Mit akustischer Täuschung Entspannung fördern

Ettlingen (for) – Das Ettlinger Start-up Sonamedic setzt bei seiner gleichnamigen Meditations-App auf binaurale Beats, um Entspannung zu fördern.

Philipp Hofheinz (links) und Andreas Lehnert, Entwickler der „Sonamedic“-App, haben vor der Gründung ihres Start-ups Erfahrungen in der Musikbranche gesammelt. Foto: Foto Fabry

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Philipp Hofheinz (links) und Andreas Lehnert, Entwickler der „Sonamedic“-App, haben vor der Gründung ihres Start-ups Erfahrungen in der Musikbranche gesammelt. Foto: Foto Fabry

„Lege dich entspannt auf den Rücken und schließe deine Augen. Lausche eine Weile der Musik und lasse dich treiben“. Mit diesen Worten führt die Meditations-App Sonamedic, die von dem gleichnamigen Ettlinger Start-up auf den Markt gebracht worden ist, in seine Klangreise ein. Was dann kommt, ist im Bereich der Meditation relativ neu: Sonamedic setzt auf sogenannte binaurale Beats, um Entspannung zu fördern.

„Binaurale Beats sind eine Form akustischer Täuschung. Sie entstehen im Gehirn, wenn via Kopfhörer auf dem rechten und dem linken Ohr zwei unterschiedliche Frequenzen zugespielt werden“, erklärt Sonamedic auf seiner Homepage. Zum Ausgleich kombiniere das Stammhirn diese unterschiedlichen Eindrücke zu einem eigenen Ton. Damit könnten bestimmte Regionen des Gehirns gezielt stimuliert werden, was in der Folge entspannend wirkt.

„Die beiden Gründer von Sonamedic, Andreas Lehnert und Philipp Hofheinz, kommen ursprünglich beide aus der Musikbranche“, berichtet Tim Philippus, der die Pressearbeit für Sonamedic übernimmt. Beide hätten schon länger mit binauralen Beats und beruhigenden Klängen experimentiert. „Seit 2017 beschäftigen wir uns mit der Frage, wie wir mit unserer Leidenschaft für Musik helfen können, den wachsenden Herausforderungen des Alltags gerecht zu werden und das Leben leichter zu gestalten“, so die beiden Geschäftsführer.

Entwicklung stützt sich auf Studien

„Irgendwann kam dann die Idee der Klangtherapie auf“, erzählt Philippus weiter. Kurz darauf habe sich alles um die Frage gedreht, wie man Meditation und mentale Entspannung genauso einfach machen könne wie Musik hören. „Schließlich haben die beiden eine App entwickelt und diese mit verschiedenen Meditationsübungen kombiniert“, blickt Philippus zurück.

Die Entwicklung von Sonamedic stütze sich auf eine Vielzahl von Studien über die Wirkung binauraler Klänge. Die Methode sei wissenschaftlich belegt. Normalerweise reichen laut Lehnert schon die binauralen Beats alleine aus, um für die notwendige Entspannung zu sorgen. Aber insbesondere um es Meditationsanfängern leichter zu machen, sich gezielt fallen zu lassen, habe Sonamedic um die binauralen Beats bewusst noch eine meditative Klangreise geknüpft. Der Nutzer kann dabei selbst entscheiden, ob er nur die binauralen Beats ohne jegliche Hintergrundgeräusche auf sich wirken lassen möchte oder ob er sich für eine geführte Meditationssession entscheidet, die zwar auch mit binauralen Beats hinterlegt ist, bei der ihn im Vordergrund aber eine Stimme durch die Achtsamkeitsübung leitet.

Binaurale Beats eignen sich gut für Anfänger

Dadurch eigne sich die App auch besonders gut für Anfänger, die erst noch lernen müssten, sich voll und ganz auf eine Entspannungsübung einzulassen. „Vielen Menschen fällt es schwer, ihre Gedanken abzuschalten, wenn sie ganz in Stille sitzen“, weiß Philippus aus Erfahrung. Deshalb habe es sich Sonamedic auch zum Ziel gemacht, dem Gehirn durch die unterschiedlichen Klänge Ablenkung zu verschaffen und es zu beschäftigen. „Natürlich nicht so viel, dass es gestresst ist, aber wenn man das Gehirn gar nicht stimuliert, kommt oft das berühmte Gedankenkarussell auf“, erklärt Philippus. „Hier setzt die Sonamedic-App an und schafft es durch die binauralen Beats, die im Hintergrund laufen, eine gute Mitte zu schaffen.“

Teammitglieder mit musikalischem Hintergrund

Überdeckt werden diese Beats zum einen durch Stimmen, zum anderen aber auch durch Naturgeräusche und sphärische Klänge. Die meditativen Klangfolgen komponieren die musikbegeisterten Teammitglieder selbst. Ähnlich wie die Gründer haben auch fast alle weiteren Mitarbeiter einen musikalischen Background: Live- und Soundmusiker, Komponisten, Tontechniker, Labelmanager und Musikwissenschaftler. Das sei ein Vorteil, denn für die Produktion der Audioinhalte sei viel Erfahrung und entsprechendes Fachwissen unverzichtbar. „Unsere Klangreisen und Entspannungsmeditationen sind so aufgebaut, dass die binauralen Beats stets ganz sanft im Hintergrund wirken“, heißt es vonseiten des Start-ups. Dies sei wichtig, weil die binauralen Beats von jedem Hörer unterschiedlich empfunden werden könnten: „Manche Menschen nehmen gar nichts wahr, andere hingegen empfinden die binauralen Klänge ,pur‘ eher unangenehm.“ Mit einem kreativen Sound-Setting werde Abhilfe geschaffen.

Nachfrage nach Entspannungsübungen steigt in der Corona-Krise

Mittlerweile wird die App schon von rund 70.000 Menschen genutzt. „Den Trend, auf einen bewussteren Umgang mit sich selbst und auf eine mentale Gesundheit zu achten, gibt es schon seit einiger Zeit“, sagt Philippus. Besonders während der Corona-Krise sei die Nachfrage nach Entspannungs- und Achtsamkeitsübungen aber noch einmal angestiegen, so kämen aktuell monatlich über zehn Prozent neue Nutzer hinzu. Sie können in der Sonamedic-App zwischen verschiedenen Soundfiles zu Themenbereichen wie beispielsweise Entspannung, Motivation, Achtsamkeit oder Stressabbau wählen. Diese Themenfelder werden regelmäßig um neue Klangreisen erweitert. „Außerdem hat das Team in den vergangenen Monaten auch intensiv an einer App-Version in englischer Sprache gearbeitet“, fügt Philippus hinzu. Damit will das Start-up künftig auch auf dem internationalen Markt Fuß fassen.


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