Murgtäler stellt Strafanzeige gegen Deutsche Bahn

Gernsbach/Rastatt (tas) – Ein Gernsbacher Bauingenieur hat die Deutsche Bahn angezeigt. Vorwurf: Sie soll die Tunnelhavarie in Rastatt fahrlässig verursacht haben.

Baustelle des Bahntunnels Rastatt: Dort hatten sich 2017 die Bahngleise abgesenkt. Foto:  Uli Deck/dpa

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Baustelle des Bahntunnels Rastatt: Dort hatten sich 2017 die Bahngleise abgesenkt. Foto: Uli Deck/dpa

Vier Jahre nach der Rastatter Tunnelhavarie hat der Gernsbacher Bauingenieur Hugo Ecker Strafanzeige gegen die Deutsche Bahn gestellt.

Eine entsprechende Anzeige sei am Montag an die Staatsanwaltschaften Baden-Baden und Berlin versandt worden, sagte Ecker auf Anfrage des Badischen Tagblatts. Die Ermittlungsbehörde in Berlin konnte den Eingang der Anzeige am Montag noch nicht bestätigen. Ecker zufolge sei das entsprechende Schreiben auch an die Deutsche Bahn und Kommunen entlang des Oberrheins versandt worden.

Ecker wirft dem staatseigenen Konzern vor, die Havarie des Rastatter Bahntunnels im Jahr 2017 grob fahrlässig verursacht zu haben und die Öffentlichkeit über die Ursache im Unklaren zu lassen. Der Bausachverständige vermisst bei der Projektplanung die Einschaltung von unabhängigen Experten, die aus seiner Sicht durch entsprechende Gutachten den Tunneleinbruch hätten verhindern können.

Ziel ist die Entkoppelung


Die Deutsche Bahn wollte sich am Montag in der Sache nicht konkret äußern. Das Beweiserhebungs- und Schlichtungsverfahren sei noch nicht abgeschlossen, hieß es auf Anfrage des BT. „Aussagen zu Ursachen des Schadensereignisses gibt es erst nach Abschluss des Verfahrens“, teilte ein Bahnsprecher mit.

Der Rastatter Bahntunnel ist Teil des Neu- und Ausbaus der Rheintalbahnstrecke, einer der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen im europäischen Bahnverkehr. Ziel ist die Entkoppelung von Güter- und Personentransport, um die Kapazitäten auf der Route zu steigern. Beim Bau des Rastatter Tunnels kam es 2017 allerdings zu einem Unfall, bei dem die Gleise der bestehenden Rheintalbahnstrecke über dem im Bau befindlichen Tunnel absackten. Dies führte zu einer wochenlangen Sperrung der Strecke und wird am Ende wohl einen hohen Millionenschaden bedeuten.

Ihr Autor

BT-Redakteur Tobias Symanski

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Erstellt:
23. August 2021, 18:00 Uhr
Lesedauer:
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