Nach 249 Blutspenden ist für Keitel Schluss

Gernsbach (vgk) – Das Engagement ist rekordverdächtig. 249 Mal hat Bernd Keitel aus Gernsbach Blut gespendet. Doch jetzt ist Schluss, wegen einer anstehenden Knie-OP.

Bernd Keitel (links), seit 21 Jahren im Dienst der guten Sache für den Blutspendedienst Baden-Württemberg/Hessen, und Ärztin Dr. Brigitte Schöning. Foto: Veronika Gareus-Kugel

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Bernd Keitel (links), seit 21 Jahren im Dienst der guten Sache für den Blutspendedienst Baden-Württemberg/Hessen, und Ärztin Dr. Brigitte Schöning. Foto: Veronika Gareus-Kugel

Keitel als Träger der seltenen Blutgruppe AB positiv hat sich nie die Frage gestellt „Blutspenden ja oder nein“. 249 Blutspenden sind dennoch rekordverdächtig. Es soll am Donnerstag auch seine Letzte gewesen sein, wie der 69-Jährige im Gespräch erklärte. Eine für den September geplante notwendige Operation am Knie verhindert die 250. Jubiläumsblutspende.

Seine Karriere als Blutspender startete Keitel 1970. Jetzt, zum Ende seiner Blutspenderlaufbahn, werden es insgesamt sagenhafte 124,5 Liter Blut oder 12,45 volle Zehn-Liter-Eimer des kostbaren Lebenssafts gewesen sein. Den letzten halben Liter, den 249., gab er bei der Blutspendenaktion des DRK-Blutspendedienstes Baden-Württemberg/Hessen am Donnerstag in der Stadthalle ab.

Die Blutgruppe mit Rhesusfaktor positiv ist nur fünf Prozent weltweit oder vier Prozent deutschlandweit vertreten, gibt dazu der DRK-Blutspendedienst auf seiner Webseite Auskunft. Auch als Erythrozyten-Spender, ein wichtiger Bestandteil des Blutes und für an Leukämie erkrankte Menschen von Bedeutung, ist der Blutspender schon in Erscheinung getreten.

Erste Blutspende in der DDR

An seine erste Spende mit 18 Jahren in Wernigerode erinnert sich Keitel noch ganz genau. Der schwere Motorradunfall eines Freundes gab den Ausschlag. In der DDR zu dieser Zeit schon als Spender einer der selteneren Blutgruppen registriert, wurde er von der Polizei zur Blutspende von zu Hause abgeholt und im Anschluss wieder zurückgebracht. „Damals habe ich die Notwendigkeit eingesehen, und wenn ich helfen kann, ist das eine tolle Geschichte“, sagt Keitel. Auch habe er immer kostenlos gespendet.

Zudem sei die Blutspende eine kurz bemessene Aktion. Nur knapp zehn Minuten dauert es vom Stich in die Vene bis zum Ende des Prozederes, meint der seit 22 Jahren im Murgtal lebende Ex-Bademeister des Igelbachbads und aktuelle Badeaufsicht des Latschigbads in Weisenbach.

Ehrungen und Auszeichnungen

Ehrungen, goldene Nadeln, entsprechende Urkunden sowie die Landsteiner-Medaille, sie wurde von der DDR ab 1983 langjährigen Blutspendern verliehen, alle diese Auszeichnungen hat Keitel für sein ehrenamtliches Engagement schon erhalten. Auch an eine Auszeichnungsreise als junger Mensch gemeinsam mit weiteren 40 Spendern nach Rumänien in die Berge kann sich Keitel erinnern.

Ebenso nennt er die goldene Blutspendenkarte sein Eigen. Doch nun soll mit dem Aderlass Schluss sein. Denn je nach Eingriffsgröße bei der Knie-OP im September sind Wartezeiten zwischen einer Woche und vier Monaten einzuhalten. Zudem hat der 69-Jährige nach dem Eingriff geplant, nach Wernigerode, seinen Hauptwohnsitz, zurückzukehren. Über eine Rückkehr ins Murgtal im kommenden Jahr habe er noch nicht entschieden, sagt Keitel. Wer mehrmals gespendet hat, kann übrigens bis zum 73. Lebensjahr Blut spenden.

Mit Sekt verabschiedete sich der gebürtige Sachsen-Anhalter am Donnerstag nach erfolgter letzter Spende von den DRK-Helfern, Schwestern und Ärzten in der Gernsbacher Stadthalle.

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Erstellt:
14. August 2021, 07:00 Uhr
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