Murgtäler und „Teamplayer“

Weisenbach (vgk) – Rudolf Fritz ist untrennbar mit seiner Heimat Weisenbach und Au verbunden. Am Donnerstag, 22. Juli, feiert er seinen 75. Geburtstag.

Rudolf Fritz ist seit 2018 Träger des Bundesverdienstkreuzes.  Foto: Veronika Gareus-Kugel

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Rudolf Fritz ist seit 2018 Träger des Bundesverdienstkreuzes. Foto: Veronika Gareus-Kugel

Er macht nicht gerne Aufhebens um seine Person. „Was ich in den zurückliegenden Jahrzehnten bewegen konnte, ging nur gemeinsam mit engagierten Mitstreitern. Ich bin dankbar für die Rahmenbedingungen und das Glück, das ich im Leben hatte und noch habe, um meine Ehrenämter ausüben zu können“, resümiert er.

1946 wurde er in Au geboren. Dort besuchte er die Schule, an die sich eine Schlosserlehre und Beschäftigung bei der Firma Holtzmann anschloss.

Sein erstes Ehrenamt war Ministrant. Als junger Mensch engagierte er sich in der christlichen Arbeiterjugend, was in der Erzdiözese Freiburg nicht unbemerkt blieb. Fritz folgte dem Angebot, für diese hauptamtlich zu arbeiten und entschied sich für eine zusätzliche Fortbildung zum Sozialsekretär – eine perfekte Kombination, wie sich später erweisen sollte.

„Es war für mich eine prägende Zeit. Ich entdeckte, dass die Arbeit mit Menschen mir mehr gibt als die Technik“, blickt der Jubilar zurück. Mit der Fachhochschulreife in der Tasche strebte Rudolf Fritz ein Sozialarbeiter-Studium an.

25 Jahre Geschäftsführer der Lebenshilfe Rastatt/Murgtal

Dass daraus nichts wurde, hatte mit einem Angebot der Hagsfelder Werkstätten Karlsruhe zu tun, einer Einrichtung für Behinderte. Diese suchte zum damaligen Zeitpunkt einen Handwerker mit pädagogischen Fähigkeiten und Kenntnissen. 1975 nahm Fritz dort zunächst die Stelle des stellvertretenden Werkstattleiters an, bevor er die Leitung komplett übernahm. Im selben Jahr lernte er seine Frau Marlis kennen, Lehrerin an der Johann-Belzer-Schule. 1979 wurde Tochter Diana geboren.

Geschäftsführer der Kreisvereinigung Lebenshilfe Rastatt/Murgtal, der Murgtal-Werkstätten und Wohngemeinschaft wurde Fritz 1985. Er war mitverantwortlich für den Aufbau von Begleit- und Betreuungsangeboten im Bereich Wohnen und Arbeiten für psychisch und mehrfachbehinderte Menschen. Wohlgemerkt als „Teamplayer“, wie Fritz mehrfach betont. Der Abschied in den Ruhestand erfolgte 2010. „Für mich war es eine erfüllende Aufgabe: Ich durfte mithelfen, Menschen mit Behinderung in Ottenau in die Gesellschaft zu integrieren,“ zeigt sich Fritz dankbar.

Mit Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet

Der Jubilar ist ein bekennender Murgtäler. Von seinen 75 Lebensjahren verbrachte er gut sieben Jahrzehnte in Weisenbach oder Au. Dort kennt und schätzt man ihn nicht zuletzt wegen seines gesellschaftlichen und sozialen Engagements. In den Weisenbacher Gemeinderat rückte das CDU-Mitglied 1978 nach. Es folgten 36 Jahre Gemeinderatsarbeit. In dieser Zeit wurde er zum ersten stellvertretenden Bürgermeister gewählt. Eine interessante Aufgabe mit Synergieeffekt, wie er erzählt.

Seinem Lebenszyklus entsprechend hat sich Fritz immer beruflich und ehrenamtlich engagiert. Erfüllend sei jetzt die Seniorenarbeit. Der Seniorenrat ist eine Gruppe von Helfern, die sich um Wohnberatungen, Pflegezuschüsse oder um handwerkliche Kleinleistungen für die älteren Weisenbacher kümmert.

Seine Frau Marlis ist nicht nur immer an seiner Seite, sondern auch Ergänzung, wie Fritz erzählt. Sie ging ihren eigenen Aktivitäten nach, indem sie zum Beispiel Szenespiele für den Heimatpflegeverein entwarf, die bei großen Festen aufgeführt wurden.

Im März 2018 wurde Rudolf Fritz für seinen beruflichen und ehrenamtlichen Einsatz mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

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Erstellt:
22. Juli 2021, 09:00 Uhr
Lesedauer:
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