Mit der neuen Badesaison beginnt wieder der Ärger

Rastatt (mak) – Anwohner am Lindensee in Ottersdorf beschweren sich über Vermüllung, Partylärm und Badegäste, die ihre Notdurft im Gebüsch verrichten. Mit der Badesaison gehen die Probleme wieder los.

Die regelmäßige Vermüllung am Lindensee ist etlichen Anwohnern ein Dorn im Auge. Foto: pr

© pr

Die regelmäßige Vermüllung am Lindensee ist etlichen Anwohnern ein Dorn im Auge. Foto: pr

Ein vermüllter Badestrand, Grillfeuer, nächtlicher Partylärm und Badegäste, die ihre Notdurft in den Büschen verrichten: So fasst eine Anwohnerin des Ottersdorfer Lindensees, die anonym bleiben möchte, die Situation an warmen Sommertagen zusammen. „Es ist für uns einfach nicht mehr auszuhalten“, spricht sie auch im Namen weiterer Anwohner. Mit Beginn der Badesaison hat der Ärger wieder begonnen. Die genannten Probleme gibt es seit etlichen Jahren, doch im Vorjahr habe sie „einen signifikanten Anstieg an Badegästen“ registriert, teilweise bis zu 200 am Tag. An einem Sommertag Ende August habe sie die Polizei gerufen und sich über die Zustände am See beschwert. „Die Polizei kam dann und hat mit einer Clique von Jugendlichen gesprochen. Einer der Beamten hat dabei auf unsere Häuserreihe gezeigt.“ Sie sei gerade draußen im Garten gewesen, als die Jugendlichen später vorbeikamen, sie beschimpften und bedrohten. Ihrem Nachbarn seien Schläge angedroht worden. Sie fühle sich seitdem bedroht, deshalb wolle sie ihren Namen nicht in der Zeitung lesen.

Anwohner sammeln Müll ein

Die Ortsverwaltung mache „überhaupt nichts“, kritisiert sie: „Ortsvorsteher Stefan Lott sagt, wir sollen Ordnungsamt und Polizei anrufen. Doch bei der Polizei heißt es, man habe andere Dinge zu tun und beim Ordnungsamt ist am Samstag und Sonntag bestimmt niemand zu erreichen“, so die Ottersdorferin. Beim Gassi-Gehen mit dem Hund sammle sie den Unrat auf und werfe ihn in die Mülleimer oder lege ihn daneben, wenn diese voll seien. Etliche Anwohner sammelten ebenfalls den Müll am See ein. Ein weiteres Ärgernis: Die Badegäste schlagen sich aufgrund fehlender Toiletten in die Büsche. „Das ist von unserer Terrasse her einsehbar, doch das stört die Leute überhaupt nicht“, schildert die Frau. Zudem sei vor allem an den Wochenenden lautstark gefeiert worden, bis weit nach Mitternacht. „Das hat sich bei den jungen Leuten rumgesprochen, dass am Lindensee nicht kontrolliert wird“, vermutet sie einen weiteren Grund für die Vielzahl der Badegäste. Weiterhin sei die Lindenallee regelmäßig zugeparkt gewesen, das städtische Ordnungsamt habe zwar Strafzettel an Falschparker verteilt, sich aber nicht um die Zustände am See gekümmert, schildert die Ottersdorferin ihren Eindruck. Ortsvorsteher Stefan Lott bestätigt: „Unmassen von Jugendlichen hinterlassen ihren Müll und verrichten überall ihre Notdurft.“

Bauhofmitarbeiter machen sauber

Der See sei an den Angelsportverein verpachtet, der für einen zwei Meter breiten Streifen am Ufer für die Sauberkeit zuständig ist. „Von unserem Bauhof kommen jeden Tag zwei Leute und machen sauber, doch die können nur das Gröbste einsammeln.“ Im vergangenen Sommer habe es einen Termin mit dem Ordnungsamt gegeben, das sich bereit erklärt habe, bei Bedarf auch an Samstagen zur Verfügung zu stehen. Er habe mehrmals mit dem Ordnungsamt telefoniert und auch Bilder geschickt, die Situation sei dort bekannt. Auch er mache sich ein Bild von der Lage am See: „Teilweise grillen die Leute unter dem Schild, auf dem draufsteht, dass Grillen verboten ist.“ Darauf angesprochen, heiße es meist, man sei gleich fertig. Er könne keine Bußgelder verhängen, jedoch der kommunale Vollzugsdienst der Stadt Rastatt, der nicht einfach nur Verwarnungen aussprechen sollte: „Solange der Geldbeutel nicht drückt, wird sich nichts ändern.“ Auf die Frage, ob ein Dixi-Klo die Lage verbessern würde, meint der Ortsvorsteher: „Das sehe ich nicht ein. Der Lindensee ist ja eigentlich kein Badesee. Wir haben eine Treppe mit Geländer gebaut, damit Ältere besser ins Wasser kommen und stellen Liegen auf, und alles wird angesägt und beschädigt.“

Größere Müllbehälter schnell aufstellbar

Bei der Stadt sind in diesem Jahr noch keine Beschwerden über die Lage am Lindensee eingegangen, im Vorjahr nur ein paar, teilt Pressesprecherin Heike Dießelberg mit. Der kommunale Ordnungsdienst sei bei gutem Wetter am Wochenende unterwegs, könne jedoch nicht überall sein. Für ein unerlaubtes Grillfeuer werde eine Verwarnung von 50 Euro ausgesprochen, bei Vermüllung ein Bußgeld von 75 Euro, bei Ruhestörung werden 50 Euro fällig. Im Hinblick auf die Müllproblematik meint sie: „Wenn die Ortsverwaltung sagt, sie braucht größere Mülleimer, wird die Stadt diese schnellstmöglich aufstellen. Ob auch ein Dixi-Klo aufgestellt wird, muss man prüfen.“

Info: Bürger können sich beim Kommunalen Ordnungsdienst unter (0 72 22) 9 72 73 10 melden. Die Nummer ist auch geschaltet, wenn das Team am Wochenende im Dienst ist – was aber nicht an jedem Wochenende und durchgehend der Fall ist. Zudem gibt es den städtischen Mängelmelder: https://maengelmelder.rastatt.de.

Zum Artikel

Erstellt:
24. Juni 2021, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 16sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.