Musikalischer Spaziergang im Kloster Bühl

Bühl (baw) – Zu einem musikalischen Klosterspaziergang lud die Städtische Schule für Musik und darstellende Kunst Bühl unter der Leitung von Bernhard Löffler ins Kloster Maria Hilf nach Bühl ein.

Beim ersten musikalischen Klosterspaziergang der Städtischen Schule für Musik und darstellende Kunst Bühl spielt die Gruppe „Vintage Sax“. Foto: Barbara Wersich

© baw

Beim ersten musikalischen Klosterspaziergang der Städtischen Schule für Musik und darstellende Kunst Bühl spielt die Gruppe „Vintage Sax“. Foto: Barbara Wersich

Nach dem musikalischen Waldspaziergang im Juli und der Orgel-Fahrradtour vor ein paar Wochen, folgte nun ein weiteres Format mit Konzertcharakter unter freiem Himmel. Zusammen mit Ordensschwester Ancilla-Maria, die die kostenlose Führung über das Gelände leitete, empfing Löffler die 25 Teilnehmer an der Klosterpforte. „Als wir hier anfingen, war die Carl-Netter-Straße noch ein Feldweg“, begann die Klosterbewohnerin von der über 100 Jahre langen Geschichte des Klosters zu erzählen. Mit ihren 81 Lebensjahren lebt Schwester Ancilla-Maria seit 58 Jahren das Leben einer „Schwester vom Göttlichen Glauben“.

Auf dem Weg zur ersten musikalischen Station führte Schwester Ancilla-Maria die Gruppe über die Klosterhauptstraße hinauf, vorbei am Wohn- und Arbeitsbereich der Schwestern und der Klosterkirche durch den Torbogen mit dem Relief der namensgebenden „Mutter von der immerwährenden Hilfe“. Oben wartete bereits „Vintage Sax“ unter Pirmin Ullrich mit sieben Saxofonisten. Bei Sonnenschein lauschten die Gäste den Saxofonstücken im Hof des Marienhauses, darunter George Gershwins „Somebody loves me“ und „Worksong“ von Nat Adderley.

„Tourguide“ Schwester Ancilla-Maria lauscht dem Minikonzert der Musikschuldozenten Ulrich Singer (Gitarre) und Susanne Kaldor (Violine). Foto: Barbara Wersich

© baw

„Tourguide“ Schwester Ancilla-Maria lauscht dem Minikonzert der Musikschuldozenten Ulrich Singer (Gitarre) und Susanne Kaldor (Violine). Foto: Barbara Wersich

Nach dem Minikonzert ging es am „Priesterhaus“ vorbei, heute eines der Gästehäuser des Klosters und damals Gästehaus der Bühlerhöhe, weiter zur „Bischofsvilla“, dem „Josefshaus“ und der Villa von Hertha Isenbart. „Hinter den Gebäuden standen früher sechs große Gewächshäuser für Südfrüchte und Gemüse“, erzählte die Schwester. Ein „Geflügelhaus“, Schweine und Kühe sorgten für Fleisch, Eier und Milch.

Das 1938 erbaute „Exerzitienhaus“ mit Einzelzimmern habe damals schon jeden Komfort gehabt. Ein Bett, ein kleiner Schreibtisch, ein Sessel und sogar Warmwasser am Waschbecken gehörten zur Ausstattung. Der Viereckbau mit Innenhof ist heute Tagungsstätte, Gästehotel und Location für Ausstellungen. Teil des Gebäudes ist auch die Exerzitienhaus-Kapelle. „Hier herrscht immer Stille für die Exerzitien, die geistlichen Übungen im Schweigen“, so die Ordensschwester. Heraus aus den Gebäuden führte der Spaziergang weiter hinunter Richtung Friedhof, vorbei am Rosengarten und der heutigen Bienenwiese, von der man an bestimmten Tagen sogar direkten Blick auf die Bühlerhöhe und den Wiedenfelsen hat. Nichts mehr zu sehen ist von der ehemaligen St. Hedwigschule auf der Sonnenhalde. Wo die einstige Haushaltungsschule stand, stehen heute Schuppen und Bienenstöcke.

Solistin Anna Groll singt und wird von Musikschulleiter Bernhard Löffler begleitet. Foto: Barbara Wersich

© baw

Solistin Anna Groll singt und wird von Musikschulleiter Bernhard Löffler begleitet. Foto: Barbara Wersich

Nach Schuberts „Ave Maria“ an der Lourdesgrotte, gesungen von Musikschul-Solistin Anna Groll und begleitet von Musikschulleiter Löffler am Keyboard, nahm die Gruppe ihren weiteren Weg durch den Obstgarten des Klosters und zur nächsten musikalischen Unterhaltung im Meditationsgarten auf. Hier spielten die Musikschuldozenten Ulrich Singer und Susanne Kaldor eine viersätzige Sonata in D-Moll von Vivaldi und eine Sonata concertata von Vivaldi für Gitarre und Violine am Denkmal der Gründerin, einem Findling mit Bronzeabguss.

Klosterkirche öffnet Pforten

Zum krönenden Abschluss des ersten musikalischen Klosterspaziergangs sang der Chor des Bühler Vokalensembles unter der Leitung von Christoph Stengel neben weiteren Liedern ein „Irish Blessing“ für das Publikum auf der Treppe der Klosterkirche. Die Kirche, die seit der Pandemie für die Öffentlichkeit geschlossen war, öffnete zur großen Freude aller im Anschluss an das Konzert ihre Pforten und durfte besichtigt werden.

Zum Artikel

Erstellt:
25. Oktober 2021, 06:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 31sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.