Muggensturm: 1,8 Millionen für Sportanlagen

Muggensturm (ser) – Der Gemeinderat hat einer Neukonzeption auf dem Areal des Fußballvereins zugestimmt. Diese sieht Natur- und Kunstrasenplatz sowie zwei Kleinspielfelder samt Weitsprunganlage vor.

Der Rasenplatz in Muggensturm wird saniert. Foto: Heiner Wirbser

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Der Rasenplatz in Muggensturm wird saniert. Foto: Heiner Wirbser

Seit vielen Jahren bemüht sich der Fußballverein Muggensturm (FVM) um eine neue Sportanlage. Denn seit über 30 Jahren wurden an den bisherigen Rasenplätzen keine wesentlichen Sanierungsmaßnahmen durchgeführt. Bei der Ratssitzung am Montag stimmte der Gemeinderat einstimmig einer Neukonzeption für 1,8 Millionen Euro zu.
Die Sportanlage besteht aktuell aus zwei Rasenfeldern, einem Tennenplatz und zwei Weitsprunganlagen für Schulsport und Leichtathletik. Bei den Rasenplätzen wurde in den vergangenen Jahren lediglich die Grundpflege durchgeführt, die Weitsprunganlagen sind veraltet und ungepflegt.

Im Vorfeld war zusammen mit dem Fußballverein geprüft worden, ob zwei Rasenplätze ohne den Tennenplatz den tatsächlichen Bedarf der 310 aktiven Mitgliedern, darunter 222 Jugendspielerinnen und -spieler des FVM, decken könne. Der Fußballverein errechnete für seinen Sportbetrieb, Wettkampf und Training 2.460 Stunden pro Jahr. Der DFB empfiehlt eine maximale Belastung pro Rasenspielfeld von 1.040 Stunden pro Jahr, sodass mehrere Sportplätze notwendig sind.

Hohe Frequentierung als Schadensursache

Die Ursache für die Schädigung der bestehenden Plätze ist laut Verein die zu hohe Frequentierung. Bei Gemeinde und Verein reiften deshalb die Überlegungen für eine Neukonzeption mit Flutlicht und LED-Beleuchtung.

Das Ingenieurbüro Nicolas Krieg aus Freiburg stellte am Montag zwei Varianten vor. In der ersten Variante ging es um drei Naturrasenplätze, die rund eine Million Euro kosten würden. Variante zwei, die auch vom Gemeinderat befürwortet wurde, sieht vor, dass das derzeitige Hauptspielfeld als Naturrasenplatz saniert wird und das mittlere Spielfeld in einen Kunstrasenplatz umgebaut wird. Der dahinterliegende Tennenplatz soll abgetrennt werden und dort zwei Kleinspielfelder inklusive Weitsprunganlage entstehen. Die Kleinspielfelder werden benötigt, um die Trainingsstunden der einzelnen Mannschaften zu gewährleisten und ein Training auch während des Turnierbetriebs zu ermöglichen. Ein Bewässerungssystem für beide Spielfelder sowie eine Neuausrichtung der Flutlichtanlage wird integriert.

Die gesamten Kosten der Sportanlage kalkulierte der Ingenieur auf rund 1,8 Millionen Euro. Vom Sportbund erwartet man Zuschüsse von rund 260.000 Euro. Somit verbleiben bei Verein und Gemeinde rund 1,6 Millionen Euro. Die jährlichen Instandhaltungs- und Pflegekosten für die Sportanlage schätzte Nicolas Krieg auf 13.000 Euro.

Intensiv befasste man sich mit der Ausführungsart der Kunstrasenfläche. Hier zeigte der Planer verschiedene Möglichkeiten auf – von der Verfüllung des Kunstrasens mit Kork, Olivenkernen oder Quarzsand bis zu unverfülltem Kunstrasen, der zu 100 Prozent recycelt werden kann.

„Riesige Investition für die Jugend“

Das Ratsgremium entschied sich schließlich für den in der Investition etwas teureren, unverfüllten Kunstrasen, der in der Pflege wesentlich billiger ist und somit auf die Lebensdauer gerechnet wieder günstiger wird. Die Fraktionssprecher Dietmar Herz (MBV), Walter Jüngling (SPD) und Joachim Schneider (CDU) sprachen von einer riesigen Investition, die man für die Jugend tätige. Mit der neuen Sportplatzkonzeption, Tennishalle und dem Um- und Erweiterungsbau der Wolf-Eberstein-Halle habe die Gemeinde nun die Anlagen der Sportvereine modernisiert, betonte Bürgermeister Dietmar Späth.

Anfang November soll die Ausschreibung für die Bauarbeiten erfolgen, Mitte Dezember hofft man, die Aufträge vergeben zu können. Mit dem Rückbau und Bau des Kunstrasens soll im Februar/März 2022 begonnen werden. Die Bauzeit beträgt rund vier Monate. Die Sanierung des Naturrasenplatzes ist für Juli 2022 vorgesehen, so dass bis Oktober die Gesamtanlage mit Umzäunung fertiggestellt sein wird.

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Erstellt:
13. Oktober 2021, 11:00 Uhr
Lesedauer:
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