Muggensturm bleibt auch 2020 schuldenfrei

Baden-Baden/Muggensturm (tas) – Aktuelle Zahlen des Statistischen Landesamts zeigen: Vor allem kleine Gemeinden kommen ohne Schulden aus.

Die Pro-Kopf-Verschuldung in Mittelbaden ist in Baden-Baden am höchsten. Grafik: BT

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Die Pro-Kopf-Verschuldung in Mittelbaden ist in Baden-Baden am höchsten. Grafik: BT

Der Corona-Krise zum Trotz bleibt die Gemeinde Muggensturm schuldenfrei – als einzige im Landkreis Rastatt. Das geht aus der am Freitag veröffentlichten Schuldenstatistik des Statistischen Landesamtes in Stuttgart hervor. Und wenn es nach Bürgermeister Dietmar Späth geht, soll das auch in den kommenden Jahren so bleiben.

„Wir haben einen sehr erfreulichen Stand bei der Gewerbesteuer, die Corona-Ausfälle waren nicht so gravierend wie befürchtet“, sagt Späth gegenüber dem BT mit Sicht auf 2021. „Es sieht also so aus, dass wir auch in diesem und den nächsten Jahren schuldenfrei bleiben werden.“

In Baden-Württemberg schaffen dies derzeit knapp neun Prozent der Städte und Gemeinden. Muggensturm ist eine der 97 von 1.101 Kommunen, bei denen Kernhaushalt und Eigenbetriebe keine Kredite, Kassenkredite oder Wertpapierschulden im öffentlichen und nicht-öffentlichen Bereich aufweisen. Üblichweise gelingt dies oftmals kleineren Gemeinden mit weniger als 10.000 Einwohnern, in der Mehrheit haben sie sogar unter 5.000 Einwohner. Muggensturm beispielsweise zählt etwas mehr als 6.000 Einwohner.

Ganz nah dran an der schwarzen Null sind auch die Gemeinden Rheinmünster mit 124 Euro Pro-Kopf-Verschuldung, Iffezheim (53 Euro) und Lichtenau (11 Euro). Laut dem Landesamt kommen insgesamt 55 Gemeinden im Südwesten unter die 100-Euro-Marke. Landesweit beträgt die durchschnittliche Verschuldung je Einwohner 1.271 Euro, 300 Gemeinden müssen eine noch höhere Pro-Kopf-Schuldenlast tragen. Darunter sind etwa 100 Gemeinden mit mehr als 2.000 Euro Schulden je Einwohner, unter ihnen befinden sich auch zahlreiche Kurorte – beispielsweise Baden-Baden – beziehungsweise Fremdenverkehrsgemeinden.

„Sich kaputtzusparen macht keinen Sinn“


Muggensturm hat seine Verschuldung in den vergangenen Jahren immer weiter zurückgeführt – auch dank einer gelungen Ansiedlungspolitik, die die Steuereinnahmen sprudeln ließ. „Offensichtlich haben wir in der Vergangenheit die richtigen Beschlüsse gefasst“, sagt Späth. „Die Firmen, die bei uns heimisch geworden sind, arbeiten sehr erfolgreich.“

Seit seinem Amtsantritt im Jahr 1993 habe Späth keinen Kreditvertrag mehr bei einer Bank unterschreiben müssen. Ab diesem Zeitpunkt seien die Kreditverpflichtungen kontinuierlich zurückgeführt worden. 1998 lag die Verschuldung (Kernhaushalt und Eigenbetriebe) in der mittelbadischen Gemeinde noch bei 579 Euro je Kopf, 2007 rutschte sie unter die 100er-Marke mit 88 Euro je Einwohner, seit 2016 verfügt Muggensturm offiziell über ein Haushaltsplus. Dass Sparen an sich kein Ziel ist, weiß auch Späth. „Sich kaputtzusparen macht keinen Sinn, aber wir haben alle notwendigen und sinnvollen Infrastrukturprojekte auf den Weg gebracht.“

Laut der aktuellen Landesstatistik steht unter den baden-württembergischen Großstädten mit mehr als 200.000 Einwohnern die Landeshauptstadt Stuttgart am besten da. Trotz der umfangreichen öffentlichen Aufgaben einer Metropole beträgt die Pro-Kopf-Verschuldung lediglich 447 Euro. Hier macht sich einmal mehr die starke Aufstellung Stuttgarts bei Industrie und Dienstleistung und damit die Gewerbesteuerkraft bemerkbar. Karlsruhe kommt auf 1.424 Euro Pro-Kopf-Verschuldung, Freiburg folgt mit 2.040, Mannheim mit 2.824 Euro.

Ihr Autor

BT-Redakteur Tobias Symanski

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Erstellt:
28. August 2021, 12:30 Uhr
Lesedauer:
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