Mittelbaden: Wechselunterricht spätestens ab Montag

Baden-Baden/Rastatt (naf) – Die Schulen in der Kurstadt können ab Donnerstag wieder ihre Türen öffnen – im Landkreis ab Freitag. Wann wieder regulär unterrichtet werden kann, bleibt jedoch unklar.

Ab Ende der Woche könnten die Lehrer in Mittelbaden ihre Schüler wieder vor Ort willkommen heißen. Foto: Carsten Rehder/dpa

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Ab Ende der Woche könnten die Lehrer in Mittelbaden ihre Schüler wieder vor Ort willkommen heißen. Foto: Carsten Rehder/dpa

Von kaum einem Wert hing in der Vergangenheit so viel ab, wie von dem, der täglich vom Landesgesundheitsamt kommuniziert wird. Der Inzidenzwert im Landkreis Rastatt liegt seit Mittwoch vergangener Woche unter 165, in Baden-Baden seit dem Dienstag davor. Mit den am Dienstag gemeldeten Zahlen ist nun klar: Die Schulen und Kitas öffnen wieder.
Ab Donnerstag können die Schulen der Kurstadt Wechselunterricht anbieten, einen Tag später dürfte es im Landkreis Rastatt wieder losgehen, wie Benjamin Wedewart, Sprecher des Landratsamts, auf BT-Anfrage bestätigt. Trotz der niedrigen Werte seit einer Woche haben Lehrkräfte, Eltern und Schüler die sichere Zusage erst seit Dienstag, denn für Schulöffnungen sind die Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) relevant, die den Werten des Landesgesundheitsamts um einen Tag hinterherhinken. Auch der 1. Mai wurde als Feiertag nicht in die Zählung einbezogen.

Mehr Flexibilität für Schulen

Nun stehen die Öffnungen aber vor der Tür und mit ihnen „mehr Flexibilität“, berichtet Schulamtsleiter Wolfgang Held. Gemäß dem Kultusministerium können die Schulen aus organisatorischen Gründen eine Übergangsfrist von bis zu drei Tagen in Anspruch nehmen. Für Land- und Stadtkreis bedeutet das, die Bildungseinrichtungen müssen spätestens am Montag starten, bestätigt Wedewart. „Die Schulen müssen die Umstellung also nicht zwingend am Donnerstag oder Freitag umsetzen“, erklärt Held und ergänzt: „Ich bin sehr froh, dass diese Flexibilität eingeräumt wurde.“ Zuvor sei es vorgekommen, dass er – und mit ihm die Schulen – erst freitagnachmittags Anweisungen für den kommenden Montag erhalten hatten.

Die Übergangsfrist bringe zwar mit sich, dass „Eltern verständlich gemacht werden muss, warum Schulen möglicherweise unterschiedlich öffnen“, ergänzt Held. Denn rechtlich könnten alle Schulleiter für sich entscheiden, ob sie von der Frist Gebrauch machen. Der jeweilige geschäftsführende Schulleiter habe allerdings „einen Blick darauf, um das nach Möglichkeit zu vereinheitlichen“.

In der Kurstadt hat das funktioniert. „Gymnasien, Grundschulen und Werkrealschulen fangen aller Voraussicht nach am Donnerstag wieder an“, bestätigt Annemarie Harrer, Leiterin des städtischen Fachgebiets Schule und Sport, gegenüber dem BT. „Die Schulen wollen das nutzen“ – schließlich warte in der kommenden Woche bereits der nächste Feiertag. Kindertageseinrichtungen in Baden-Baden können den Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen ab Donnerstag ebenfalls wieder aufnehmen, wie das Landratsamt mitteilt. Sie sind nicht von der Übergangsfrist betroffen.

Noch kein regulärer Unterricht vorgesehen


Die Sieben-Tage-Inzidenz in der Kurstadt – am Dienstag lag sie bei 123,2 – nähert sich seit einigen Tagen der 100er-Marke. Obwohl diese laut Bundesnotbremse den Wert markiert, ab dem auf Wechselunterricht umgestellt werden muss, sorgt eine Unterschreitung im Umkehrschluss nicht für Lockerungen. Held erklärt: Die Bundesverordnung schreibt Wechselunterricht zwar erst ab einer Inzidenz ab 100 vor, die Landesverordnung geht allerdings über diese Vorgabe hinaus. „Der Mindestabstand muss laut Landesverordnung immer eingehalten werden“, sagt der Schulamtsleiter. „In der Regel können so nicht alle Schüler in einem normalen Klassenzimmer untergebracht werden.“ Einen Plan, wie oder wann unter diesen Umständen wieder in den regulären Unterricht gestartet werden kann, gibt es „im Augenblick noch nicht“.

Das bestätigt auch Fabian Schmidt, Pressesprecher des Kultusministeriums, auf BT-Anfrage. Regulärer Unterricht könne nur unter Einhaltung des Mindestabstands stattfinden. Bei weiter sinkenden Zahlen würde die Landesregierung voraussichtlich „entsprechend nachjustieren und die Verordnung dementsprechend anpassen“. So lange muss es beim Wechselunterricht bleiben – unabhängig von der Inzidenz.

In welcher Form dieser angeboten wird, können die Schulen selbst entscheiden. Der Anteil des Fernunterrichts sowie in welcher Häufigkeit zwischen Fern- und Präsenzunterricht gewechselt werden muss, ist laut Kultusministerium nicht verbindlich vorgegeben. „So viel Unterricht wie möglich, unter Beachtung der Hygienevorrichtungen und Testkapazitäten“, benennt Held die „Faustregel“. Bei den Testkits hätte es vor Kurzem zwar zum Teil Lieferengpässe gegeben. Der Schulamtsleiter geht jedoch davon aus, dass für die startende Hälfte der Schüler genügend zur Verfügung stehen.

Ihr Autor

BT-Volontärin Nadine Fissl

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Erstellt:
4. Mai 2021, 15:27 Uhr
Aktualisiert:
4. Mai 2021, 18:56 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 56sec

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