„Mit dem Rücken zur Wand“ – Brauer beklagen Umsatzverluste

Von BT-Redakteur Tobias Symanski

Berlin/Rastatt (tas) – In einem offenen Brief beklagen der Deutsche Brauer-Bund und der Verband Private Brauereien Deutschland „verheerende Umsatzverluste“. Auch Brauereien aus der Region sind dabei.

„Mit dem Rücken zur Wand“ – Brauer beklagen Umsatzverluste

Weil der Verkauf von frisch Gezapftem in der Gaststätte fehlt, bricht den Brauern Geschäft weg. Foto: Axel Heimken/dpa

Während der Absatz von Nudeln und Milchprodukten in der Corona-Krise boomt, bleiben die deutschen Brauer auf großen Teilen ihres Bieres sitzen. Seit Monaten sind Kneipen und Gaststätten geschlossen, alle Feste abgesagt – das geht nicht spurlos an den meist mittelständischen Unternehmen vorbei.

Am Montag schlug die Branche erneut Alarm. „Die Brauwirtschaft steht mit dem Rücken zur Wand. Neben den strukturellen, demografisch bedingten Absatzrückgängen, mit denen unsere Branche schon seit Jahrzehnten zu kämpfen hat, kommen nun bedingt durch die Corona-Pandemie verheerende Umsatzverluste hinzu“, steht in einem offenen Brief des Deutschen Brauer-Bundes und des Verbandes Private Brauereien Deutschland. Ihn unterzeichnet haben rund 300 Brauereien, darunter auch die Betriebe Franz in Rastatt, Hatz-Moninger in Karlsruhe und Alpirsbacher in der gleichnamigen Schwarzwald-Gemeinde.

„Mit den Lockdowns und dem dadurch ausgelösten Zusammenbruch des Fassbiermarktes haben die Brauereien von einem Tag auf den anderen einen maßgeblichen Teil ihres wirtschaftlichen Fundamentes verloren“, beklagen die Unternehmen. „Ware im Wert von vielen Millionen Euro, deren Haltbarkeitsdatum überschritten wurde, musste bereits vernichtet werden.“ Je stärker ein Betrieb mit dem Gastronomie- und Veranstaltungsgeschäft verbunden sei, desto gravierender sei auch der Umsatzeinbruch. „Der margenschwache Flaschenbierabsatz im Handel kann die massiven Umsatzverluste im Gastgewerbe und die Einbußen beim Export nicht annähernd auffangen.“

Mit dem Brief kritisieren die Biererzeuger vor allem die staatlichen Hilfsmaßnahmen, die in der Branche ihrer Erfahrung nach nicht greifen. Bis auf wenige Ausnahmen gingen die 1.500 deutschen Brauereien bei den finanziellen Unterstützungspaketen leer aus. „Wenn Bund und Länder hier nicht gezielt, entschieden und schnell mit finanzieller Unterstützung gegensteuern, droht vielen unserer Betriebe die Insolvenz.“

Neben einer raschen Nachbesserung – beispielsweise durch staatliche Erstattungen für entsorgtes Bier – fordert die Branche auch gezielt Öffnungsperspektiven für wichtige Abnehmerbereiche. Wenn es die Infektionslage zulasse, sollten Gastronomie und Hotellerie mit ihren „nachweislich wirksamen Vorkehrungen zum Schutz vor Neuinfektionen“ wieder zum Zuge kommen.