Motorräder in Baden-Baden zu laut und zu schnell

Baden-Baden (hez) – Der Hauptausschuss befasste sich mit der Situation des Motorradverkehrs in Baden-Baden. Geklagt wurde über Lärm und Raser auf der B500.

Das Verhalten mancher Motorradfahrer sorgt immer wieder für viel Ärger in der Kurstadt. Foto: Peter Steffen/dpa

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Das Verhalten mancher Motorradfahrer sorgt immer wieder für viel Ärger in der Kurstadt. Foto: Peter Steffen/dpa

„Es ist unerträglich, was da abgeht!“ Diese Feststellung von CDU-Fraktionschef Ansgar Gernsbeck machte in der jüngsten Sitzung des gemeinderätlichen Hauptausschusses am Montag deutlich, wie sehr man den Motorradlärm ganz besonders in Lichtental, Geroldsau und Oberbeuern als Belastung empfindet.

Im Rahmen des Sachstandsberichts der Verwaltung zum Motorradverkehr kam Mats Tilebein, Leiter des Fachbereichs Ordnung und Sicherheit, auch auf die städtischen Lärmmessungen an der Maximilianstraße, Geroldsauer und Beuerner Straße zu sprechen, bei denen sich gezeigt hat, dass doch etliche Motorradfahrer mit mehr als 73 Dezibel Lärmerzeugung unterwegs sind. Dies ist ein Wert, ab dem man grundsätzlich im Bereich des Lärmschutzes von zwingendem Handlungsbedarf spricht. Bürgermeister Roland Kaiser bezeichnete die vorliegenden Zahlen als „erschreckend“.

Eine gemeinsame Initiative von Land und mittlerweile rund 160 Kommunen, zu denen auch Baden-Baden gehört, hat einen Forderungskatalog erarbeitet. Darin geht es unter anderem um eine Überarbeitung der Zulassungsregeln für Motorräder in der EU, um die Ermöglichung von Beschränkungen und Fahrverboten, um die stärkere Ahndung „lärmerzeugender Fahrweisen“ und neue Lärmmessmethoden.

Hohe Unfallzahlen auf der B500

Verwiesen wurde von der Verwaltung auch auf die besonderen Probleme durch rasende Motorradfahrer auf der B500 (Schwarzwaldhochstraße), die zu hohen Unfallzahlen (speziell im vergangenen Jahr) führen. Oberbürgermeisterin Margret Mergen meinte dazu: „Da gibt es wohl gerade in der Corona-Zeit den Wunsch, an Limits zu gehen.“

Ansgar Gernsbeck betonte, dass sich das Lärm-Problem in den vergangenen Jahren verstärkt habe. Auf der Schwarzwaldhochstraße vom Zimmerplatz aufwärts würden von Motorradfahrern regelrechte Rennsportveranstaltungen durchgeführt: „Das geht dann über Stunden hin und her.“ Eine Überwachung laufe ins Leere, weil die beteiligten Biker gut vernetzt seien und sich über eventuelle Kontrollen informieren. Eingebaute Soundanlagen sorgten für besondere Lärmbelastung. Er wisse eigentlich nicht, so Gernsbeck, wie man dies in den Griff bekommen solle. Die Politik müsse aber nun handeln.

Markus Fricke (FBB) wollte wissen, ob man der Verwaltung Motorradfahrer in Baden-Baden melden könne, die immer wieder lautstark „durch die Gegend brettern“. Mats Tilebein unterstrich, dass gern jeder Hinweis angenommen werde, wenn Verdacht bestehe, dass jemand am Auspuff seines Motorrads manipuliert hat.

Erhöhung des Kontrolldrucks gefordert

Kurt Herrmann (AfD) erklärte, dass er gegen Streckensperrungen sei. Es sei ärgerlich, wenn die große Mehrheit der vernünftigen Motorradfahrer für das Verhalten „einiger Trottel“ bestraft würde. Rolf Pilarski (FDP) sieht Streckensperrungen ebenfalls als falschen Weg an. Wichtig seien vielmehr EU-Vorgaben, die festlegen, „wie laut diese Dinger sein dürfen“. Es sei falsch, dass die Ingenieure der Hersteller immer wieder die Leistung der Maschinen erhöhten. Man brauche auch eine Erhöhung des Kontrolldrucks. Es gelte, „die Idioten von normalen Fahrern zu trennen“.

Auf städtischer Seite, so meinte Mats Tilebein, „überlegen wir in jede Richtung, was wir machen können.“ Roland Kaiser verwies auf die zuletzt ergriffenen Maßnahmen gegen Motorradraser an der Schwarzwaldhochstraße (Tempolimit, Parkplatzsperrungen), die auch „massive Eingriffe für die anderen Verkehrsteilnehmer bedeuten“. Nun müsse man dort die weitere Entwicklung genau beobachten.

Ihr Autor

BT-Redakteur Henning Zorn

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Erstellt:
21. Juli 2021, 11:00 Uhr
Lesedauer:
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