Mit viel AHA und Testnachweis

Rastatt (kba) – Die Rastatter Gastronomiebetriebe bereiten sich auf die Öffnung nach dem Lockdown vor, die jedoch strengen Auflagen unterliegt.

Endlich wieder machen, was sie am besten können, die Gäste im Lokal verwöhnen, ist bei vielen Gastronomen nun das größte Anliegen, meint Frank Hildenbrand. Foto: Kerstin Bausch

© Kerstin Bausch

Endlich wieder machen, was sie am besten können, die Gäste im Lokal verwöhnen, ist bei vielen Gastronomen nun das größte Anliegen, meint Frank Hildenbrand. Foto: Kerstin Bausch

Geimpft, genesen oder frisch getestet, so kehrt man nach Beschluss des Gesundheitsministeriums vom 13. Mai bei Wiedereröffnung der Gastronomiebetriebe in Stufe eins nun ein – und geht noch bei Tag wieder heim. Baden-Württemberg geht voran, und in Rastatt haben einzelne Gastronomen bereits die Segel gesetzt für eine mutige Öffnung noch vor Pfingsten. Frank Hildenbrand sieht als Vorsitzender der Kreisstelle Rastatt des Hotel- und Gaststättenverbands und Betreiber des Restaurants „Schnick-Schnack“ in Niederbühl neben den Chancen auch die Herausforderungen dieser Vorreiterrolle, denn auch die Gäste werden sich darauf einlassen müssen.

Lang ersehnte Öffnung

Lang ersehnt war die bevorstehende Wiedereröffnung der Gastronomie. Dennoch rechnet Hildebrand mit einem Anfang, der viel Kraft kostet. Auch sein Lokal war seit November 2020 zu, als der Bund zur Eindämmung der zweiten Corona-Welle bundesweit die gastronomischen Betriebe, von Abholangeboten abgesehen, wieder geschlossen hat. Erst wenn die Inzidenzzahl an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen unter 100 war, kann nach einer Bekanntmachung durch das Landratsamt der Betrieb mit Einschränkungen wieder aufgenommen werden. Das ist im Landkreis Rastatt nun am morgigen Samstag der Fall. Auch mal wieder gemütlich etwas essen gehen zu können, würde vielen fehlen, und auch in der Branche freue man sich, dass die neue Corona-Verordnung vom 13. Mai eine Öffnung der Betriebe zunächst von 6 bis 21 Uhr endlich ermögliche. Dafür habe sich auch der Verband stark gemacht, dem landesweit rund 12.000 Betriebe aus dem Gastgewerbe angehören. „Baden-Württemberg ist hier dieses Mal der Vorreiter“, erklärt Hildenbrand im Gespräch mit dem BT. Dennoch sieht er der Wiederaufnahme des Gastbetriebs „mit einem lachenden und einem kritischen Auge“ entgegen. Sein eigenes Lokal, das „Schnick-Schnack“ in Niederbühl, sei zwar von Anfang an dabei, doch fürchtet er, dass auch bei einigen Gästen die Verunsicherung groß ist: „Natürlich wünscht man sich insgeheim, dass man überrannt wird, wenn wieder auf ist. Schon seit der vergangenen Woche rufen Leute an und fragen: Können wir kommen?“ Weise er dann auf die Sperrstunde und den negativen Antigen-Schnelltest mit Nachweis hin, seien die Reaktionen oft etwas verhaltener. Und um 20 Uhr zu essen und danach noch gemütlich zu sitzen, ginge eben erst mal noch nicht. „Gerade hat einer seine Feier darum kurzerhand von 19 Uhr auf halb sechs vorverlegt.“

Nicht alle Plätze dürfen besetzt werden

Nicht alle Plätze dürfen besetzt werden, was die Wirtschaftlichkeit in den Lokalen weiter gefährde. Und wenn der Wert an drei Tagen wieder über 100 steigt, wird erneut die „Bundesnotbremse“ gezogen. „Spontan“ auf ein Bier zu gehen, müsse nun gut geplant sein. Und: „Nun haben wir auch erst mal den Druck“, bremst Hildenbrand weiter die Euphorie. Einerseits gelte es, alle Regeln strikt einzuhalten, um Gäste und Mitarbeiter zu schützen: „Um 21 Uhr muss Schluss sein.“ Und andererseits die Zahlen weiter nach unten zu treiben. „Bisher konnten wir noch zu keiner Welle beitragen“, weist Hildenbrand noch mal auf das rigorose Bewirtungsverbot in der Corona-Zeit hin, „nun liegt es an uns, zu beweisen, dass wir ohnehin nie die Pandemie-Treiber waren“ und angesichts der Hygienekonzepte wohl auch nicht gewesen wären, meint Hildenbrand. Nur die Außengastronomie zu öffnen, hätte zu viele Betriebe von vorneherein ausgeschlossen. Bei der Dehoga begrüßt man darum die allgemeine Öffnung, wenn auch zunächst nur in Baden-Württemberg. Dass nun auch möglichst viele Gäste ein Einsehen haben angesichts dieser Gastlichkeit nach neuen Regeln, bleibe zu hoffen. Sinken die Zahlen weiter, wird die Sperrstunde nach 14 Tagen auf 22 Uhr verschoben und andere Regionen könnten nachziehen. Hildenbrand: „Mein Wunsch wäre es, dass wir dann spätestens zur Fußball-EM ab 11. Juni schönes Wetter haben und endlich auch wieder gemeinsam in den Biergärten sitzen können“ – und sich dann hoffentlich alle auch schon ein wenig eingegroovt hätten. Ab morgen mit am Start in Rastatt sind auch das „Avocado“, der „Hopfenschlingel,“ das neue „Pinocchio“, das „Rheinau Pub“ und ganz bestimmt auch noch so manches andere „Lieblingslokal“, das sich längst schon wieder auf „seine“ Gäste freut.

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Erstellt:
21. Mai 2021, 11:00 Uhr
Lesedauer:
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