Mittelbaden: 30 weitere Hektar mit PFC belastet

Rastatt (fk) – Die Erprobung von Verdachtsflächen im Landkreis Rastatt hat weitere PFC-belastete Flächen in mehreren Kommunen zutage gefördert. Insgesamt gelten nun 1.188 Hektar als verunreinigt.

Viel Aufwand für die Wasseraufbereitung: Durch 114 graue Filterrohre wird etwa das Baden-Badener Wasser gepresst, um es PFC-frei zu machen. Foto: Harald Holzmann/BT-Archiv

© hol

Viel Aufwand für die Wasseraufbereitung: Durch 114 graue Filterrohre wird etwa das Baden-Badener Wasser gepresst, um es PFC-frei zu machen. Foto: Harald Holzmann/BT-Archiv

Im Landkreis Rastatt wurden neue Flächen entdeckt, die mit PFC belastet sind. Insgesamt 30 Hektar. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Umweltamts des Rastatter Landratsamtes im Frühjahr.
Insgesamt wurden demnach 57 Hektar an Verdachtsflächen genauer geprüft, die sich ausschließlich im Landkreis Rastatt befinden. Die dabei neuentdeckten, verunreinigten Flächen liegen auf den Gemarkungen der Kommunen Rastatt, Sinzheim, Bühl, Hügelsheim sowie Rheinmünster, wie Landratsamtssprecher Michael Janke auf BT-Nachfrage erläuterte.

1.188 Hektar belastet

Tiefenschärfer darf das Amt die Flächen aus Datenschutzgründen nicht benennen. Dass bei der Erprobung so viele bisher nicht bekannte Belastungsflächen entdeckt wurden, ist Janke zufolge nicht ungewöhnlich. „Bei den 57 Hektar handelte es sich ja schon um Verdachtsflächen, bei denen es natürlich durchaus wahrscheinlich ist, dass man dort PFC findet.“

Damit sind von insgesamt 10.162 Hektar Ackerland in Mittelbaden 2.962 Hektar gezielt risikoorientiert untersucht worden (Verdachtsflächen). 1.188 Hektar davon gelten als verunreinigt. Der Behörde zufolge sind derzeit rund 88 Prozent der Ackerflächen Mittelbadens als nicht verunreinigt einzustufen, rund zwölf Prozent weisen einen PFC-Eintrag auf. Das Untersuchungsprogramm werde im Sommer und Herbst dieses Jahres fortgesetzt. Die nächste Aktualisierung der Flächenzahlen ist für Januar 2022 vorgesehen.

Erprobungen im Stadtkreis Baden-Baden abgeschlossen

Eigentlich sollten noch in diesem Jahr die Untersuchungen in den mittelbadischen Böden abgeschlossen werden, Janke rechnete am Donnerstag aber eher mit dem Frühjahr 2022. Im Stadtkreis Baden-Baden sind die Erprobungen unterdessen seit Längerem abgeschlossen. Bei Bekanntwerden neuer Verdachtsflächen könnten allerdings weitere Flächenuntersuchungen notwendig werden. Auf BT-Anfrage präzisierte die Stabstelle PFC beim Regierungspräsidium Karlsruhe dazu bereits vor Monaten, dass nicht davon auszugehen sei, dass weitere Bodenflächen belastet seien, so Dr. Gabriel Striegel. Dennoch fänden weiterhin Untersuchungen von Gewässern aller Art statt. Unter Hinzuziehung des Grundwassermodells könnten so eventuelle weitere Ausbreitungen bemerkt werden, in deren Folge dann erneut Bodenuntersuchungen unternommen würden, so die Behörde.


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.