Murgtäler wünschen sich mehr Lärmschutz

Gaggenau (ans) – Am Donnerstag fand eine Bürgerwerkstatt in Bad Rotenfels statt. Dort wurden Vorschläge von Mitgliedern der Leader-Kulisse für eine neue Förderperiode gesammelt.

Pia Ditscher und Antje Wurz (von links) hören sich Beiträge der Bürger zum Thema „Vernetzung und Zusammenarbeit regionaler Akteure“ an. Foto: Anna Strobel

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Pia Ditscher und Antje Wurz (von links) hören sich Beiträge der Bürger zum Thema „Vernetzung und Zusammenarbeit regionaler Akteure“ an. Foto: Anna Strobel

Rund 70 Teilnehmer aus dem Murgtal haben sich am Donnerstag an der Bürgerwerkstatt in der Kulturhalle in Bad Rotenfels beteiligt. Eingeladen waren alle Bürger der Region, um gemeinsam Schwachpunkte, Chancen und mögliche Lösungen herauszuarbeiten.

Man habe die Kulturhalle gewählt, da Gaggenau kürzlich neu als Kandidat des EU-Förderprogramms Leader hinzugekommen sei. „Gaggenau ist ein wichtiger Beitrittskandidat“, betonte Antje Wurz, Geschäftsführerin des Vereins Regionalentwicklung Mittelbaden Schwarzwaldhochstraße.

Die Bürgerwerkstätte wurde von Leader-Vereinsmitgliedern organisiert. „Leader ist ein europäisches Förderprogramm“, erläuterte Claus Haberecht, Vorsitzender der Leader-Kulisse Mittelbaden. Die lokale Aktionsgruppe setzt sich seit 2015 für die Entwicklung zwischen Murgtal und Rebland ein. Auf fünf verschiedenen Feldern wurde ein Entwicklungsprozess angestoßen. Bis Ende 2020 wurden 46 Projekte mit Geld der Europäischen Union und des Landes Baden-Württemberg in Höhe von rund drei Millionen Euro unterstützt. „Wir freuen uns sehr, die bisherige Gebietskulisse um fünf neue Gemeinden zu erweitern: Sasbachtal mit Breitenbrunnen, Gaggenau, Marxzell und Malsch“, berichtete Haberecht. Als Besonderheit der Region nannte er den Nationalpark Schwarzwald.

Ein Teich für jede Kommune

Da das Ende der Förderperiode bevorstehe, sei es erneut Zeit, Ideen und Vorschläge der Einwohner zu sammeln, um sich wiederum Fördermittel zu bewerben. Denn Leader stehe für die Teilhabe der Bürger an diesem Prozess. Diese wüssten am besten, welche Themen in ihren jeweiligen Kommunen derzeit wichtig seien.

An Thementischen wurden Ideen gesammelt und förderfähige Vorschläge erarbeitet. Als Herausforderung kristallisierte sich kommunenübergreifend die fehlende Grundversorgung mit Lebensmittel, beispielsweise in Sulzbach, Oberweier und Michelbach, heraus.

Eine weitere Gemeinsamkeit stellt aus Sicht einiger Anwesender die Mobilitätsproblematik in vielen Murgtäler Dörfern dar. Da Busse in den Schulferien nur selten fahren und Ruftaxis nicht mehr zuverlässig funktionierten, habe man Angst, abgehängt zu werden. Hinzu kommen Zukunftssorgen, verursacht durch den demografischen Wandel.

Erhaltung der Streuobstwiesen

Wichtig ist den Bürgern außerdem die Erhaltung der Streuobstwiesen. „Grundsätzlich soll eine nachhaltige Nutzung von Flächen in den Vordergrund gestellt werden“, berichtete Wurz. „Man könnte in der Landwirtschaft mehr mit genossenschaftlichen Lösungen arbeiten“, lautet einer der Lösungsvorschläge. Bei der Landschatzpflege könne man außerdem verstärkt auf umweltfreundliche Elektrogeräte setzen, um Lärm zu reduzieren. Eine besonders spannende Projektidee, so Wurz, sei der Vorschlag, dass jede Kommune einen Teich anlegt. Das trage zur Artenvielfalt bei und sei zudem mit wenig Aufwand umzusetzen. „Es wäre ein tolles Alleinstellungsmerkmal“, sagte die Geschäftsführerin.

Weitere Ideen reichten von generationsübergreifendem Wohnen über Bürgerbusse und einen kulturellen Tag, bei dem sich alle Kommunen beteiligen können. „Eine Art Tag des lebendigen Museums, nur für Konzerte“, beschreibt Wurz die Idee eines Bürgers. Außerdem könnten Sehenswürdigkeiten auf Wanderwegen mit QR-Codes versehen werden, um weitere Informationen abzurufen.

Wer den Termin in Bad Rotenfels verpasst hat, der kann bei der Bürgerwerkstatt in Bühl am 15. November teilnehmen, warb Wurz. Denn gute Ideen könne man immer gebrauchen.

Ihr Autor

BT-Volontärin Anna Strobel

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Erstellt:
30. Oktober 2021, 13:00 Uhr
Lesedauer:
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