Murgtal-Schulen arbeiten an Teststrategie

Murgtal (stj) – Schulen und Schulträger bereiten sich überall im Land auf die „indirekte Testpflicht“ vor, die ab 19. April gilt. Das Murgtal ist gerüstet, wenngleich es noch offene Baustellen gibt.

Für Schüler im Murgtal gibt es ab jetzt Corona-Schnelltests. Beispielfoto: Sven Hoppe/dpa

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Für Schüler im Murgtal gibt es ab jetzt Corona-Schnelltests. Beispielfoto: Sven Hoppe/dpa

Die Murgtal-Städte Gaggenau und Gernsbach sehen sich für die „indirekte Testpflicht“ an Schulen gerüstet. Ab kommenden Montag ist in Stadt- und Landkreisen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz über 100 ein negatives Testergebnis Voraussetzung für die Teilnahme am Präsenzunterricht. „Wir gehen davon aus, dass die Testkapazitäten ausreichend sind. Das Land hat genügend Kits geordert“, heißt es aus beiden Rathäusern.

In der Großen Kreisstadt soll die erste Lieferung der Testkits bis Mitte dieser Woche eintreffen. Dabei handele es sich um Selbsttests, die nur im vorderen Nasenbereich angewendet und von den Schülern selbst vorgenommen werden. Berechnet wird die Anzahl für die jeweiligen Kommunen über einen Schlüssel entsprechend der Daten des Kultusministeriums Baden-Württemberg. Dieser ergibt für Gaggenau exakt 5.135 Testkits. Erfahrungsgemäß werden es Angaben der Stadtverwaltung zufolge aber etwas mehr sein, da entsprechend der Packungsgrößen aufgerundet werde. „Für die freiwillige Testung in dieser Woche haben wir den Schulen Tests aus der Notreserve zur Verfügung gestellt“, sagt Pressesprecherin Judith Feuerer zur Übergangszeit bis 19. April.

Nach den Vorgaben des Landes sind die Schulen selbst für die Durchführung der Tests verantwortlich. Es bleibt damit den Bildungseinrichtungen überlassen, wie sie es vor Ort organisieren. Sie haben allerdings ein Budget erhalten, um Schulungsangebote und weitere Notwendigkeiten finanzieren zu können. Die Stadt Gaggenau bietet zusammen mit der Vitalapotheke entsprechende Schulungstermine an. „Schüler, die sich nicht testen lassen, dürfen das Schulgebäude nicht betreten und nicht am Unterricht teilnehmen. Die Präsenzpflicht ist ja nach wie vor ausgesetzt, sodass diese Kinder Zuhause lernen“, erklärt die Verwaltung weiter.

Auch in Gernsbach werden die Lehrkräfte vor Ort geschult. Das erfolgt in Zusammenarbeit mit dem DRK-Ortsverein und der Wendelinus-Apotheke Weisenbach. In Ergänzung wird vom Testhersteller ein Erklär-Video zur Verfügung gestellt, informiert die Pressestelle. Diese Woche sind die Tests noch freiwillig. Sofern die Inzidenz im Landkreis Rastatt über 100 bleibt, darf ab nächster Woche niemand mehr in der Schule sein, der sich nicht testen möchte.

Nur ein „Tropfen auf einen heißen Stein“

Auch auf die Grundschulen wartet diese Woche noch viel Arbeit. So lag etwa an der Grundschule in Loffenau am Montag noch keine abschließende Teststrategie vor. „Wir sind in der Planung. Die konkreten Vorgaben zur Umsetzung der Teststrategie liegen den Schulen erst seit Freitag vor“, berichtet Rektorin Martina von Köller. Sie kam am Montagmorgen zu Schulbeginn auch nicht sehr viel weiter, weil bis zum Nachmittag keine Lieferungsankündigung seitens der Gemeinde erfolgen konnte. Das änderte sich dann: Bürgermeister Markus Burger vermeldete, dass ein Paket mit 169 Schnelltests im Rathaus eingetroffen sei. Diese sind jedoch sowohl für die Grundschule als auch das Personal der Kindertagesstätten vorgesehen. Nach dem „sogenannten Starterpaket“ sind laut Burger „weitere Lieferungen vom Land angekündigt“.

Derweil sind 250 Testkits aus Stuttgart im Weisenbacher Rathaus eingetroffen, berichtet Hauptamtsleiter Walter Wörner. Wie sie verteilt werden, werde am Dienstag in einer Telefonkonferenz mit der Schulleitung besprochen. Auch müssten noch viele Einzelheiten – beispielsweise die Frage der Schulung der Lehrkräfte oder die Testung des Kindergartenpersonals – geklärt werden. Bei 130 Schülern der Johann-Belzer-Schule seien die vorliegenden Tests nur ein „Tropfen auf einen heißen Stein“.

In Forbach geht Hauptamtsleiterin Margit Karcher davon aus, dass genügend Testmaterial rechtzeitig zur Verfügung stehen wird, „sodass wir mit den Testungen in der Schule in der nächsten Woche beginnen können.“ Schließlich ist die Teilnahme am Präsenzunterricht im Wechselbetrieb ab 19. April nur dann möglich, wenn ein negatives Ergebnis eines Corona-Schnelltests vorliegt. Der Bedarf an der Forbacher Klingenbachschule für zwei Testungen pro Woche wurde auf Grundlage der Personal- und Schülerzahlen vom Land ermittelt. Die Lehrkräfte werden durch medizinisches Fachpersonal für die Selbsttests geschult.

Wenn die Sorgeberechtigten kein Einverständnis zur Testung in der Schule erteilen oder keine Bescheinigung eines aktuellen Tests mit negativem Ergebnis vorliegt, dürfen diese Kinder am Präsenzunterricht und an der Notbetreuung nicht teilnehmen, betont Karcher. Sie werden dann per Fernunterricht beschult. „So können sie ihrer Schulpflicht trotzdem nachkommen“, erläutert die Hauptamtsleiterin weiter.

Die Tests werden in den Schulalltag eingebunden. Die Kinder sollen altersentsprechend in die Durchführung einbezogen werden und diese mit Anleitung auch selbst durchführen. Umfassende Informationen erhalten die Eltern direkt über die Klingenbachschule.


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