Mit lautstarken Parolen durch Bühl

Von Ursula Klöpfer

Bühl (urs) – Beim großen Klimaaktionstag von Fridays for Future in Bühl zogen Teilnehmer aus der gesamten Region durch die Innenstadt.

Mit lautstarken Parolen durch Bühl

Mit politischen Parolen ziehen die Teilnehmer des Klima-Aktionstags lautstark durch die Bühler Innenstadt. Foto: Klöpfer

Mit Dauerregen startete der große Klimaaktionstag von Fridays for Future (FFF) gestern Morgen nicht gerade mit optimalen Wetterbedingungen in den Tag. Doch zum Veranstaltungsbeginn um 14Uhr in Bühl riss die Wolkendecke auf und bot den jungen Klimaaktivisten eine effektvolle Bühne für ihren Klimaprotest.

Schlagkräftig und lautstark wie eh und je, so als hätte es die Corona-Zwangspause nie gegeben, wiesen die Jugendlichen mit mehreren Aktionsformen auf die drängenden sozial-ökologischen Probleme unserer Zeit hin. So bekamen nicht nur die sieben Sprecher, deren Reden Themen wie Nachhaltigkeit, Umwelt- und Klimaschutz zum Inhalt hatten, lauten Beifall. Auch die coronakonforme Demo durch die Bühler Innenstadt machte hörbar auf sich aufmerksam. Mit politischen Parolen ging es vom Kirchplatz zu einer Zwischenkundgebung zum Platz Villefrance und zurück.

„Kurzstreckenflüge nur für Insekten“

Ruhig ging es dabei nicht zu: Sprechgesänge wie „Wir sind hier! Wir sind laut! Weil ihr uns die Zukunft klaut!“ machten der Wut der Jugendlichen ebenso Luft wie zahlreiche Banner und Plakate. So war unter anderem zu lesen: „Eure Klimapolitik ist ein Witz, aber keiner lacht“ oder „Kurzstreckenflüge nur für Insekten“.

Die Begrüßung hatten Noreen Tausend und Theo Kaufmann übernommen, die eine Klimaneutralität bis 2035 forderten: „Dafür kämpfen wir heute.“ Hat unsere Bewegung etwas gebracht?, fragte im Anschluss Pauline Roth (FFF Baden-Baden). Ihre Antwort dazu klar und deutlich: „Ja, denn unsere Zukunft ist uns nicht egal. Es gab noch nie besseren Klimaschutz in Deutschland als heute. Wir haben schon einiges erreicht, aber noch nicht genug.“ Eines sei jedoch klar: „Wenn wir dahin kommen wollen, wo wir müssen, wird es wehtun.“

Klimaschutzmanager Martin Thiele der Stadt Bühl gab zu bedenken: „Müssen wir uns betroffen fühlen, um zu handeln?“ In den vergangenen Wochen habe man einen Vorgeschmack davon bekommen, was uns künftig erwarte: Hitzewelle, gefolgt von Starkregen. „Diese Extremwetterereignisse häufen sich in naher Zukunft aufgrund der instabilen Wetterlage“, so Thiele.

Kreideaktion und Müllsammlung

Johannes Ruhnke von der DGB Hochschulgruppe Freiburg stellte fest: „Der menschengemachte Klimawandel ist das wichtigste politische Thema unserer Zeit. Die Menschheit hat nur einen Planeten für uns und unsere Kinder. Lasst uns gemeinsam für eine klimagerechte Zukunft kämpfen, in der jeder Mensch das gleiche Recht auf Teilhabe an unserem Planeten hat.“ Tudor Costin (Die Linke Baden-Baden) forderte nachhaltige Landwirtschaft und Klimaneutralität bis 2035, nahm die Militäreinsätze sowie Rüstungsexporte ins Visier und gab zu bedenken: „Wir brauchen einen gesamtwirtschaftlichen Wandel statt Konsumkritik.“

Reden von Ben Becker (FFF Achern), Sebastian Wald (FFF Rastatt) und Beate Gässler (GAL Bühl) schlossen sich an. Die Stadträtin dankte den jungen Menschen für ihren unermüdlichen Einsatz im Klimaschutz.

Den Abschluss des Aktionstages machten eine Kreideaktion und eine dezentrale Müllsammlung. Ziel des großen Klimaaktionstages der Aktivisten von Fridays for Future war es, auf die Gefahren des Klimawandels aufmerksam zu machen und im Hinblick auf die Bundestagswahl am 26. September zum Wählen aufzufordern.