Murgtal: Winterspaß auf Bergeshöhen

Gernsbach/Forbach (mm/BT) – Glitzernder Schnee, strahlende Sonne, blauer Himmel und eine knackige Kälte – die Zutaten für einen Wintertag sind perfekt.

Ideale Bedingungen für das Wintervergnügen am ehemaligen Skihang bei der Roten Lache zwischen Bermersbach und Baden-Baden. Foto: Markus Mack

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Ideale Bedingungen für das Wintervergnügen am ehemaligen Skihang bei der Roten Lache zwischen Bermersbach und Baden-Baden. Foto: Markus Mack

Sowohl am Kaltenbronn als auch an der Roten Lache bei Bermersbach treffen sich die Menschen und genießen die Natur – überwiegend Familien mit Kindern sind es beim Schlittenfahren oder am Kaltenbronner Skilift, Einzelsportler und Paare beim gemeinsamen Langlauf oder einfach beim Spazierengehen im Schnee.

Das Einzugsgebiet für den Kaltenbronn ist groß, Autos mit Stuttgarter Kennzeichen, aus Mannheim, Esslingen, Ludwigsburg, Heidelberg oder Calw sind auf den Parkplätzen dort abgestellt. Diese sind zwar durchgehend gut belegt, aber es werden immer wieder Plätze frei, die Frühaufsteher machen den späteren Gästen Platz – bis mittags ohne Verkehrschaos. Am Sonntag ist die Zufahrt zum Kaltenbronn zeitweise gesperrt worden, weil die Parkplätze fast vollständig ausgelastet waren.

Was alle brauchen, ist die entsprechende Kleidung, denn der Wind pfeift ordentlich auf der Höhe. Gegen die Kälte hilft die richtige Ausstattung. Funktionskleidung in allen Farben ist bei Alt und Jung zu sehen, da macht es nichts, wenn der Nachwuchs einmal vom Schlitten fällt. Und wenn es ganz kalt wird, hilft ein warmer Tee aus der Thermoskanne.

Am Kaltenbronn ist der Lift in Betrieb – coronakonform, wie Betreiber Sven Schlegel betont. Für eine Stunde kann er gebucht werden, dann dürfen die Mitglieder eines Haushalts plus eine weitere Person diesen nutzen. 150 Euro kostet das Vergnügen, Kinder unter 14 Jahren werden nicht in die Personenzahl eingerechnet. „Das Angebot wird sehr gut angenommen“.

Zusammen mit seinen Partnern Marc Bopp und Jens Kleinert betreibt er die Liftanlage. „Ohne Corona wäre der Hang bei solchen optimalen Bedingungen jetzt voll.“ So reiche der Erlös gerade, um die Betriebskosten zu decken. Er und seine Partner halten den Lift am Laufen, „damit der Wintersport hier nicht untergeht“. Die drei Handwerker machen dies in ihre Freizeit, erzählt er. „Wenn Schnee liegt, ist die Anlage in Betrieb.“

Für die Bergwacht, die am Kaltenbronn stationiert ist, ist der Winter bisher normal verlaufen, berichtet Micha Mayer. Er ist der Leiter Bergrettungsdienst der Ortsgruppe Pforzheim, die für den Kaltenbronn zuständig ist.

Thomas Kaiser von der Bergwacht-Ortsgruppe Pforzheim auf dem Motorschlitten. Foto: Markus Mack

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Thomas Kaiser von der Bergwacht-Ortsgruppe Pforzheim auf dem Motorschlitten. Foto: Markus Mack

Allerdings: Die Einsätze hätten sich von der Abfahrtspiste auf die Loipen verlegt. Manche Wintersportler trauten sich da etwas zu viel zu und müssten mit Motorschlitten oder Allradfahrzeug abgeholt werden. Wichtig sei dafür die exakte Standortangabe an Wegkreuzungen oder Schildern des Schwarzwaldvereins. Die Notrufnummer 112 beim Handy funktioniere auch, wenn das Gerät kein Netz anzeige. Dann springe es auf einen anderen Betreiber um.

„Traumhafte Bedingungen“

Was lockt die Besucher in den Nordschwarzwald? „Wir genießen den Tag“, sagt Reinhold Frank aus Bönnigheim bei Ludwigsburg, der mit Sohn Raphael den Schlittenhang am Kaltenbronn herunterhaust. Martina Schnell und Sohn Robin aus Rotfelden bei Nagold wollen mit den Langlaufskiern eine Etappe auf dem Fernwanderweg entlanggleiten. „Einfach, weil es schön ist“, sagt Moritz Vosschulte aus Durlach, schnappt sich Tochter Paula und lässt sich vom Schlepplift bergauf ziehen, Simon Wichert aus Pforzheim übt mit Sohn Timo Snowboardfahren, „sonst kommt er aus der Übung“.

Von „traumhaften Bedingungen“ schwärmt Detlef Reuter aus Großbottwar bei Ludwigsburg beim ersten Besuch am Kaltenbronn, „ein Tipp der Kollegin“, ergänzt Ehefrau Stefanie Reuter.

Mit dem Schlepplift geht es nach oben: Moritz Vosschulte mit Tochter Paula. Foto: Markus Mack

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Mit dem Schlepplift geht es nach oben: Moritz Vosschulte mit Tochter Paula. Foto: Markus Mack

Am ehemaligen Skihang bei der Roten Lache zwischen Bermersbach und Baden-Baden herrscht ebenfalls reges Treiben. Sebastian März aus Karlsruhe machte dort seine ersten Erfahrungen mit dem Skiclub Kandel, jetzt ist er mit Ehefrau Nina und den Söhnen Moritz und Yannik zum Rodeln zurückgekehrt, Auch Armin Wirz aus Kartung freut sich mit Frau Diana und den Kindern Tobias und Vivian auf den Winterspaß. „Freunde haben uns die Strecke empfohlen“. Vor dem Rodelvergnügen steht der Anstieg am weitläufigen Hang, der muss zu Fuß bewältigt werden – kein Problem für die Wintersportfreunde.

Ihr Autor

BT-Redakteur Markus Mack

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Erstellt:
15. Februar 2021, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
14. Februar 2021, 19:22 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 53sec

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