Mutation legt Covid-Station lahm

Offenburg (kie) – Jetzt ist die Corona-Mutation in Mittelbaden angekommen: Im Ortenaukreis gibt es fünf nachgewiesene Fälle. Das hat Auswirkungen auf eine Covid-Station des Ortenau-Klinikums.

Die Corona-Station des Ortenau-Klinikums am Ebertplatz in Offenburg nimmt keine neuen Patienten mehr auf. Foto: Ortenau-Klinikum

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Die Corona-Station des Ortenau-Klinikums am Ebertplatz in Offenburg nimmt keine neuen Patienten mehr auf. Foto: Ortenau-Klinikum

Die Station des Ortenau-Klinikums am Ebertplatz in Offenburg, die ohnehin bereits vom restlichen Klinikbetrieb isoliert war, wird bis auf Weiteres für neue Patienten geschlossen. Corona-Patienten, die bereits auf der Station behandelt werden, bleiben vorerst dort und werden weder entlassen, noch auf andere Stationen verlegt. Das hat das Ortenauer Gesundheitsamts in Abstimmung mit dem Landesgesundheitsamt und dem Gesundheitsministerium Baden-Württemberg am Donnerstag angeordnet. Der Betrieb weiterer Standorte des Klinikverbundes und anderer Stationen ist davon aber nicht beeinträchtigt.

Keine Auswirkungen auf Klinikum Mittelbaden erwartet

„Wir haben mehrere Corona-Stationen, dementsprechend können wir Corona-Patienten weiterhin behandeln“, sagt Ramazan Celik, stellvertretender Leiter der Klinikhygiene am Ortenau-Klinikum – und fügt an: „Wir haben genügend eigene Kapazitäten, die Versorgung ist nicht gefährdet“. Demnach wird der Ausbruch in Offenburg keine Auswirkungen auf das Klinikum Mittelbaden (KMB) zeitigen, vermutet er.

Im Klinikum Mittelbaden sieht man das ähnlich: „Kapazitätsprobleme wird es nicht geben“, zeigt sich Pressesprecherin Sybille Müller-Zuber zuversichtlich. Gleichzeitig sei das KMB „sehr achtsam und wachsam“, was die mutierte Coronavirus-Variante betreffe.

Laut Mitteilung des Landratsamts Ortenaukreis wurden alle Fälle durch die sogenannte Coronavirus-Surveillance-Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums ermittelt, nach der Labore bundesweit PCR-positive Proben auf ihre RNA-Sequenz untersuchen, um einen Überblick über die zirkulierenden Virus-Varianten zu erhalten. Bei den fünf bestätigten Fällen wurde die Mutation „N501Y“ nachgewiesen, die zu den Virusvarianten „B.1.1.7“ (Großbritannien), „B.1.351“ (Südafrika) und „B.1.1.28“ (Brasilien) zählt. Um welche Variante es sich genau handelt, ist laut Mitteilung noch nicht klar.

Fünf Personen mit Virusvariante infiziert

Eine der infizierten Personen wurde nach ihrer Ansteckung als Corona-Patient auf der Covid-Station am Ebertplatz behandelt. Inzwischen wurde sie entlassen und befindet sich in Quarantäne. Bestätigt wurden im Zusammenhang mit diesem Fall bisher zwei weitere Infektionen mit der Virusvariante. Bei zwei weiteren, davon unabhängigen Fällen, wurden ebenfalls die engen Kontaktpersonen ermittelt. Auch sie befinden sich in Quarantäne; PCR-Abstriche wurden veranlasst, um „das Risiko einer Weiterverbreitung durch asymptomatischen Virusträger zu minimieren“, heißt es vonseiten des Landratsamts.

Ein PCR-Abstrich wird auch bei allen Patienten der betroffenen Covid-Station vorgenommen, um eventuell weitere Mutationen erkennen zu können. Nicht mehr behandlungspflichtige Patienten werden erst dann von der Station entlassen, wenn keine weiteren Mutationen festgestellt worden sind. Neben den bereits etablierten Routinetestungen wird das Personal der Station erneut getestet. „Jeden Tag nehmen wir auf verschiedene Weise Proben“, sagt Klinikhygieniker Celik. Das Vorgehen innerhalb der Klinik bezeichnet er als „sehr genau und sehr forsch“.

Derzeit ist noch unklar, wie lange die Corona-Station am Ebertplatz geschlossen bleibt: „Das kann niemand sagen, weil das Infektionsgeschehen noch läuft und wir uns nun genau die Dynamik anschauen müssen, um dann auf dieser Grundlage zu handeln“, fasst Celik zusammen.


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