Mittelbaden: Hoher Personalaufwand für Impfzentren

Baden-Baden/Rastatt (sga) – Am 15. Dezember soll die Massenimpfung in den Impfzentren losgehen. Gebraucht wird dafür viel Personal. In Baden-Baden und Rastatt wartet man derzeit noch auf Anweisungen.

Am 15. Dezember muss alles stehen: Die Vorbereitungen für die Impfzentren laufen auf Hochtouren. Foto: Christian Charisius/dpa

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Am 15. Dezember muss alles stehen: Die Vorbereitungen für die Impfzentren laufen auf Hochtouren. Foto: Christian Charisius/dpa

Nur noch 16 Tage. Dann soll die Massenimpfung in den Zentralen Impfzentren (ZIZ) losgehen. Kurz darauf folgt der Start in den Kreisimpfzentren (KIZ). Bis dahin gibt es noch einiges zu tun – Standorte müssen geklärt und der Impfstoff geliefert werden. Und dann ist da noch diese Masse an Personal, die vor Ort gebraucht wird. Wie will das Land das hinbekommen?

Immerhin sind es rund 1.100 Menschen, die in den acht oder neun geplanten ZIZ tätig sein sollen. Was die 50 angedachten KIZ betrifft, spricht das Sozialministerium sogar von insgesamt etwa 3.600 Personen. „Nach derzeitigem Planungsstand soll im Zweischichtbetrieb gearbeitet werden. Speziell bei den Kreisimpfzentren sprechen wir von 72 Einsatzkräften pro Tag“, schlüsselt Markus Jox auf BT-Anfrage die Personalrechnung auf. 72 Einsatzkräfte, die an sieben Tagen in der Woche von 7 bis 21 Uhr vor Ort sind. Im Sozialministerium sei man sich der großen Zahl durchaus bewusst, schildert Jox: „Aber wir sprechen hier von Corona.“ Da müsse schnell reagiert werden. Mindestens 700 Menschen sollen täglich geimpft werden.

Ärzte und medizinisches Fachpersonal

Betrieben werden sollen die Impfzentren in Kooperation mit den Unikliniken und der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW). Letztere, so ein Sprecher der KVBW, werbe bei ihren Mitgliedern um Mithilfe. Dabei gehe es nicht nur um Ärzte, sondern auch um medizinisches Fachpersonal.

Bereits im Frühjahr rief die Landesärztekammer dazu auf, für Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zur Verfügung zu stehen. „Dieser Ausruf war vornehmlich an Ärzte außerhalb der Regelversorgung gerichtet, sowie an solche, die ihre ärztliche Tätigkeit erst in letzter Zeit aufgegeben haben“, so Tobias Langenbach, Pressesprecher der Landesärztekammer, auf BT-Anfrage. Damals konnten über 2.000 Rückmeldungen gesammelt werden. „Die Resonanz war breit. Aus nahezu allen Regionen Baden-Württembergs meldeten sich Organisationen und Einrichtungen zurück“, so Langenbach. Dieser gewonnene Ärztepool stehe unter anderem auch für Impfungen zur Verfügung.

Unterstützung aus der „Blaulichtfamilie“

Doch nicht nur medizinisches Fachpersonal und Ärzte müssen ab Mitte Dezember zur Verfügung stehen. Laut Jox soll die „gesamte Blaulichtfamilie“, wie zum Beispiel das Deutsche Rote Kreuz, miteinbezogen werden. Das Technische Hilfswerks (THW) hat angekündigt, bei dem Aufbau von Impfzentren „den technischen und logistischen Part zu übernehmen“. Bei einigen Aufgaben könne Unterstützung angeboten werden, insbesondere beim Aufbau der notwendigen Infrastruktur, wie zum Beispiel temporärer Energieversorgungen oder Zu- und Abwasserleitungen.

Vor Ort eingesetzt werden sollen aber auch Reinigungskräfte, Dolmetscher, Fahrer, Mitarbeiter für die Registrierung und Dokumentation sowie Sicherheitskräfte. „Vieles ist derzeit noch in Abklärung“, berichtet Roland Seiter, Pressesprecher der Stadt Baden-Baden, auf BT-Anfrage. Natürlich werde innerhalb der Verwaltung bereits über die Organisation gesprochen, „dennoch warten wir auf genaue Anweisungen des Landes“. Offen sei laut Sébastien Oser, Leiter des Amts für Baurecht und Naturschutz, ein genauer Auftrag seitens des Sozialministeriums: „Dennoch stehen wir in engem Austausch mit den Städten Gaggenau und Bühl und bereiten uns bestmöglich vor.“

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Erstellt:
28. November 2020, 13:00 Uhr
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