Nachfolge von Pavel Baleff steht bald fest

Baden-Baden (kie) – Wer wird neuer Chefdirigent der Philharmonie Baden-Baden und somit Nachfolger von Pavel Baleff? Die Findungskommission stellt ihre Empfehlung dem Gemeinderat vor.

Wer gibt in Zukunft bei der Philharmonie den Takt an? Der Baden-Badener Gemeinderat entscheidet. Foto: Marcus Brandt/dpa

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Wer gibt in Zukunft bei der Philharmonie den Takt an? Der Baden-Badener Gemeinderat entscheidet. Foto: Marcus Brandt/dpa

Vier Bewerber von insgesamt 80 waren in der Endauswahl. Doch nur einer von ihnen wird neuer Chefdirigent der Philharmonie Baden-Baden und damit Nachfolger des scheidenden Dirigenten Pavel Baleff, der das Orchester im kommenden Jahr verlassen wird. Am 28. Juni wird der Gemeinderat die Personalie in nicht-öffentlicher Sitzung beschließen. Vorausgegangen waren mehrere Monate der Suche unter erschwerten Bedingungen.

Endlich ist es so weit und die Entscheidung, wer ab der Spielzeit 2022/23 bei der Philharmonie den Taktstock schwingt, wird offiziell. Damit gehen laut einer Mitteilung des Orchesters „viele Monate einer intensiven Beschäftigung mit den Bewerbern zu Ende“.

Zuvor fanden im April und Mai mit einer fünfmonatigen, coronabedingten Verzögerung die Finalkonzerte der vier Bewerber statt. Eine Findungskommission unter Vorsitz von Oberbürgermeisterin Margret Mergen und bestehend aus Vertretern des Gemeinderats, der Stadtverwaltung, der Patronatsgesellschaft und des Orchesters hatte im Vorfeld aus dem 80-köpfigen Bewerberfeld zunächst 15 Kandidaten ausgewählt, die sich dem Orchester in einer Kurzprobe und der Kommission in einem Vorstellungsgespräch präsentiert hatten.

Vier von ihnen qualifizierten sich in der Folge für die finalen Auswahlkonzerte: Timo Handschuh, Carlos Dominguez-Nieto, Michael Güttler und Heiko Mathias Förster. Nun wird die Findungskommission dem Gemeinderat ihre Empfehlung aussprechen; es ist davon auszugehen, dass der Rat dieser Empfehlung zustimmen wird.

Bewerberkonzerte „brillant gestaltet“

Mit Blick auf das „laufende Bewerbungsverfahren“ wollte sich Orchestermanager Arndt Joosten im Vorfeld der Gemeinderatssitzung nicht zu einer Präferenz des Orchesters, dem Auswahlverfahren und den vier Kandidaten äußern.

„Bis zu seiner Entscheidung müssen wir Neugierige noch um Geduld bitten – Personalverfahren sind vertraulich“, heißt es sodann in einer Mitteilung der Philharmonie. Auch die Stadt möchte noch nichts verraten. Am 27. Juni werde der neue Dirigent der Öffentlichkeit bei einem Pressegespräch vorgestellt, heißt es vonseiten der Stadtpressestelle dazu weiter. Wegen der Corona-Situation konnten die vier Bewerber-Konzerte nicht vor Publikum stattfinden, wurden jedoch aufgezeichnet und ins Internet gestreamt. Laut Mitteilung seien alle „von den Teilnehmern brillant gestaltet“ gewesen. „Einige Tausend Musikfreunde aus aller Welt“ hätten demnach die Konzerte im Internet verfolgt.

Auf dem Programm der Bewerber-Konzerte standen jeweils eine der vier Schumann-Sinfonien und ein romantisches Instrumentalkonzert. Bei Letzterem kamen durch eine Kooperation mit dem Förderverein für Kunst, Medien und Wissenschaft Karlsruhe junge Solisten aus der Region zum Einsatz. Die Konzerte seien laut Philharmonie „in extrem kurzer Probenzeit“ einstudiert worden. Nach den „hochemotionalen Finaldurchläufen zwischen den oft nur in Nuancen unterschiedlichen Orchesterleitern eine Auswahl zu treffen“, sei keine einfache Aufgabe gewesen.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Franziska Kiedaisch

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Erstellt:
27. Juni 2021, 18:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 17sec

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