Muggensturm hat neuen Partner in Sachen Solarstrom

Muggensturm (sl) – Muggensturm will Fotovoltaikanlagen auf kommunalen Dächern. Errichten und betreiben wird sie die Energie-Bürgergenossenschaft Durmersheim. Auch Privatleute können sich engagieren.

Die Bürger-Energiegenossenschaft Durmersheim soll die Anlagen in Muggensturm errichten. Das spart dem Rathaus hohe Kosten. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

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Die Bürger-Energiegenossenschaft Durmersheim soll die Anlagen in Muggensturm errichten. Das spart dem Rathaus hohe Kosten. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Auch in Muggensturm will man aus Sonne Strom machen und die ökologische und energetische Ausrichtung der Gemeinde vorantreiben. Gelingen soll dies mit Fotovoltaikanlagen auf den Dächern kommunaler Gebäude. Betreiben soll diese die Bürger-Energiegenossenschaft Durmersheim, die daran auch großes Interesse hat. Der Gemeinderat befürwortete das in seiner Sitzung am Montag einstimmig.


Zunächst geht es um die Dächer der erweiterten Wolf-Eberstein-Halle, der Tennishalle (die an den Tennisclub vermietet ist), der Kinderkrippe „Storchennest“ und des geplanten Kindergartens im Faisen Nord II. Wie Bürgermeister Dietmar Späth erklärte, ist die Stromerzeugung nicht das Kerngeschäft der Gemeindeverwaltung. Man habe die Eneregio als möglichen Investor und Betreiber gefragt, die aber kein Interesse gezeigt habe.

Strom soll dem Eigenbedarf der Gebäude dienen

Durch einen Pressebericht sei man dann auf die Bürger-Energiegenossenschaft Durmersheim gestoßen. Deren Vorstandssprecher Hartmut Oesten stellte die Genossenschaft und ihr Angebot in der Gemeinderatssitzung vor: Demnach soll die Gemeinde der Bürgergenossenschaft die Dächer gegen eine eher symbolische Jahresmiete von 150 Euro pro Dach zur Verfügung stellen, die Genossenschaft errichtet und betreibt dort auf ihre Kosten Fotovoltaikanlagen, um CO2-freien Strom zum Eigenbedarf dieser Gebäude zu erzeugen. Muggensturm spart sich dadurch die Anschaffungs-, Betriebs- und Wartungskosten der Anlagen, die auch über die Genossenschaft versichert sind. Auf den Strompreis von derzeit 23,8 Cent pro Kilowattstunde gewährt die Genossenschaft der Gemeinde einen Rabatt von 3,8 Cent.

Ab 100 Euro kann man dabei sein

Der Vertrag soll zunächst auf 20 Jahre mit Verlängerungsoption geschlossen werden. Die Fotovoltaikanlangen hätten eine Lebensdauer von 30 Jahren, so Hartmut Oesten. Die Genossenschaft bietet den Bürgern und der Kommune ein mögliches Engagement über eine Beteiligung an der Genossenschaft an: Ein Anteilsschein kostet 100 Euro und ist die Mindestinvestition. Maximal kann man sich mit 5.000 Euro engagieren, wobei die Beteiligung derzeit auf fünf Anteile begrenzt sei. Wie Bürgermeister Späth durchblicken ließ, hat die Gemeinde Interesse an einer Mitgliedschaft. Auch Gemeinderäte zeigten sich interessiert.

Harald Unser (MBV) begrüßte das Vorhaben. In Muggensturm selbst eine eigene Energiegenossenschaft zu gründen, würde einen Schritt zu weit führen, zumal man ja die Fachleute mit Erfahrung in er Nachbarschaft habe.

Walter Jüngling (SPD) fand, dass die „Gemeinde auf der Überholspur“ in Klimafragen noch Luft nach oben habe. Die Genossenschaftslösung fand er die drittbeste nach einem Eigenbetrieb durch die Gemeinde oder einer Partnerschaft mit der Eneregio. „Aber dem Klima ist es egal, wer die Solaranlagen betreibt“, so Jüngling.

Joachim Schneider (CDU) sprach von einem Mosaikstein in Sachen Klimaschutz, man werde noch über andere Felder intensiv nachdenken müssen. Dieses sei jedenfalls schnell umsetzbar und würde sinnvollerweise Arbeitsaufwand vom Rathaus fernhalten.


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