielen Menschen die schwierige Zeit etwas angenehmer gestaltet werden kann“, betont auch Oberbürgermeister Hubert Schnurr, der die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen hat.

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Erstellt:
16. April 2020, 16:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 34sec

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