Brand in Bühler Seniorenanlage: Akku wohl Auslöser

Bühl (nie) – Nach dem Brand in einer Senioren-Wohnanlage in Bühl wird dort auf Hochtouren gearbeitet. Für das Feuer war wohl der Akku eines Elektro-Rollstuhls der Auslöser.

Am Brandtag selbst (Foto), aber auch in den Tagen danach arbeiten die zuständigen Stellen eng zusammen. Foto: Bernhard Margull

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Am Brandtag selbst (Foto), aber auch in den Tagen danach arbeiten die zuständigen Stellen eng zusammen. Foto: Bernhard Margull

„Der erste Schock hat sich gelegt, jetzt sind wir ins Tun gekommen“, beschreibt Martin Mörmann, Vorstand der Sozialstation St. Elisabeth, die derzeitige Situation. Aber eigentlich hat dieses Tun schon direkt am Samstag nach dem Brand im Gebäude in der Bühler Heidlauffstraße begonnen.

Schnell konnte nämlich organisiert werden, wie den betroffenen Senioren, die in dem Haus ihre Wohnungen haben, geholfen werden kann – vor Ort und in Zukunft. Nun sind sie, wie berichtet, in zwei Hotels und bei Angehörigen untergebracht, zu Beginn waren sieben Senioren ins Krankenhaus eingeliefert worden, deren Zustand sei aber stabil, so Mörmann. DRK, Feuerwehr, THW, Stadt Bühl, die Sozialstation und die Hausverwaltung haben dafür eng zusammen gearbeitet.

Und so ging es diese Woche auch weiter, freut sich Hausverwalter Christoph Schuster. Er hebt hervor, wie schnell alle nun anstehenden Arbeiten angelaufen seien, und alle den Fokus vor allem auf die Bewohner selbst richten. Noch am Brandtag, also am Samstag, seien die Brandsanierer, die in der Regel versuchen, zu retten, was zu retten ist, auf der Matte gestanden und hätten zunächst einmal die Treppenhäuser sauber gemacht. Am Montag war dann ein chemischer Sachverständiger vor Ort und hat die meisten der insgesamt 23 Wohnungen untersucht. Für die Bewohner dort gehe keine Gefahr mehr aus, habe sein Fazit gelautet. Jedoch, so Schuster, sind die Brandwohnung selbst und drei direkt anliegende unbewohnbar. Bis diese wieder bezogen werden könnten, würden wohl mehrere Monate ins Land gehen.

Leitungen werden überprüft

Seit Dienstag sei eine Elektrofirma in der Heidlauffstraße und mache einen sogenannten E-Check: Leitungen werden überprüft, die vom Löschwasser in Mitleidenschaft gezogen worden sein könnten. Die Wohnung im obersten Stockwerk, in der der Brand ausgebrochen war, ist am Mittwoch von Polizei, Feuerwehr und Versicherung erstmals begangen worden. Noch am selben Tag habe die Polizei die Wohnung freigeben können. Laut Schuster deutet alles darauf hin, dass das Feuer im Schlafzimmer seinen Anfang genommen hat. Schuld war wohl der Akku eines elektrischen Rollstuhls. Am Donnerstag komme nun ein Gebäudesachverständiger – vor allem wegen des Daches. Verwaltungsbeirat Wolfgang Flösser berichtet nämlich, dass das Dach über der Brandwohnung für Löscharbeiten kaputtgemacht werden musste.

Schuster und Mörmann sind sich einig: „Es läuft alles Hand in Hand.“ Während Mörmann seinen Mitarbeitern von St. Elisabeth ein großes Lob ausspricht („Alle machen rundum einen tollen Job!“), befindet Schuster, dass mit den eingesetzten Firmen alles reibungslos funktioniere. Und er sagt: „Wie die Leute hier zusammenhalten, das ist echt schön.“

Bei allen guten Erfahrungen müssen die Verantwortlichen aber auch von unschönen Szenen berichten: So habe sich ein Fotograf einer überregionalen Zeitung am Brandtag unerlaubt Zutritt verschafft, und am Dienstag sei festgestellt worden, dass jemand versucht habe, in eine der Wohnungen einzubrechen. Schuster: „Es ist ein Unding, dass jemand aus einer Notsituation Profit schlagen will.“ Von Tag zu Tag hoffe man nun, so schnell wie möglich wieder einziehen zu können. Derweil seien die Bewohner gut versorgt vom Sozialdienst, verspricht Mörmann. Es gehe ihnen den „Umständen entsprechen gut“. Am Dienstag nach Ostern soll die Tagespflege wieder öffnen.

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Erstellt:
31. März 2021, 21:00 Uhr
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