Muggensturmer Sportvereine ohne Trainingsmöglichkeit

Muggensturm (as) – Nach der Corona-Zwangspause beginnt in vielen Sportarten die Wettkampfsaison, aber in Muggensturm ist wegen gesperrter Hallen kein Trainingsbetrieb möglich.

Vorerst kein Zugang für Vereine: Die Sporthalle der Albert-Schweitzer-Schule Muggensturm, hier bestuhlt für die Einschulungsfeier. Foto: Vetter

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Vorerst kein Zugang für Vereine: Die Sporthalle der Albert-Schweitzer-Schule Muggensturm, hier bestuhlt für die Einschulungsfeier. Foto: Vetter

„Halle bis auf Weiteres gesperrt“, mit dieser dürren Info auf einem Zettel in der Schulturnhalle und später per Rundmail aus dem Rathaus wurden Muggensturmer Sportvereine diese Woche vor ein Dilemma gestellt: Nach einem halben Jahr coronabedingter Zwangspause beginnt in vielen Sportarten die Wettkampfsaison wieder, aber für Handballer, Turner oder Tischtennisspieler ist in Muggensturm kein Trainingsbetrieb möglich.
Die Wolf-Eberstein-Halle ist infolge des Wasserschadens durch die Baustelle (das BT berichtete) nicht nutzbar, und in der Schulturnhalle hat die Gemeinde den über die Sommerferien dort erfolgten Übungsbetrieb nun untersagt. „Wir wollen zwei Wochen abwarten, wie sich die Corona-Fallzahlen im Regelbetrieb der Schule entwickeln“, erläutert Bürgermeister Dietmar Späth auf BT-Anfrage den Grund. Vorrang habe aus Sicht der Gemeindeverwaltung, dass der Schulbetrieb läuft und keine neuerliche Schulschließung erforderlich wird, betont er.

Wie aus den Vereinen zu hören ist, hat man dafür grundsätzlich Verständnis. „Aber es müsste doch möglich sein, von Freitag- bis Sonntagabend die Halle für den Trainingsbetrieb zu öffnen, sie dann zu reinigen und zu desinfizieren, dann steht sie der Schule am Montag wieder zur Verfügung“, findet Hartmut Metz, Präsident des Tischtennisclubs (TTC) Muggensturm. Der Verein habe bereits erste Abmeldungen erhalten, und wie man den Saisonauftakt ohne Training bestreiten soll, sei auch noch fraglich. „Muggensturm ist die einzige Gemeinde weit und breit, in der die Vereine die Schulturnhalle nicht nutzen dürfen“, hat er bei befreundeten Clubs im Umland erfahren.

„Vielleicht sind wir etwas strenger als andere Gemeinden“, räumt der Bürgermeister ein. „Aber wir sind lieber übervorsichtig, das ist auch eine Vorgabe von mir“, erklärt Späth, der um den Verdruss der Vereine weiß und als Sportler auch Verständnis für diese hat.

Denn weil aufgrund der Corona-Vorgaben nur in kleineren Gruppen trainiert werden darf, ist es auch nicht möglich, in andere Hallen im Umland auszuweichen. „Alle Kapazitäten ausgeschöpft“, diese Auskunft erhält Bettina Haas, Vorsitzende des 1226 Mitglieder zählenden Turnvereins Muggensturm derzeit auf alle Anfragen, wie sie auf BT-Anfrage erzählt. Die Verzweiflung wächst, denn nicht nur Handball- und Turnabteilung, die sportlich recht erfolgreich sind, wollen für die bevorstehenden Wettkämpfe trainieren, schildert sie: „Die Mitglieder fragen ständig, wann es weitergeht.“

Nach einem Gespräch gestern Vormittag am Rande der Einschulungsfeier mit Rektor Johannes Hermann gehe er davon aus, dass die Halle ab Oktober wieder für Trainingszwecke genutzt werden kann, sagt Bürgermeister Dietmar Späth. Zuvor sei ein Treffen mit den Vereinsvorsitzenden geplant, in dem ein Reinigungskonzept besprochen werden soll, bei dem er die Vereine in der Verantwortung sieht: „Sie müssen dafür sorgen, dass das funktioniert.“ Nach jeder Benutzung seien Grundreinigung und Desinfektion der Halle erforderlich, berichtet er von den Vorgaben aus der entsprechenden Landesverordnung. Das habe im Sommerferienbetrieb bei einigen Gruppen sehr gut, bei anderen weniger geklappt, schildert er Beobachtungen. „Aber darauf müssen wir uns verlassen können.“

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Erstellt:
18. September 2020, 11:00 Uhr
Lesedauer:
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