Musikschule in Baden-Baden baut Online-Angebot aus

Baden-Baden (kos) – Schülerschwund und Online-Unterricht: Corona zwingt die Musikschule, ihren Unterricht überwiegend digital anzubieten. Wie der Online-Alltag aussieht, hat nun Ralf Eisler erklärt.

Musikschulleiter Ralf Eisler hinter einem transparenten Vorhang. Das Hygienekonzept der Schule steht. Foto: Konstantin Stoll

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Musikschulleiter Ralf Eisler hinter einem transparenten Vorhang. Das Hygienekonzept der Schule steht. Foto: Konstantin Stoll

„Wir werden nicht allein gelassen“, bekräftigt Ralf Eisler von Beginn an. Während Schulen und Kitas eine hohe Priorität bei den Lockdown-Öffnungen besitzen, stellt sich die Lage für die Musikschulen anders dar: Abwarten und reagieren, so lautet die Devise. Bis einschließlich vergangene Woche durfte die Musikschule der Kurstadt aufgrund niedriger Inzidenzzahlen wieder öffnen und persönlichen Musikunterricht anbieten. Seit der Wert wieder auf über 100 angestiegen ist, muss die Schule erneut ihre Türen schließen und ihre Schüler per Computer beschulen. Während Kitas und Schulen vorsichtige Schritte der Öffnung gehen, in denen die Musik mit Früherziehung ihre Engagements hat, ist der Musikunterricht jedoch gezwungen, digital stattzufinden.

Impfungen für Lehrer in Schulen und Kindergärten

Aus Infektionsschutzgründen habe Eisler mit dem Kollegium beschlossen, die Früherziehung einzustellen, bis alle betroffenen Lehrer geimpft sind. Kollegen, die in Schulen unterrichten, hätten nun den entsprechenden Status und können sich impfen lassen.

Zudem betont Eisler, dass die Schule in digitaler Form bis auf Ensembles das volle Programm abdeckt, das auch unter normalen Umständen erhältlich ist. Es fehle online zwar das wichtige persönliche Element und die Lernerfolge seien ganz andere, aber immerhin gebe es die Möglichkeit, zu unterrichten. Damit bekräftigt er: „Der Online-Unterricht ist gut.“ Es sei ein anderer Musikschulalltag, eine neue „Online-Normalität“, die man aber in Kauf nehmen müsse, um die Schüler nicht zurückzulassen.

Existenzielle und emotionale Not der Honorarkräfte

Die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie seien derweil noch nicht genau abzusehen. Neben den Schülern sehen sich durch Absagen von Konzerten und Events in der Kulturszene, zunehmenden Schülerschwund und sinkende Anmeldungen aber vor allem die mehrheitlichen Honorarkräfte bedroht, deren „existenzielle Not“ und emotionale Belastungen Eisler mit zunehmender Sorge registriert, wie er mitteilt. Für die Zukunft erhofft sich Eisler dazu „mehr Planungssicherheit für die pädagogische Stabilität im Präsenzformat“, jedoch weiß auch er um das diffuse Infektionsgeschehen, das entgegensteht. Bis ein gewisses Maß an Normalität wieder absehbar ist, könne die Musikschule immerhin auf ein stabiles digitales Portfolio zurückgreifen, um ihre Arbeit zu sichern. Klar sei aber, dass die Stadt als Träger hinter der Schule steht und die Kultur auch in Zukunft nicht alleine lassen wird, ist Eisler sicher.

Ihr Autor

BT-Volontär Konstantin Stoll

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Erstellt:
9. April 2021, 11:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 08sec

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