Musikclub-Betrieb: „Super“ Anlauf, dennoch Sorgen

Rastatt (as) – Im Rastatter „Freiraum“ läuft der Betrieb unter Pandemiebedingungen. Zur Wiedereröffnung bildeten sich lange Schlangen am Eingang, doch Freudentänze führen die Betreiber noch nicht auf.

Schlange am Einlass, volle Tanzfläche: Geimpfte, Genesene und PCR-Geteste dürfen feiern. Foto: Freiraum

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Schlange am Einlass, volle Tanzfläche: Geimpfte, Genesene und PCR-Geteste dürfen feiern. Foto: Freiraum

Freudentänze führt Thomas Schenkel im Rastatter Club „Freiraum“ gerade nicht auf – auch wenn der Discothekenbetrieb unter Pandemiebedingungen „super“ angelaufen sei, berichtet er von den vergangenen Wochenenden. Was seine Freude trübt: (noch) fehlendes Personal, Diskussionen wegen der Maskenpflicht auf den Toiletten und dass man immer wieder ungeimpfte Spontanbesucher abweisen muss.
Letzteres schmerze nach dem monatelangen Stillstand besonders, macht der „Freiraum“-Geschäftsführer sich ein bisschen Sorgen mit Blick in die Zukunft. Denn die Besucherzahlen – am Eröffnungswochenende Ende September so enorm, dass sich um die Disco in der Woogseestraße herum Schlangen bildeten – „werden sich einpendeln, und dann tut es weh, wenn man jemand abweisen muss“, spricht er auch von drohenden finanziellen Einbußen. Von Kollegen, die schon länger wieder geöffnet haben, werde ihm berichtet, dass die bei etwa 20 Prozent liegen.

Disco-Besuch muss geplant werden

Das hält er für plausibel, denn auch im „Freiraum“ hätten nachts schon Gruppen angefragt, ob sie noch kommen dürfen – aber es sei ein Ungeimpfter dabei. Da müssen Schenkel und seine Mitarbeiter ablehnen – Zutritt erhalten nur Geimpfte, Genesene oder Besucher mit aktuellem PCR-Test. „Und aus Solidarität kommt dann natürlich auch der Rest der Gruppe nicht“, weiß Schenkel.

Um ungeimpften Partygängern eine unkomplizierte Lösung anzubieten, hat Schenkel beim „Freiraum“ in Kooperation mit einem Labor immer donnerstags für 20 Euro sogenannte Party-PCR-Tests organisiert. Das Ergebnis bekommt man freitags bis 18 Uhr aufs Handy, berichtet er von guten Erfahrungen damit bereits im Vorfeld der von ihm veranstalteten Mallorcaparty jüngst in Bietigheim. Dennoch müsse ein Discothekenbesuch mit den aktuellen Vorgaben geplant werden, weiß er auch, dass das für manche ein Hemmschuh ist. Was er aber auch feststellt: Seit die Regelung für Clubs Mitte August bekannt gegeben wurde, hätten sich viele noch impfen lassen, die nun gerade die Karenzzeit nach der Zweitimpfung hinter sich haben. Insofern hält er die Wiedereröffnung des Clubs erst Ende September, obwohl es früher möglich gewesen wäre, nach wie vor für die richtige Entscheidung.

Keine Beanstandung bei Kontrolle

Registrierung per Luca-App am Eingang, Kontrolle von Impf-/Genesennachweis oder PCR-Test, Maskenpflicht am Einlass und auf den Toiletten und fürs Personal an der Theke – so sieht derzeit der Clubbesuch aus. Da man im „Freiraum“ von der Tanzfläche direkt in die Toiletten gelangt, sei es vielen aber schwer zu vermitteln, dass dort Maskenpflicht besteht, kann Schenkel das selbst nicht so ganz nachvollziehen: „Wenn bei 400 Leuten auf der Tanzfläche mit 2G-Regelung und PCR-Test nichts passiert, wie soll dann der Toilettengang zum Superspreader-Event werden?“, fragt er nach dem Sinn der Regelung. Dennoch weise das Security-Personal gegebenenfalls auf die Maskenpflicht hin. Keinesfalls werde man Ordnungsgeld oder Schließung riskieren. Bei Kontrollen durch das Ordnungsamt habe es denn auch keine Beanstandungen gegeben, freut sich Schenkel.

Nun hofft er, den in der Corona-Zeit abgesprungenen Personalbestand (von 80 Minijobbern sind 40 übrig geblieben) schnellstmöglich wieder auffüllen zu können. Mangel an Interessenten gebe es nicht, doch erfahrungsgemäß dauere es eine Weile, bis die eingelernt sind. Nun hoffen er und sein Team vor allem, dass kein weiterer Lockdown kommt. Dann endlich vollführt sicher auch Thomas Schenkel sein Freudentänzchen.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Anja Groß

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Erstellt:
11. Oktober 2021, 11:00 Uhr
Lesedauer:
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