Mit der Hoba-Erweiterung wird’s so schnell nichts

Baden-Baden (nof) – Das Gymnasium Hohenbaden (Hoba) platzt aus allen Nähten. Doch beim geplanten Neubau auf der Vincenti-Garage gibt es erhebliche Probleme. Der Zeitplan ist nicht mehr zu halten.

Das Gymnasium Hohenbaden (links) benötigt mehr Fläche. Ein Erweiterungsbau soll gegenüber auf der Vincenti-Garage neben der Grundschule (oben im Bild, begrünte Fläche) errichtet werden. Foto: Willi Walter/Archiv

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Das Gymnasium Hohenbaden (links) benötigt mehr Fläche. Ein Erweiterungsbau soll gegenüber auf der Vincenti-Garage neben der Grundschule (oben im Bild, begrünte Fläche) errichtet werden. Foto: Willi Walter/Archiv

Die Stadtverwaltung rechnet mit einen Verzug um mindestens ein Jahr. Ursprünglich war die Realisierung des 7,5 Millionen-Euro-Projekts für den Zeitraum von Mitte 2023 bis Ende 2024 vorgesehen. In der Sitzung des Schul- und Sportausschusses am 1. Dezember wird über die aufgetretenen Schwierigkeiten beim Hoba-Neubau informiert.

Die Vorbereitung ist aufwendig: Die grundsätzliche Machbarkeit eines Neubaus auf der Garage neben der Vincenti-Grundschule wurde untersucht, heißt es in der Sitzungsvorlage. Dabei hätten sich aber „neue Problemstellungen in Bezug auf Denkmalschutz, Schutz der Gesamtanlage, Integrität der Welterbestätte, Fernwirkung und Erhalt der Eingrünung ergeben“.

Zehn Varianten und kein Konsens

Als Grundlage für die denkmalrechtliche Beurteilung sei eine „historische Erkundung“ erfolgt. Die denkmalrechtlichen Rahmenbedingungen wurden laut Vorlage wiederum in mehreren Online-Terminen mit dem Landesamt für Denkmalpflege (LAD) sowie der Stabstelle für Welterbe-Bewerbung und Stadtgestaltung besprochen und konkretisiert. Im Ergebnis wurden zehn Varianten untersucht und gegenübergestellt. Aber: Bedingt durch die „schwierigen Rahmenbedingungen“ sei kein Einvernehmen erzielt worden. Deshalb wurden die Varianten im Gestaltungsbeirat vorgestellt, der sich in seinen Mai- und Julisitzungen mit der Erweiterung intensiv befasst habe. Angesichts fehlender besserer Alternativen hat dieser empfohlen „die flächenmäßig kleinste Variante entlang der unteren Vincentistraße weiter zu verfolgen“. Diese sei mittlerweile im Hinblick auf mögliche Grundrissgestaltung und statische Machbarkeit grob untersucht worden. Ergebnis: Realisierbar wären demnach „bei optimistischer Betrachtung maximal 700 der rund 900 Quadratmeter benötigten Programmfläche ohne Aula. Das notwendige Raumprogramm kann somit nicht untergebracht werden.“ Die Grundrissaufteilung unterliege „sehr vielen Zwangspunkten und Einschränkungen“. Die künftigen Pausenflächen wurden mit beiden Schulen abgestimmt.

Archiktenwettbewerb geplant

Die Aulen von Gymnasium Hohenbaden und Vincenti-Schule könnten im Neubau wegen des beschränkten Flächenangebotes aber nicht untergebracht werden. „Maßnahmen zum Erhalt beziehungsweise Wiederaufnahme der Nutzung im Bestand wurden untersucht. Lösungsansätze werden momentan weiterverfolgt und abgestimmt.“

An beiden Schulen seien die Brandschutzmaßnahmen überprüft worden. Die zugehörigen Brandschutzkonzepte werden derzeit erstellt. Um einen Schritt weiter zu kommen und Rechtssicherheit für eine Planung zu erhalten, sei nach der Sitzung des Gestaltungsbeirats im Juli 2021 eine Bauvoranfrage gestellt und Anfang Oktober eingereicht worden. Auf deren Beantwortung heißt es nun warten: Wenn der Bauvorbescheidantrag genehmigt wird, ist die Durchführung eines Architektenwettbewerbes geplant. Doch die weitere Zeitschiene ist abhängig von der Verfahrensdauer für den Bauvorbescheid, so die Verwaltung. Die Platznot im Hoba beschäftigt das Rathaus schon länger. Einst war sogar einmal ein Gebäudetausch mit der Vincentischule als mögliche Option im Gespräch. Doch dieses Gedankenspiel ist vom Tisch. Die Vincenti-Grundschule ist seit diesem Schuljahr Ganztagsschule – ebenfalls mit entsprechendem Raumbedarf. Eine Mensa wurde in einem ehemaligen Klassenzimmer eingerichtet.

Ihr Autor

BT-Redakteur Nico Fricke

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Erstellt:
30. November 2021, 08:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 19sec

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